Barocker Gemäldeschatz in Potsdam wieder zu sehen  |  | Die Obere Galerie im Potsdamer Neuen Palais ist für Besucher wieder geöffnet | |
Drei Jahrzehnte lang war die Obere Galerie des Neuen Palais in Potsdam geschlossen. Ab heute ist sie wieder für das Publikum geöffnet und präsentiert fünf großformatige italienische Meisterwerke des Barock, die nach Angaben der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg (SPSG) zu ihren wertvollsten Gemälden zählen. Dabei handelt es sich um die Pendants „Der Raub der Sabinerinnen“ und „Das Urteil des Paris“ von Luca Giordano, Guido Renis „Selbstmord der Lukretia“ und die beiden aufeinander abgestimmten Aktgemälde „Bathseba im Bade“ und „Lukretia und Tarquinius“ von Artemisia Gentileschi. Sie wurden in den vergangenen sechs Jahren vollständig restauriert und wieder an ihrem ursprünglichen Ort in der Wandvertäfelung der Oberen Galerie eingelassen. Bei einem weiteren Gemälde steht die Restaurierung noch an. Voraussetzung für die Öffnung der Galerie war zudem ein partieller Fußbodenschutz, denn das wertvolle historische Parkett aus der Erbauungszeit des Hauses darf weiterhin nicht betreten werden.
„Nach über dreißig Jahren erblickt dieses Schatzhaus italienischer Meisterwerke endlich wieder das Licht der Öffentlichkeit. Das ist wirklich eine kleine Sensation“, sagte Kulturstaatsminister Wolfram Weimer anlässlich der feierlichen Eröffnung. Friedrich der Große hatte die zur originalen Ausstattung des Raumes gehörenden Bilder von der italienischen Familie Farnese erworben und sie 1768 fest in die Wandvertäfelung einbauen lassen. Daher wurden sie in den vergangenen 256 Jahren nur in Ausnahmefällen entnommen und sehr lange nicht restauriert. Nun ist die ursprüngliche Qualität der Gemälde wieder sichtbar, die zuvor unter vergilbten Firnissen und großflächigen Übermalungen verborgen war. König Friedrich II. wusste nicht, dass zum Ankauf zwei Werke einer Malerin gehören. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurde entdeckt, dass sie von der Römerin Artemisia Gentileschi stammen, worauf man jetzt in Potsdam besonders stolz ist. Denn nach Angaben der SPSG gibt es außer den beiden Gemälden im Neuen Palais in Deutschland nur noch ein weiteres Werk von Gentileschi in Pommersfelden.
Das Neue Palais täglich außer dienstags von 10 bis 17:30 Uhr, von November bis März an selben Wochentagen von 10 bis 16:30 Uhr geöffnet. Der Eintritt „Grand Tour“ inklusive Obere Galerie kostet 14 Euro, ermäßigt 10 Euro.
Neues Palais
Am Neuen Palais
D-14414 Potsdam
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