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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Winterthur feiert 100 Jahre Neue Sachlichkeit

in der Ausstellung „Reflexionen aus dem beständigen Leben. Niklaus Stoecklin, Liselotte Moser, Louisa Gagliardi“

Das Kunstmuseum Winterthur präsentiert zum 100jährigen Jubiläum der Neuen Sachlichkeit in der Schau „Reflexionen aus dem beständigen Leben“ drei Schweizer Künstler*innen, denen ein klarer Blick auf die Welt und eine scheinbar distanziert nüchterne Darstellungsweise eigen ist: Niklaus Stoecklin (1896-1982), Liselotte Moser (1906-1983) und die 1989 geborene Louisa Gagliardi. Das Kuratorenduo Andrea Lutz und David Schmidhauser greift bei dem Ausstellungstitel auf Theodor W. Adornos Schrift „Minima Moralia“ und den Untertitel „Reflexionen aus dem beschädigten Leben“ zurück und sieht in dessen Auseinandersetzung mit den Bedingungen des Menschseins im 20. Jahrhundert das verbindende Element zum Schaffen der drei Künstlerpersönlichkeiten. Damit wollen Lutz und Schmidhauser in Winterthur zum Nachdenken über die Malerei im 20. Jahrhundert, die sie als eine Reflexion über Realitäten und Realismen begreifen, und ihre Veränderungen anregen.

In der legendären, 1925 von Gustav Friedrich Hartlaub organisierten Initialschau „Neue Sachlichkeit“ der Kunsthalle Mannheim war Niklaus Stoecklin der einzige nicht-deutsche Repräsentant. Der Baseler Maler zählte zu den Wegbereitern und Protagonisten der Strömung und sorgte mit seinen Bildern damals für Furore, da er den Expressionismus hinter sich ließ und vom Kubismus inspiriert zu einer neuen Deutlichkeit und Klarheit des Ausdrucks fand. Mit seinen frühen Hauptwerken der „Casa rossa“ von 1918 und der „Vorstellung“ von 1920/21 ebnete er den Weg für eine Kunstrichtung, die sich an den Alten Meistern der Gotik orientierte und daraus eine neue Bildsprache erschloss. Nach den Verwerfungen des Ersten Weltkriegs bot sie in den 1920er Jahren vordergründig Halt und Orientierung. Denn manchen von Stoecklins Arbeiten wohnt eine gewisse Rätselhaftigkeit, bisweilen etwas Surreales inne. Deutlich wird dies an der voyeurhaften, symbolgeladenen Szene „Vorstellung“, in der ein Mann durch ein Loch in der Häuserwand in das geöffnete Schlafzimmer mit einer weiblichen Schönheit im Bett blickt.

Im Kontrast hierzu steht die in Luzern geborene und eher unbekannte Künstlerin Liselotte Moser, die hier vorgestellt werden will. Moser siedelte mit zwanzig Jahren in die USA um, wo ihre Mutter Adèle Coulin Weibel als Kuratorin der Textilabteilung des Detroit Institute of Arts tätig war. Ihren eigenen Stil erarbeitete sie sich zwischen Neuer Sachlichkeit und dem späteren Amerikanischen Realismus. Die durch Kinderlähmung eingeschränkte Mobilität der Malerin führte zu einer sachlichen Beobachtung ihrer Umgebung. Typische Motive ihrer oft mit subtiler Gesellschaftskritik versehenen Werke sind Stillleben, Selbstportraits und Blicke aus dem Fenster. Auch bei Moser sind subtile Zwischentöne zu vernehmen, die ihren Gemälden eine existentielle Tiefe verleihen.

Ergänzt werden diese beiden Positionen durch zeitgenössischen Beiträge der aus dem Wallis stammenden Louisa Gagliardi, die die historischen Werke reflektiert und in die Gegenwart überführt. Sie widmet sich gesellschaftlichen Fragen, Sujets des alltäglichen Lebens und der Reflexion darüber. Dabei arbeitet Gagliardi weniger mit Pinsel und Leinwand als mit dem Bildschirm: Sie scannt ihre Skizzen, zeichnet sie digital nach, erstellt mit Photoshop ein Bild, druckt es auf PVC und veredelt es mit Gel, Glitter oder Lack. Damit lotet Gagliardi die Grenzen und Möglichkeiten der Malerei aus und steht trotz der zeitgenössischen Arbeitsweise in der Tradition einer figurativen Kunst. Gleichzeitig spielt sie auf generelle, aktuell virulente Fragen an, die mit Bildproduktion, Digitalisierung, Wahrheit und Fake zu tun haben.

Die Ausstellung „Reflexionen aus dem beständigen Leben. Niklaus Stoecklin, Liselotte Moser, Louisa Gagliardi“ läuft bis zum 8. Februar 2026. Das Kunstmuseum Winterthur – Reinhardt am Stadtgarten hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 18 Franken, ermäßigt 15 Franken oder 9 Franken. Der Katalog kostet 39 Franken, seine Vorzugsausgabe mit „signature move“ von Louisa Gagliardi 100 Franken.

Kunstmuseum Winterthur – Reinhardt am Stadtgarten
Stadthausstrasse 6
CH-8400 Winterthur
Telefon: +41 (0)52 – 267 51 62


07.10.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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