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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Für Freunde der Niederländer stehen bei der Auktion „Alte Kunst“ von Lempertz in Köln Entdeckungen aus dem „Goldenen Zeitalter“ zum Verkauf

Nackte Sünder und ein leidender Christus



Jan Davidsz de Heem,  Stillleben mit Blumen und Früchten auf einer Steinkonsole

Jan Davidsz de Heem, Stillleben mit Blumen und Früchten auf einer Steinkonsole

Die Komposition wirkt bunt und improvisiert und ist doch genau kalkuliert, die Farbigkeit berauscht, die kleinteilige Motivik lädt zum Suchen und Betrachten ein. Auf den ersten Blick erschließt sich: Hier hat man ein Meisterwerk vor Augen. Das „Stillleben mit Blumen und Früchten auf einer Steinkonsole“ von Jan Davidsz de Heem, das bei Lempertz einen Höhepunkt der Auktion „Alte Kunst“ markiert, ist eine Entdeckung. Im letzten Jahr war es Bestandteil der Ausstellung „Opulence Distilled. Masterpieces from the oeuvre of Jan Davidsz. de Heem“ im Snijders & Rockoxhuis in Antwerpen. Fred G. Meijer, Experte für niederländische Kunst des 17. Jahrhunderts, hält das wiederentdeckte Ölgemälde, das seit drei Generationen in deutschem Familienbesitz war, für „eines der besten“ Stillleben des Malers. Jetzt wird dieser Höhepunkt der niederländischen Malerei mit einem Schätzpreis von 1 bis 1,5 Millionen Euro aufgerufen.


Für die Versteigerung am 17. Mai in Köln konnte Lempertz eine gut sortierte Auswahl an Stilllebenmalerei zusammentragen, darunter einen appetitanregenden, mit Käse, Brot, Fisch, Trauben, Oliven, Wein, Nüssen und Gefäßen gedeckten Tisch von Floris van Schooten (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), eine Blütengirlande über einer steinernen Plinthe, auf der Früchte und ein Teekännchen ausgebreitet sind, von David Hennekyn (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR) oder das schlichte Arrangement aus Pfirsichen in einem Zinnteller und Trauben auf einem Holztisch von Bartholomeus Assteyn (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR), während es bei Adriaen Jansz Kraen und seiner Tafel mit Pastete, Silbertazza und dem mächtigen Römer schon wieder etwas opulenter zugeht (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Eine reizvolle Variante dieser Betrachtungsbilder schufen Gaspar Peeter Verbruggen d.Ä. und Frans Ykens mit ihrem Bild „Blütengirlande und Schmetterlinge um eine steinerne Frauenbüste“ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Blütenpracht und Todesahnung

Aus der Hand Franz Werner Tamms stammt ein klassisches „Großes Blumenstück“, das leicht in Untersicht auf einer Brüstung am Meer steht (Taxe 28.000 bis 38.000 EUR). Andrea Scacciati I. hat seine Pendants sparsamer Blumengebinde mit zentraler Tulpenblüte jeweils um einen Papagei und einen Schmetterling angereichert (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Lange in süddeutschem Privatbesitz befand sich ein großes Vanitasstillleben von Willem Kalf. Die raffiniert ins Licht gesetzten kostbaren Gefäße – Kanne, Schale, Glaskelch – sind umgeben von sorgfältig platzierten Hinweisen auf die Vergänglichkeit alles Irdischen: eine halb geschälte, schon trocknende Zitrone, ein bröselndes Stück Gebäck, der leere Kelch, ein Stundenglas und eine erloschene, fast niedergebrannte Kerze. Das Licht ist hell, aber fahl wie von der Sonne, bevor sie endgültig am Horizont untertaucht. Auf 300.000 bis 400.000 Euro setzt das Auktionshaus dieses beeindruckende Gemälde an.

Ein weiteres Spitzenwerk aus den Niederlanden des 17. Jahrhundert präsentiert Lempertz mit dem Ölbild „Kirmes in Schellebelle“ von Jacob Savery I, das ebenfalls aus einer Familiensammlung zur Versteigerung kommt. Das belebte Panorama der ostflämischen Gemeinde mit der massiven Kirche im Zentrum erinnert in seiner Fülle an Details und Figuren an die Genremalerei der Brueghels, meidet aber Groteskes und bleibt nahe an einer vielleicht bewusst idealisierten Realität. Die Taxe beträgt 200.000 bis 240.000 Euro. In sein Gemälde einer sich am Waldrand weit öffnenden Talsenke hat Jan Brueghel d.Ä. klein im Vordergrund die „Flucht nach Ägypten“ integriert und damit diese für sein Schaffen typische Nah-Fern-Landschaft zu einem religiösen Kunstwerk gemacht (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Wiederum figuren- und detailreich lädt ein Ölbild aus der Nachfolge von Hieronymus Bosch zum eingehenden Studium ein: Die „Vision des Tondalus“ schildert drastisch, was einen moralisch laxen Ritter im Jenseits erwartet, wenn er nicht umkehre und geläutert würde. Am linken Bildrand zeigt ein Engel mit Blütenflügeln dem schlafenden Adligen in prächtigen Gewändern, wohin sein Lebenswandel führt: Nackte Verdammte baden in einem schwärzlichen Höllenpfuhl, werden von Schlangen gebissen und von Drachen und Dämonen gequält. 50.000 bis 70.000 Euro sind für dieses fantasievolle Stück angesetzt.

Vielleicht hätte der irische Mönch, der die Tondalus-Geschichte im Mittelalter verfasst hat, besser auch auf die Rettung hingewiesen, die dem christlichen Ritter verheißen ist: Das Leiden Jesu kann den armen Sünder vor den Höllenqualen bewahren und ihn erlösen. Wie hart dieses Leiden gewesen ist, war in der Kunst seit der Gotik ein bewegend geschildertes Thema, das Hans Hoffmann in einem kraftvollen Porträt des dornengekrönten Jesus, in eindrücklicher Nahsicht flankiert von zwei nicht näher bestimmten Gesichtern, festgehalten hat. Hoffmann, Hofmaler Kaiser Rudolfs II., hatte wohl in den Niederlanden gelernt und zeichnete sich seit seiner Nürnberger Wirkungszeit durch seinen Einsatz für Albrecht Dürer aus, den er nahezu perfekt kopieren konnte. Das „Ecce Homo“-Motiv kommt für 200.000 bis 220.000 Euro zum Aufruf. Jesus in einer ganz anderen Rolle schildert ein Bild, das rund 50 Jahre später in Bologna entstand: Zwischen 1610 und 1617 malte Francesco Albani die Begegnung von Christus und der Samariterin. Das von den zwei einander zugewandten Personen am Brunnen dominierte Bild, einst in der Sammlung der Herzöge von Orléans, soll für 100.000 bis 150.000 Euro einen Liebhaber finden.

Mit dem Portrait durch die Jahrhunderte

Zu den gut 300 Positionen, die in den beiden Teilen der Auktion offeriert werden, gehören interessante Porträts auch im günstigeren Preisbereich. Bartholomäus Bruyn d.Ä. wird das Brustbild eines vornehmen Herrn in pelzbesetztem Mantel vor einem Landschaftsausblick zugeschrieben, das als Bildnis des Kölner Bürgers Marten Imhoff zu identifizieren ist. Eine Rahmeninschrift nennt als Entstehungsdatum 1527 (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Aus der Werkstatt des Barthel Beham stammt das etwas teigige Porträt des Königs Ludwig II. von Ungarn für 10.000 bis 15.000 Euro. Willem Key malte Robert de Croÿ, von 1519 bis 1556 Fürstbischof von Cambrai, als älteren Mann mit kunstvollem Bart und skeptischem Blick (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR). Ganz á la mode präsentiert sich mit lässiger Hand und opulenter Haarpracht ein Edelmann auf einem Porträt von Nicolaes Maes (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR). Ein holländischer Meister des 17. Jahrhunderts hielt einen Herrn seiner Zeit, der ebenfalls anonym bleibt, auf einem lebensnahen Porträt fest, das in seiner psychologischen Durchdringung und malerischen Qualität zu Recht auf 30.000 bis 40.000 Euro angesetzt wird.

Auch die jüngere Portraitkunst kann auf ansprechende Exemplare verweisen. François de Troy setzte im frühen 18. Jahrhundert eine würdevolle Dame etwas steif, aber hoheitsvoll als Ceres ins Bild (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Nicolas de Largillière und seine Werkstatt hatten eine wesentlich freundlichere junge Dame in aufwändiger spitzenbesetzter Robe, perlengeschmückt und mit Blüten im vornehm grauen Haar, zur gleichen Bewertung vor ihrer Staffelei. Hoch herrschaftlich zeigen sich Kurprinz Friedrich Christian von Sachsen und seine kunstsinnige Gemahlin Maria Antonia von Bayern, verewigt in den 1750er Jahren von Pietro Antonio Rotari – zwei Bildnisse zum Preis von 25.000 bis 30.000 Euro. Unmittelbarer wirkt da Anton Raphael Mengs’ feines Konterfei des Kapuzinermönchs Pietro da Viterbo, von dem eine zweite Version in der Alten Pinakothek in München hängt (Taxe 9.000 bis 11.000 EUR).

Wer eher auf noch jüngere Zeiten schielt, wird etwa bei Ferdinand Georg Waldmüller fündig, der „Frau Hanakamp“ ganz biedermeierlich frisiert und in weißer Seide gehüllt 1838 in seiner bewährten Manier abgebildet hat (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Passend dazu gesellen sich bei den Zeichnungen Josef Danhausers Brustbild den schüchternen Carl von Remy (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR) und Josef Kriehubers fein aquarelliertes Portrait des Musikmäzens Ferdinand von Lobkowitz aus dem Jahr 1835 (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Bei dem „Bildnis einer jungen Frau im Profil“ entdeckt man unschwer die meisterliche Hand von Anselm Feuerbach. Die Kreidezeichnung der italienischen Schönheit mit geschlossenen Augen soll 6.000 bis 8.000 Euro kosten. Der Nürnberger Georg Strauch fertigte im 17. Jahrhundert auch gezeichnete Vorlagen für Kupferstiche und Radierungen. Als ein solcher Entwurf weist sich sein liebenswürdiges Bildnis des kleinen Jungen Paulus Schitz von 1671 aus, worauf der spiegelverkehrte Schriftzug hindeutet (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).

Das 19. Jahrhundert hat dann noch zwei Gemälde von Künstlerinnen zu bieten. Die exzentrische Mélanie Hahnemann, geborene Marie Mélanie d’Hervilly Gohier und verheiratet mit dem Homöopathie-Begründer Samuel Hahnemann, tritt mit dem Portrait eines griechischen Freiheitskämpfers an (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), während sich Bertha Sieck bei ihrer wieder aufgetauchten Darstellung der Julia Capulet, die den Ring ihres Geliebten Romeo an ihrer Hand betrachtet, dem bekannten Dramenstoff Shakespeares angenommen hat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Alexander Koester ist mit einem prachtvoll erblühten „Blumengebinde“ für 15.000 bis 20.000 Euro im Angebot vertreten; noch sensibler und feiner repräsentieren jedoch seine „Enten in einem Teich“ seine Fähigkeit, eine Stimmung festzuhalten und die Tierkörper in selbstverständlich wirkende, aber genau kalkulierte Beziehung zueinander zu setzen – ein Bild, das zeigt, warum Koester zu den berühmtesten Tiermalern seiner Zeit zählt (Taxe 45.000 bis 70.000 EUR).

Die Auktion „Alte Kunst und 19. Jahrhundert“ beginnt am 17. Mai um 11 Uhr. Eine Vorbesichtigung ist bis zum 16 Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr möglich. Der Internetkatalog ist unter www.lempertz.com abrufbar.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



14.05.2025

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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Nicolas de Largillière, Nicolas de Largillière und Werkstatt, Bildnis einer Dame in einem moosgrünen Seidenkleid, besetzt mit Nelken und großen Perlen

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