Koekkoek-Haus in Kleve mit Zuwachs wiedereröffnet  |  | Barend Cornelis Koekkoek, Große Waldlandschaft, 1839 | |
Zur Wiedereröffnung am vergangenen Sonntag hat das B.C. Koekkoek-Haus in Kleve zwei neue Gemälde seines Namensgebers erhalten. Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Ernst von Siemens Kunststiftung, des Landes Nordrhein-Westfalen, der Kunststiftung NRW sowie weiterer zahlreicher Spender konnte der Freundeskreis des Museums zwei Hauptwerke des in Kleve tätigen Barend Cornelis Koekkoek aus Privatbesitz erwerben. Dabei handelt es sich um großformatige Waldlandschaften aus den Jahren 1834 und 1839, die exemplarisch für die Beschäftigung des 1803 geborenen niederländischen Künstlers mit der Natur, seine durchdachte Bildkomposition und die bis ins Detail fein ausgeführte Malweise stehen. Beide Gemälde waren im 19. Jahrhundert Teil der Sammlung des niederländischen Königshauses; vor allem König Willem II. förderte den aus Middelburg stammenden Maler, der sich 1834 in Kleve niederließ, hier 1841 eine private Zeichenakademie gründete und somit zum Begründer der sogenannten „Klever Romantik“ wurde.
Zweieinhalb Jahre lang wurde das Museum saniert und mit der Beseitigung von Barrieren, neuen Alarm- und Brandschutzanlagen und einem Shop für einen modernen Museumsbetrieb optimiert. Es residiert im 1848 errichteten Wohnhaus von Koekkoek, das als eines von wenigen die Zerstörung der Klever Innenstadt im Zweiten Weltkrieg mit nur geringen Beschädigungen überstand und zu den bedeutendsten Künstlerhäusern des 19. Jahrhunderts in Deutschland zählt. Barend Cornelis Koekkoek konnte sich dieses großzügige Stadtpalais, in dem er auch sein Atelier und die Zeichenakademie unterbrachte, spielend leisten; erzielten doch seine Landschaftsgemälde zu Lebzeiten Höchstpreise auf dem europäischen Kunstmarkt. Neben den niederländischen Königen gehörten etwa noch Friedrich Wilhelm IV. von Preußen oder der russische Zar Alexander II. zu seinen Auftraggebern. Auch heute noch erwirtschaften seine stimmungsvollen Landschaften auf Auktionen Preise bis zu mittleren sechsstelligen Werten. Die Neuerwerbung der beiden Gemälde gilt als bedeutendste Sammlungserweiterung seit der Museumsgründung im Jahr 1960. In Deutschland gibt es keine vergleichbaren Waldlandschaften von Barend Cornelis Koekkoek in Museumssammlungen.
Das B.C. Koekkoek-Haus hat täglich außer montags von 14 bis 17 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 7 Euro, ermäßigt 4 Euro und ist bis zum 7. September für alle kostenlos.
Stiftung B.C. Koekkoek-Haus
Koekkoekplatz 1
D-47533 Kleve
Telefon: +49 (0)2821 – 76 88 33 |