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Roger Melis in Dresden

Roger Melis, Manfred Krug, Berlin 1977

Das Leonhardi-Museum in Dresden widmet dem Fotografen Roger Melis eine Retrospektive und präsentiert 127 Fotografien aus vier Jahrzehnten, die einen Querschnitt durch das Portraitwerk und die Reportagearbeiten des 1940 geborenen Künstlers geben. Im Fokus der Schau stehen die Bildnisse von Schriftstellern und bildenden Künstlern, mit denen Roger Melis das visuelle Gedächtnis der ostdeutschen Kultur geprägt hat. Kurator Mathias Bertram ergänzt sie mit seinen Bildern der Menschen in der DDR und ihren Lebens- und Arbeitsbedingungen in Stadt und Land. Zu den bekanntesten Bildnissen gehören Fotos wie die erschöpfte Anna Seghers, Wolf Biermann auf der Weidendammer Brücke oder Sarah Kirsch auf ihren Ausreisekisten. In zeitlicher Anordnung vergegenwärtigen sie in der Schau das bewegte geistige Leben der ostdeutschen Szene von den frühen 1960er Jahren bis hin zur subkulturellen Aufbruchsbewegung der späten 1980er Jahre.

Roger Melis wuchs im Haushalt des Dichters Peter Huchel im Berliner Westen auf, ab 1952 in Wilhelmshorst bei Potsdam. 1960 schloss er seine Lehre als Fotograf ab und fuhr zunächst sechs Monate lang zur See. Von 1962 bis 1968 arbeitete er als wissenschaftlicher Fotograf an der Berliner Charité. Dem Sujet der Portraitfotografie von Künstlerinnen und Künstlern widmete sich Melis seit 1962. Ein Jahr später deckte er Reportagen ab und widmete sich ab 1968 auch der Modefotografie etwa für die DDR-Zeitschrift „Sibylle“. Im selben Jahr wurde Melis Mitglied im Verband Bildender Künstler und erhielt die Zulassung als freiberuflicher Fotograf.

Als Bildreporter und als Flaneur bereiste Roger Melis drei Jahrzehnte lang von Berlin aus die DDR. Er selbst erklärte, dass er das Land unter der Herrschaft der SED oft als still und erstarrt empfand. In seinen atmosphärisch dichten, oft symbolhaften Fotografien dokumentierte er die Menschen. Neben eindringlichen Porträts von Kindern, Jugendlichen, Handwerkern, Industrie-, Land- und Forstarbeitern nehmen dabei die frühen Aufnahmen aus Dresden und Meißen einen besonderen Platz in dieser Ausstellung ein. So wirkt die in Nebel gehüllte Dresdner Hofkirche auf einer Aufnahme von 1966 geradezu märchenhaft; in starkem Kontrast hierzu stehen Arbeiter mit ihrem heißen Ofen, der Teer für die Pflasterung erhitzt.

Gemeinsam mit Arno Fischer, Sibylle Bergemann und anderen gründete Melis 1969 die Fotogruppe Direkt. In den folgenden Jahren konzentrierte er sich auf seine Arbeit als Porträt-, Reportage- und Modefotograf für Medien wie die „Neue Berliner Illustrierte“, die „Wochenpost“, „Die Zeit“, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und verschiedene Verlage in Ost und West. 1977 lichtete er den jungen Schauspieler Manfred Krug in Berlin mit einer Zigarette ab, wie er konzentriert in die Kamera blickt. Roger Melis war Mitinitiator und seit 1981 Vorsitzender der Zentralen Arbeitsgruppe Fotografe im Verband Bildender Künstler. Als er gemeinsam mit dem Schriftsteller Erich Loest einen Beitrag in der Zeitschrift GEO veröffentlichte, wurde ihm 1983 eine sechsjährige Auftragssperre für die DDR-Presse auferlegt. Melis wandte sich daher vermehrt Buch- und Ausstellungsprojekten zu. Zudem unterrichtete er von 1978 bis 1990 an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, von 1993 bis 2006 war er Lehrer für Fotografie beim Lette-Verein in Berlin. Roger Melis starb früh 2009 in Berlin.

Die Ausstellung „Roger Melis. Fotografie“ läuft bis zum 4. Januar 2026. Das Leonhardi-Museum hat dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, freitags außer an Feiertagen ist er frei. Ein Katalog für 25 Euro begleitet die Schau.

Leonhardi-Museum Dresden
Grundstraße 26
D-01326 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 268 35 13


07.10.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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