Noemi Y. Molitor mit Kritikerpreis ausgezeichnet Noemi Y. Molitor erhält in diesem Jahr den ADKV-Art Cologne Preis für Kunstkritik. Die fünfköpfige Jury hat sich einstimmig für die 1981 geborene Journalistin und Künstlerin als Trägerin der mit 5.000 Euro dotierten Auszeichnung entschieden, weil „ihre Themenvielfalt, ihre multiperspektivische Reflexion unterschiedlicher Kunstsparten und Kontexte sowie ihre abwechslungsreiche Form der Ausdrucksmittel überzeugten“. Molitor, die unter anderem Redakteurin bei der TAZ für Kunst in Berlin ist, sei eine wichtige eigenständige und prägende Stimme der deutschsprachigen Kunstkritik. Ihre Texte vereinten präzise formale Analyse, kulturwissenschaftliche Tiefenschärfe und ein ausgeprägtes Gespür für politische Kontexte, heißt es in der Begründung.
Die Jury führte weiter aus: „Diese Verbindung werde durch eine seltene Mehrfachqualifikation möglich: Molitor promovierte am Department of Women’s, Gender, and Sexuality Studies der Emory University (USA) und arbeitet parallel zu ihrer Autorinnentätigkeit als bildende Künstlerin in den Bereichen Malerei, Installation und Comic. Dadurch hat Noemi Molitor gleichermaßen Einblick in die Produktions-, Rezeptions- und Diskursebenen und führt diese unterschiedlichen Perspektiven stringent zusammen. Durch klare Sprache und vielseitige Ansätze – von feministischer Theorie bis zu postkolonialen und queeren Perspektiven – öffnet sie komplexe Themen für ein breites Publikum und positioniert Kunst kritisch im gesellschaftlichen Kontext.“
Seit 1999 wird der Preis durch die Arbeitsgemeinschaft Deutscher Kunstvereine (ADKV) ausgelobt und seit 2006 in Kooperation mit der Kölner Kunstmesse Art Cologne vergeben. Er würdigt das Engagement frei arbeitender Kunstkritiker*innen, die sich in der Fach- und Tagespresse oder in anderen Medien mit zeitgenössischer Kunst und ihrem sozialen Kontext auseinandersetzen. Die Auszeichnung ging unter anderem bisher an Hans-Christian Dany, Renate Puvogel, Raimar Stange, Catrin Lorch, Rudolf Schmitz, Kolja Reichert, Astrid Mania, Stefan Kobel, Radek Krolczyk, Magdalena Kröner, Oliver Koerner von Gustorf und zuletzt an Martin Conrads. |