 |  | Tobias Wolff, Schiffspokal aus dem „Regensburger Silberfund“, Nürnberg 1609/23 | |
Hier hat alles gepasst! Als Lempertz zu Beginn seiner Kunstgewerbeauktion einen Schiffspokal der Renaissance aufrief, gab es bei den Silberfreunden kein Halten mehr. Das hatte in der besonderen Geschichte und der Qualität des Objekts auch seine Gründe. Denn es war schon ein aufsehenerregender Fund, der beim Abbruch eines alten Patrizierhauses in Regensburg 1869 ans Tageslicht kam. Unter den Stufen einer Treppe stießen die Handwerker auf eine versiegelte Holztruhe mit kostbaren Silberobjekten der Renaissance, die der Kaufmann Georg Hoffmann, ein Vorbesitzer des Hauses, dort um 1630 vor Plünderung während des Dreißigjährigen Krieges versteckt hatte. Darunter war auch die Tafelzier in Form eines Schiffes, die der Nürnberger Meister Tobias Wolff zu Beginn des 17. Jahrhunderts mit geschwelltem Segel, Schiffstauen, bewaffneten und farbig gefassten Seeleuten effektvoll ausgestattet hatte. Mit 100.000 bis 120.000 Euro war der Pokal für den deutschen Auktionsmarkt zwar hoch, aber zu vergleichbaren Werken Wolffs immer noch moderat angesetzt. Daher blieb es auch nicht bei dieser Bewertung: 260.000 Euro hieß das Schlussgebot. Das freut jetzt vor allem eine deutsche Privatsammlung, die den Schiffspokal erst im April 2021 bei Sotheby’s in New York für 42.000 Dollar netto erworben hatte.
Souverän brachte Lempertz darüber hinaus die europäische Silberschmiedekunst seit der Renaissance an die Käufer. Bei den Meisterstücken, mit denen die Auktion am 16. Mai in Köln eröffnete, gab es kaum Ausfälle, teils satte Zugewinne, etwa bei der barocken Schmuckkassette von Johann Schuch I. Die reich mit bunten Edelsteinen, Glasperlen und Emailplaketten zwischen fein niellierten Rankenornamenten und Lisenen aus Bergkristall besetzte achteckige Schatulle, in deren Deckel noch ein Relief mit der Darstellung des sagenhaften Soldaten Marcus Curtius vor römischer Kulisse eingelassen war, schoss von 24.000 Euro auf 74.000 Euro. Einträglich über den Erwartungen platzierten sich etwa eine vergoldete Tazza mit Palmettenzier von David Schumann aus Augsburg um 1590/94 bei 15.000 Euro (Taxe 10.000 bis 14.000 EUR), ein voluminöser Fußbecher mit geätzten Mauresken, der dem Nürnberger Meister Nicolaus Ulrich um 1603/09 zugeschrieben wird, bei 16.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR) oder der etwas jüngere Diamantbuckelhumpen seines Nürnberger Kollegen Nicolaus Weiss bei 27.000 Euro (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).
Kaufkräftige Silberfreunde…
Eine wohl aus Eger stammenden Renaissance-Tazza mit Blumenvasen zwischen Rollwerk schloss sich bei 17.000 Euro nicht weniger erfolgreich an (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), ebenso eine Deckelkanne auf Granatapfelfüßen, die Mattheus Marcus Breüstet um 1680/90 in Riga mit einem bekrönten Ligaturmonogramm in einem Blütenkranz und einer rund 70 Jahre älteren Medaille bestückt hatte, bei 22.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR) und zum gleichen Preis Johann Seligers Deckelkanne mit dem Allianzwappen von Herman von Drenteln und Elisabeth Buchauw sowie dem alttestamentlichen Relief von Jakobs Kampf mit dem Engel (Taxe 20.000 bis 24.000 EUR). Im Rahmen ihrer Schätzungen kamen unter anderem Stanislaus Schultzes Deckelkanne mit fein graviertem Knorpelwerk und Reserven samt stehenden Kaufleuten in zeitgenössischer Kleidung mit breitkrempigen Hüten bei 17.000 Euro, der Augsburger Deckelhumpen Tilemann Bornmanns mit lustig verspielten Amoretten als Allegorien auf die Jahreszeiten bei 15.000 Euro, Benedikt Clausens Exemplar mit einer qualitätvoll getriebenen, vielfigurigen, alttestamentlichen Darstellung vom Verkauf Josephs in die ägyptische Sklaverei für 20.000 Euro und das Paar Dresdner Bergkristallleuchter für 15.000 Euro ans Ziel, das Johann Jacob Winger um 1730/31 mit vergoldeten ackteckigen Silberfüßen und zylindrischen Tüllen obenauf einfasste.
Die Dresdner Silberschmiede hatten noch mit einigen frühklassizistischen Entwürfen für den dortigen Hof ihren großen Auftritt. Heinrich Leopold Schmeys schlichter Silberleuchter mit der Nummer 34 findet sich im Inventar der Hofsilberkammer von 1789 und wurde 1816 „auf allerhöchsten Befehl“ veräußert. Nun brachte er 7.500 Euro. Einen identischen Leuchter schuf wenige Jahre später Carl David Schrödel um 1770 für Kurfürst Friedrich August III. von Sachsen, der nun 9.500 Euro kostete (Taxe je 6.000 bis 8.000 EUR). Seine Söhne Carl Christian Schrödel und Friedrich Christian Schrödel, die die Werkstatt nach Schrödels Tod 1773 weiterführten, sind für eine elegant zurückhaltende mattvergoldete Platte mit Wärmeglocke von 1784 verantwortlich, die als Nachlieferung für das Dresdner Hofsilber nun 24.000 Euro einfuhr (Taxe 24.000 bis 28.000 EUR).
...nicht nur für deutsche Waren
Die Silberofferte streifte zudem ausländische Waren und hatte etwa einen Vierersatz von William and Mary-Leuchtern, die George Lewis im Jahr 1700 in London mit quadratischem Fuß samt abgeschrägten Ecken und Balusterschaft gestaltet hatte, für 18.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR) oder Edme-Pierre Balzacs schweres, aufwändig verziertes Leuchterpaar von 1766/67 für 14.000 Euro zu bieten (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Aus Wien beteiligte sich unter anderem Josef Schlossko mit einem Bergkristallaltarkreuz samt Silberkorpus und -fassungen von etwa 1870 an der Auktion, hatte bei der Bewertung von 14.000 bis 18.000 Euro kein Glück. Dafür standen russische Objekte in der Gunst der Bieter: eine kleine Reiseikone mit dem Erzengel Michael, für die Carl Fabergé um 1908/17 den emaillierten und mit Saphircabochons besetzten Silberrahmen schuf, ging für 44.000 Euro weg (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), ein Kovsch in buntem Cloisonnéemail, den Fedor Rückert um 1896/1908 noch mit Cabochons aus Chrysoprasen und Karneolen besetzt hatte, für 13.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).
Bei den modernen Silberwaren taten sich dann auch zwei Frauen hervor, wobei Emmy Roth sogar den Höchstpreis dieser Sparte verantwortete: ihre elegante Fußschale mit eingerollten Handhaben schoss von 2.500 Euro auf 23.000 Euro. Auch ihre übrigen Stücke der 1920er und frühen 1930er Jahre aus einer hessischen Privatsammlung, die ihre Herkunft aus dem Jugendstil sichtbar machten, aber auch den Einfluss des Bauhauses nicht verleugnen konnten, taten sich leicht. Eine bauchige Vase schloss mit 5.500 Euro ab (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), eine kleine Helmkanne mit 6.000 Euro, das Paar zylindrischer Henkelbecher mit eingeschnürtem Korpus bei 4.800 Euro (Taxe je 2.500 bis 3.000 EUR) und ein rechteckiges, tief gemuldetes Tablett bei 8.000 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Diesen Preis erwirtschaftete zudem Paula Straus’ geschmackvolles vierteiliges Kaffee- und Teeservice von 1926, das nicht nur einmal bei der Heilbronner Firma Peter Bruckmann & Söhne vom Band lief (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Kauflaune generierten dann noch ein runder Art Déco-Weinkühler mit Holzgriffen der Brüsseler Firma Wolfers Frères bei 12.500 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR), ein stilgleicher, aber verspielterer Tafelaufsatz in Form einer großen Dose mit Faltenzügen und Früchteknauf der Bremer Firma Wilkens & Söhne von 1924 bei 6.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) oder Henning Koppels dann wieder reduzierte Fußschale „Wave Bowl“ von 1948 bei 10.000 Euro, die bei Georg Jensen in Kopenhagen erst 1992 geschmiedet wurde (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR).
Überzeugender Auftritt aus Mainz
Lag die losbezogene Verkaufsrate für das Silbersegment bei hohen 78 Prozent, drückten die anderen Sparten das Gesamtergebnis der Auktion auf knapp 60 Prozent. Spitzenobjekt bei den Möbeln war der qualitätvoll gearbeitete Mainzer Cantourgen des späten Rokoko mit einer feinen Nuss- und Nussmasermarketerie aus Rauten und Diamantfeldern und vergoldeten Messingbeschlägen, der in der Fachliteratur beschrieben ist und die unteren erwarteten 60.000 Euro einspielte. Auf selber Stilstufe stand Léonard Boudins geschmackvolles Bureau plat der 1760er Jahre aus Rosenholz und Palisander, das am Ende des Bieterwettstreits 16.000 Euro erzielte (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Für einen Eichenschrank des Rokoko, der im Maasgebiet oder in Luxemburg mit vier allegorischen Szenen auf die Tageszeiten verziert wurde, verharrten die Gebote bei 7.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), bei einem Beistelltisch aus rotbraunem Kirschholz, in dessen Platte Abraham Roentgen um 1745 beinahe minimalistisch versilbertes Messing eingelegt hat, bei 9.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).
Ansonsten zeigten sich die Käufer in der Möbelabteilung recht zurückhaltend und ließen unter anderem eine reich mit schmiedeeisernen Bändern beschlagene spätgotische Truhe aus dem westfälischen oder rheinländischen Raum um 1500 (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), ein Tischkabinett aus Augsburg oder Tirol mit manieristischen Architekturlandschaften vom Ende des 16. Jahrhunderts (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), einen Frankfurter Nasenschrank aus der Mitte des 18. Jahrhundert (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR), eine kleine vergoldete Konsole mit einer schwarzen Marmorplatte, die um 1715/25 im Stil Josef Effners in den Münchner Hofwerkstätten gefertigt wurde (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder einen voluminösen Mahagoni-Schreibschrank mit Faltkuppel links liegen, den laut Inschrift ein gewisser Leopold Krah 1825/26 in Leipzig als sein Meistermöbel fertigte (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch bei den französischen Möbeln tat sich wenig. So mussten etwa sechs Stühlen von Pierre Nogaret mit Tapisseriebezügen nach Fabelmotiven La Fontaines aus der Manufacture royale d’Aubusson bei 8.000 bis 10.000 Euro oder eine ausladende, Nicolas Heurtaut zugeschriebene Bergère bei 3.000 bis 4.000 Euro wieder ihre Heimreise antreten.
Das Bild der Hausfrau
Bei einem französischen floralen Korblüster aus der Mitte des 18. Jahrhundert mit grünem Blattwerk aus Eisenblech und weißen Porzellanblüten wohl aus Vincennes schlug dann die Kauflust der Sammler bei 16.000 Euro zum Doppelten der Schätzung wieder zu. Einige Kunstkammerstücke setzten gleichfalls stimulierende Gebote frei, darunter ein aus Obstholz geschnitztes, auf das Jahr 1527 datiertes Porträtmedaillon einer gewissen Hausfrau Ursula Ligsalcz, Friedrich Hagenauer zugeschrieben, bei 4.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), eine um 1700 gefertigte Flasche in Façon de Venise aus farblosem Glas mit weißer diagonaler Fadeneinlage bei 9.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) oder ein sizilianisches Vortragekreuz mit einem aus Elfenbein dramatisch geschnitzten und teils farbig gefassten Corpus Christi von 1775 bei 16.000 Euro (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Ihre Erwartungen erreichten eine Commessoplatte mit einer Architekturlandschaft aus bunten Steinen aus dem Atelier von Cosimo Castrucci um 1600 bei 8.000 Euro, ein Necessaire des 18. Jahrhunderts aus Trapani mit Korallenapplikationen bei 1.600 Euro oder Elfenbeinschnitzereien, für die die nordfranzösische Stadt Dieppe berühmt war, so eine Tabakreibe mit der Darstellung von Amor und Flora um 1770/80 bei 2.400 Euro oder ein etwa gleichaltriges rundes Relief mit der Selbsttötung von Marcus Antonius und Kleopatra bei 2.600 Euro.
Für ein römischen Mikromosaikbild mit der Ansicht des Forum Romanum samt bildungsbürgerlicher Familie aus der Mitte des 19. Jahrhunderts war dann kein Geld mehr vorhanden (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR), ebenso für ein Kerzenleuchterpaar mit Emailschäften aus Limoges um 1570/80 in späteren Bronzefassungen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Für die Büste der portugiesischen, streng blickenden Königin Dona Carlota Joaquina de Bourbon e Bragança, die Carlo Amatucci im Jahr 1806 aus weißem Marmor haute, blieben wenigstens 12.000 Euro übrig (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Mehr Glück hatte der belgische Bildhauer Philippe Wolfers mit seinem Bronzeakt der Flora als Sinnbild für den Frühling. Die im exaltierten Schreitmodus gegossene Statuette kletterte von 3.000 Euro auf 9.500 Euro. Das detailreiche Modell einer Fregatte, die während der Napoleonischen Kriege in englischen Gefangenenlagern aus Abfallknochen von Schafen und Rindern gefertigt wurde, was den Inhaftierten ein kleines Einkommen ermöglichte, blieb ebenfalls nicht unentdeckt und konnte 31.000 Euro auf sich vereinen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR).
Wenig Interesse an Keramik und Porzellan
Bei der Keramiksektion, für die Lempertz wie beim Porzellan diesmal nur einen Onlinekatalog produziert hatte, rutschte die losbezogene Zuschlagsquote auf nicht allzu erfreuliche 42 Prozent ab. Das Publikum verschmähte etwa einen kleinen Birnkrug mit einer Flusslandschaft in Sepiacamaieu mit zwei Wanderern, gerahmt von einem blauen Band, Akanthusranken und Blumen, der dem Nürnberger Hausmaler Abraham Helmhack um 1700 zugewiesen wird (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), oder einen gleichaltrigen Walzenkrug mit einer Königin samt Zepter und Hermelinmantel eines unbekannten süddeutschen Hausmalers (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Auch für einen seltenen Künersberger Fassreiter um 1750 konnte es sich bei einer Erwartung von 15.000 bis 20.000 Euro nicht begeistern. Dafür langte es bei den Schaugerichten kräftig zu: Schon die Platte mit Weinlaub, Traubendolden und einem Salamander, die in der Fayencemanufaktur Holitsch entstanden sein soll, platzierte sich bei 1.700 Euro über den Preisvorgaben; dann folgten ein Teller mit Feigen und Birnen aus dem spanischen Alcora von 1764/68 für 3.600 Euro, ein Schaugericht mit grünen Oliven wohl aus dem französischen Meillonnas für 3.200 Euro (Taxe je 2.000 bis 3.000 EUR) und vor allem das seltene Paar Orangendosen aus der Straßburger Manufaktur von Paul Anton Hannong, das von 6.000 Euro auf 11.000 gehoben wurde.
Auch aus dem übrigen Angebot pickten sich die Interessenten ihre Lieblingsstücke genau heraus und mieden beispielsweise eine Majolikaschüssel mit Groteskendekor aus dem Atelier der Patanazzi in Urbino um 1600, die ein zentrales Medaillon mit einem Lorbeerkränze haltenden Amor ziert (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR), nahmen dafür aber die barocke Coppa mit einer Familie im Garten und ihr Pendant mit dem Motiv des Dornausziehers um 1700, hinter denen die Grue-Werkstatt in Castelli in den Abruzzen, namentlich Carlo Antonio Grue oder Francesco Grue, vermutet werden, für jeweils taxgerechte 7.000 Euro mit. Ansonsten fanden die beiden braunen Bartmannkrüge des 16. Jahrhunderts aus Frechen bei Köln bei 2.800 Euro und 3.000 Euro ihre Bewunderer (Taxe je 1.000 bis 1.500 EUR), gleichfalls der Creußener Apostelkrug im bunten Emaildekor von 1692 bei 5.500 Euro (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR), die Terrine mit Blumenmalerei und plastischem Fisch- und Hummerknauf der Manufaktur Veuve Perrin aus Marseille um 1765/70 bei 4.000 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR) oder die dreizehn Fayencefliesen in Blaudekor, die wahrscheinlich in der Rotterdam Fayencewerkstatt De Bloempot für das Schloss Falkenlust des Kölner Kurfürsten Clemens August in Brühl entstanden und nun 8.000 Euro erwirtschafteten (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).
In dieser Preisregion war beim abschließenden Porzellan dann schon Schluss. Alle höherwertigen Stücke der Meißner Manufaktur fanden keinen Abnehmer, so die Teekanne mit Deckel um 1710/15 nach einem Modell wohl von Johann Jakob Irminger in rotbraunem Böttgersteinzeug (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR), ein weißes Vasenpaar der 1730er Jahre in Flötenform mit chinoisem Reliefdekor (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), die Sakeflasche samt Deckel mit farbiger Kakiemonmalerei (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) oder die Vase in „gu“-Form mit indianischen Blumen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Über 9.000 Euro ging es nicht hinaus. Die kamen für eine gelbgrundierte Vase samt drei Reserven mit Kakiemondekoren zusammen, deren Modell ursprünglich 1730 für August den Starken ausgearbeitet wurde. Da sie aber ganz gut auch ins Art Déco passt, wurde sie im frühen 20. Jahrhundert in Meißen in leicht adaptierter Form nochmals aufgelegt (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Daran schlossen sich bei 8.000 Euro fünf Teile eines Services mit Dresdner Gemäldekopien um 1775/80 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), bei 7.000 Euro ein Tête à Tête in Empire-Formen mit sächsischen Veduten nach 1814 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und bei 6.000 Euro eine Tabatiere um 1763 mit dem allegorischen Triumph einer Regentin an. Wenn man den Deckel aufklappt, weiß man, wer gemeint ist: die sächsische Kurfürstin, Allround-Künstlerin und Mäzenin Maria Antonia Walpurgis (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. |