Tiemann-Preis für Museum Marta und Kerstin Brätsch  |  | Das Museum Marta in Herford erhält den Tiemann-Preis für zeitgenössische Malerei 2025 | |
Das Museum Marta in Herford erhält den zum dritten Mal vergebenen Tiemann-Preis für zeitgenössische Malerei. Er ist mit 50.000 Euro dotiert und ermöglicht den Ankauf zweier Werke von Kerstin Brätsch. Sie sollen in einem besonderen Setting im Marta Café inszeniert werden und hier mit der ikonischen Architektur Frank O. Gehrys in einen Dialog treten. Dabei handelt es sich um Arbeiten aus Serie „Fossil Psychic_for Christa (Stucco Marmo)“ der 1979 geborenen Künstlerin. Darin verbindet Brätsch kunsthandwerkliche Techniken, insbesondere die barocke Stucktechnik, mit einer postdigitalen Bildsprache und setzt ihre Reihe von Café-Gestaltungen fort, die sie bereits für das MoMA in New York oder die Luma Foundation in Arles ausgeführt hat. Bis zur Verleihung des Tiemann-Preises am 15. November soll die Installation mit den Brätsch-Werken realisiert sein.
Mit ihrer Wahl wollen die Kuratorin Ann Kristin Kreisel und die Museumsdirektorin Kathleen Rahn ein „markantes Zeichen für die strategische Erweiterung mit weiblichen Positionen und des interdisziplinären Profils“ setzen. Fragestellungen zur Rolle von Museumssammlungen im Spannungsfeld von Geschlechterverhältnissen, Diversität und Globalität stehen hierbei im Mittelpunkt. Derzeit umfasst die noch junge Sammlung Marta rund 500 Werke von etwa 170 Künstler*innen, Duos und Gruppen. Inhaltlich liegt ein Fokus auf dem Verhältnis von Kunst und Raum, beeinflusst durch die außergewöhnliche Museumsarchitektur. Ein weiterer Aspekt ergibt sich aus der Historie und Ausrichtung des Museums an der Schnittstelle zwischen zeitgenössischer Kunst, Design und Architektur.
2018 riefen Ingeborg und Jürgen Tiemann ihre Tiemann-Stiftung ins Leben und wollen mit ihr ausgewählte Vorhaben in den Bereichen Kunst, Kultur und Bildung sowie Naturschutz, Denkmal- und Landschaftspflege unterstützen. Gelder wurden bisher etwa an die Studienstiftung des deutschen Volkes, die Freunde der Preußischen Schlösser und Gärten, die Festspiele Mecklenburg-Vorpommern, das Berliner Stadtschloss und die Heinz Sielmann Stiftung vergeben. Seit 2023 stellt die in Berlin ansässige Stiftung mit ihrem Tiemann-Preis jährlich 50.000 Euro als Ankaufsetat einem deutschen Museum zur Verfügung. Bisherige Preisträger waren 2023 das Essener Museum Folkwang mit Werken von Armin Boehm, 2024 an das Kunstmuseum Magdeburg – Kloster Unser Lieben Frauen mit Werken von Özlem Altin. |