 |  | Kopie der Büste der Nofretete, Staatliche Gipsformerei Berlin, 1931 | |
Nofretete ist durch die einäugige Büste des Ägyptischen Museums in Berlin eine der faszinierendsten Gestalten der Pharaonen-Zeit. Es heißt, dass die schöne Frau Echnatons unter dem Thronnamen Semenchkare mitregierte und sogar nach dem Tod des Pharao allein herrschte. Die kluge und geheimnisvolle Frau ist nun in einer frühen Antikenkopie der Büste der Nofretete zu haben, die die Staatliche Gipsformerei Berlin 1931 nach einem zehn Jahre älteren Modell von Tina Haim-Wentscher anfertigte. In der Auktion „Works of Art & Art Nouveau“ bei Van Ham geht das Double der ägyptischen Regentin mit 15.000 bis 25.000 Euro zwar nicht als teuerstes Werk ins Rennen, sicherlich aber als eines der schönsten. Sie lädt dazu ein, darüber nachzudenken, was wohl die Pharaonin des 14. Jahrhunderts vor Christus vom Toplos der Gemäldeauktion bei den Kölner Versteigerer halten würde: Die „Paradieslandschaft mit Einzug der Tiere in die Arche Noah“ von Jan Breughel d.J. Die auf Holz gemalte Tafel von 1665 zeigt den etwa 950 Jahre alten Patriarchen, wie er gerade Schafe und Ziegen vor sich hertreibt. Breughel berief sich dabei auf eine Vorlage seines Vaters und nutzte wie er das Thema, um Flora und Fauna wiederzugeben. So sieht man Tiere fast aller Kontinente, Löwen, Truthähne, Strauße, Papageien, Stachelschweine, Schildkröten wie auch Pferde, Kamele und Leoparden zur Arche ziehen. Das betont querformatige Werk präsentiert für 70.000 bis 120.000 Euro die Breite der Schöpfung, und es mag sein, dass Nofretete sich eher für die grüne saftige Landschaft mit den dichten Laubbäumen interessiert haben könnte.
Unter den Alten Meistern, die Van Ham am 21. November auf sein Programm gesetzt hat, finden sich zu Beginn mehrere Druckwerke von Albrecht Dürer, etwa aus der „Apokalypse“ für bis zu 10.000 Euro, und ein paar mittelalterliche Skulpturen aus Holz, wie die heilige Margaretha mit Drachen in einer farbigen Fassung aus Österreich um 1360/65 (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Die Kunst des Seestücks zelebriert wohl Cornelis Verbeeck mit zwei Dreimastern und mehreren Booten, die sanft auf dem olivgrünen Meer dahinschippern. Gekonnt hat der Haarlemer den titelgebenden „Salutschuss“ als Rauchwolken mit hellem Kern ausgearbeitet (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR). Herman Saftleven d.J. lässt wieder einmal eine ideale Rheinlandschaft mit Booten am Ufer und einem ruinösen Haus am Hang aufleben (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Einer der bekanntesten Vertreter des Goldenen Zeitalters ist der Stilllebenmaler Cornelis de Heem. Meisterhaft weiß er den samtig saftigen Pfirsich in Kontrast zu den Ästen und Blättern von Aprikosen und Weintrauben zu setzen. Die klaren Wassertropfen glänzen mit den geradezu poliert wirkenden weißen Trauben und bobonhaften Kirschen um die Wette, die Heem in diesem um 1660 geschaffenen kleinen Obstarrangement vor dunklem Grund auf einer steinernen Tischplatte mit edlem grünen Tuch drapiert hat (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Deutlich günstiger liegt mit 3.000 bis 6.000 Euro Joris van Sons dichtes „Stillleben mit Blumen, Granatapfel und Pfirsichen“ von etwa 1660.
Die Sanfte und die Zornige
20.000 bis 40.000 Euro soll man in eine innige Darstellung des Johannesknaben mit dem Lamm von Pietro Novelli investieren. Bei den religiösen Sujets wartet zudem ein für Sassoferrato typisches Werk der betenden Jungfrau in kleinerem Format auf. Als „Pictor Vigorum“ versteht es Giovanni Battista Salvi, die junge, in Weiß und Blau gewandete Maria ganz in ihr Gebet vertieft vor dunklem Grund zu verewigen. Diese fein nuancierte Arbeit lädt den Käufer bei 15.000 bis 25.000 Euro zur stillen Kontemplation und Andacht ein. Weniger andächtig, allerdings durchaus nachdenklich malte Luca Giordano recht summarisch das „Bildnis eines Philosophen“, der ein Buch gegen seine Brust drückt (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Recht energisch, fast ein wenig zornig lässt Francesco Solimena die heilige Maria Magdalena als Büßerin auf einen Totenkopf in ihren Händen blicken. Man könnte meinen, sie fühle sich in dieser Rolle gar nicht wohl (Taxe 7.000 bis 12.000 EUR). Einen Vorblick auf das Weihnachtsfest gewährt Adriaen Pietersz van de Venne mit seiner feinen, in Grisaille gemalten „Anbetung der Könige“ (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR).
Ein jeder Kulturreisender des 19. Jahrhunderts besuchte für seine „Grand Tour“ die Ewige Stadt. Rom war auch für Maler ein Magnet, so etwa für den Schweizer Johann Jakob Frey, der seit den 1830er Jahren dort lebte und das altehrwürdige „Forum Romanum“ 1859 in der Abendsonne mit dramatisch langen Schatten vor azurblauem Himmel präzise wiedergab (Taxe 30.000 40.000 EUR). Deutlich dramatischer geht es in Oswald Achenbachs „Ausbruchs des Vesuvs“ zu. 1890 malte der Düsseldorfer den unweit von Neapel gelegenen Vulkan zusammen mit einer Straßenszene. Der Heilige am seitlichen Schrein mag wohl San Gennaro, der Schutzpatron Neapels, sein, den die Frauen um Hilfe bitten, während der Vesuv erbost rot aufflammt und weiße Rauchwolkenberge in den Himmel spuckt (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Ruhiger schweift da Achenbachs ein Jahr früher geschaffener Blick von der „Mittleren Rheinbrücke“ auf das Basler Münster (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Das wunderschöne Prag hielt Jaroslav Šetelík in Blaunuancen des frühen Morgens fest. Das noch fahlgelbe Sonnenlicht beleuchtet die Karlsbrücke, hinter der sich die Kleinseite samt Hradschin in den Himmel erhebt (Taxe 3.000 bis 6.000 EUR).
Frauenpower
Eigens durch violetten Fond hervorgehoben, betont Van Ham im Katalog die Malerinnen des 19. Jahrhunderts, die vor allem für Stillleben verantwortlich sind. Hier trifft etwa Antonie Volkmar mit ihrem 1866 gemalten, anrührenden Genrebild „Italienerin mit ihren beiden Kindern“ (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) auf das schlichte Blumenarrangement aus weißen Pfingstrosen von Margaretha Roosenboom (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR) oder Amalie Kärchers 1852 detailreich ausgearbeitete, herbstliche „Früchte und Blumen in einer Silberschale“ samt Tagpfauenauge (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR) auf Emilie Preyers „Früchtestillleben“ mit Trauben, Zwetschgen, Aprikosen und Haselnüssen auf einer weißen Damasttischdecke (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder auf Mathilde Wurls unspektakuläre „Märkische Seenlandschaft“ unter bewölktem Himmel (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR).
Preislich reichen die Malerinnen aber noch nicht ganz an Henri Fantin-Latours duftig gemaltes Blumenstillleben von 1861 heran, das wohl am ehesten mit weißen Dahlien und violetten Levkojen in einer Bechervase bestückt ist und 40.000 bis 60.000 Euro erzielen soll. Impressionistisch wird es auch bei mehreren Werken von Otto Ubbelohde, etwa einer Wolkenstudie für 5.000 bis 10.000 Euro oder seinem herbstlichen Garten in Goßfelden von 1917 für 4.000 bis 8.000 Euro, Robert Hermann Sterls gleich hoch bewerteter „Mäherin“ beim Sensen des Getreides oder Otto Dills Observierung zweier Tiger in einer exotischen Waldlandschaft von 1920 für 8.000 bis 10.000 Euro. Achille Laugé hat seine hell strahlende, sonnige Frühlingslandschaft 1909 dann schon aus pointillistischen Farbtupfen aufgebaut (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR).
Erotischer Zweikampf
Constant Le Breton widmet sich in dem Interieurausschnitt „La poupée Japonaise“ einer hübschen Wasserträgerin in einem aufwändigen gelben und blauen Gewand mit Blumen und konischer Mütze. Das schwarze Haar rahmt das betont weiße Gesicht, und es wirkt so, als wollte der Maler der Puppe eine weiße Chrysantheme opfern (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR). Zum Schmunzeln regen einige Gemälde an, etwa Johann Baptist Pflugs liebevoll, aber auch recht sonderbar geschilderte Personen „Im Wirtshaus“ von 1846 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) oder Aimé Stevens’ feine Abendgesellschaft. „The Steep Bill“ lässt den Herren im braunen Anzug wohl etwas schlucken, so dass er die Liebkosung einer schwarzen Katze zu seinen Füßen gar nicht bemerkt, während seine junge Begleiterin mit beeindruckendem Wagenradhut samt grünen Straußenfedern scheinbar überrascht den Bildbetrachter anblickt (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR). Leo Putz wird eine Ölstudie für sein 1904 in der Zeitschrift „Jugend“ publiziertes Gemälde eines „Schneckenkampfes“ zugeschrieben. Das eigenwillige Werk beschreibt das surreale erotische Ringen zwischen vermenschlichten weiblichen und männlichen Schneckenwesen (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).
Fernab von einem Kampfgeschehen zeigt Franz Roubaud 1916 ein „Reiterheer der Tscherkessen bei der Querung des Flusslaufs“ und kreiert wieder einmal eine exotische Stimmung mit den lanzentragenden Reitern unter ihren Turbanen und einem singenden Barden, der die entspannte Atmosphäre dieser sommerlichen Szene greifbar werden lässt (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR). Thematisch etwas ungewohnt sind Roubauds Fischer beim Einholen ihres Fangs an der Schwarzmeerküste und daher auch etwas niedriger mit 30.000 bis 40.000 Euro angesetzt. Etwas eigenwillig ist der Brauch der „Bonifatiuseiche“, die Fritz von Wille 1890 malte. Zur Erinnerung an den Heiligen fällten Gläubige einen alten Baum und stellen ein Holzkreuz in den zurück gebliebenen Stamm, um den Heiden die Ohnmacht der heidnischen Götter zu beweisen (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR). Ein Nebelidyll mit orangegoldenem Licht erwartet Interessierte in Willy Müller-Lückendorfs „Hochwald in der Südlausitz“ mit herbstlich verfärbten Laubbäumen und einem dunklen Meer der immergrünen Nadelbäume in einer sanft gewellten Hügellandschaft (Taxe 5.000 bis 10.000 EUR).
Bei den Skulpturen ragt die nach 1905 in Bronze mit schwarzer Patina gegossene „Reitende Amazone“ Franz von Stucks heraus. Das bekannte Motiv der wild entschlossenen Kämpferin mit erhobenem Speer, dem hier leider die Spitze fehlt, soll marktgerechte 25.000 bis 35.000 Euro erwirtschaften. Gemütlicher reitet Rudolf Kaesbachs Amazone auf ihrem Bronzepferd und hat keck den Halter ihres Gewands von der Schulter gleiten lassen (Taxe 1.500 bis 3.000 EUR). Erotik spielt auch in Artur Volkmanns braunem Relief einer weiteren Amazone, die eben ihr Ross zur Tränke begleitet, eine tragende Rolle (Taxe 4.000 bis 8.000 EUR). Zwischen Historismus, Symbolismus, Jugendstil und beginnender Moderne sind weitere ansprechende Bronzeplastiken angesiedelt, darunter Ernst Segers nacktes „Liebespaar“, bei dem der Mann kniend die stehende Frau eng an sich drückt (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR), oder Constantin Meuniers ebenfalls als Aktgruppe ausgearbeitetes biblisches Gleichnis von der Heimkehr des „Fils de Prodigue“ aus dem Jahr 1895 (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR).
Zweitverwertung von Geld
Beim Kunsthandwerk, das Van Ham bereits am 20. November aufruft, führt ein prächtiger und außergewöhnlich großer Münzdeckelbecher mit 20.000 bis 30.000 Euro die Preisliste an. 1686 in Berlin von Hans Heinrich von der Heyde in Silber gearbeitet, zählt der Becher auf seiner konische Wandung und dem Deckel samt Knauf über hundert Münzen, darunter acht 3-Groschen mit dem Konterfei Albert de Brandenburgs von 1545 oder einen großen Guldiner Silbertaler Erzherzogs Sigismund von Tirol aus dem Jahr 1486, die jeweils mit Blattornamenten verbunden sind, die wiederum in manieristischer Art Maskarons ausbilden. Weniger stark mit Groschen überzogen und auf das Jahr 1742 datiert ist ein silberner Münzdeckelbecher von Johann Christian Lieberkühn d.J. aus Berlin (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ebenfalls in Berlin entstand in dieser Zeit ein kleinerer Münzbecher, den Johann Bernhard Müller ohne Deckel ausstattete (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).
Bleibt man im Rokoko, wechselt aber zur feuervergoldeter Bronzezier hält der Katalog eine kleine Tischuhr bereit. Um 1760 fertigte sie Martin Merkel in Bamberg als sein Meisterstück, stellte den rechteckigen Korpus mit kartuschenartigem Schirm auf kleine Konsolfüße, verzierte sie mit Rocaillen und Muschelornamenten, die sich um das emaillierte Ziffernblatt schmiegen, und brachte im Giebel zur einfachen Handhabung eine Schlagabstellung an (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Für das Rokoko steht zudem ein Paar Wandkonsolen aus dem nahen Bayreuth, die in ihrem filigranen, grün und blau gefassten Schnitzwerk einige rosafarbene Blüten tragen (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Einen hübschen silber-blauen Streifendekor samt russischem Doppeladler hat sich August Wilhelm Holmström für ein rechteckiges Zigarettenetui von Fabergé in den 1890er Jahren ausgedacht (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).
Ein Werkzeug zum Anschauen
Aus stabilem Eisen hat sich eine Nürnberger Kassette der Zeit um 1520/40 erhalten. Genietete Bänder rahmen den rechteckigen, mit zwei Griffe an den Seiten ausgestatteten Korpus, den Blatt- und Blumenranken teils mit Köpfen überziehen. Das mittige Schloss ist nur scheinbar funktionstüchtig; zum Schließen dienen ein Vorhängeschloss und der eigentliche Mechanismus auf dem Deckel, der unter einer Abdeckung versteckt ist und beim Öffnen das aufwändig geätzte Schloss mit 21 Fallen offenbart (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Die Kassette gehört zu einer rheinischen Privatsammlung, die weitere museale Eisenobjekte zur Verfügung stellt, so etwa ein Nürnberger Kombinationswerkzeug mit Zange vom Anfang des 17. Jahrhunderts, das aufgrund seiner wertvollen Ausführung wohl kaum für den alltäglichen Gebrauch, vielmehr für eine fürstliche Kunstkammer gedacht war (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) oder einen süddeutschen Greifzirkel des 16. Jahrhunderts, der einem Architekten schon einmal gedient haben könnte (Taxe 1.000 bis 2.000 EUR).
Massiv geriert sich der architektonisch mit weißen Säulchen gegliederte Schreibschrank aus Deutschland um 1815. Er besticht das Auge mit seiner schlichten Form, dem feinen Furnierbild aus Mahagoni und Ahorn, seinen vergoldeten Messing- und Bronzeapplikationen und dem Aufsatz mit zentralem halbrundem Pavillon (Taxe 3.500 bis 5.500 EUR). Zum gleichen Preis geht ein einem Wiener Möbelschreiner zugeordneter Schreibschrank ins Rennen, der sich durch Pilaster mit schwarzen ägyptisierenden Hermen, im Aufsatz den in Wolken schwebenden Gott Hermes sowie zwei Fabelwesen auszeichnet. Gut hundert Jahre jünger ist der von mehreren Seiten benutzbare Wandlungstisch aus Deutschland in hellem Birkenholz und funktional schlichter Form mit vielen unterschiedlichen Schubladen und Flügeln sowie einer auf der Oberseite aufklappbaren Schreibplatte (Taxe 1.500 bis 2.500 EUR).
Als passender Lichtspender bietet sich eine französische Art Déco-Lampe um 1930 an, bei der Louis Katona für den schwarzen schmiedeeisernen Fuß und die Daum Frères für den farblosen runden Glasschirm mit geometrischem Muster zuständig waren (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Die französische Glaskunst hat zudem die seltene hohe Enghalsvase „Bryone“ der Daum Frères um 1905 zu bieten. Den gelben Glaskörper mit seinem langen Hals überziehen die roten Beeren der Zaunrübe (Taxe 7.000 bis 8.000 EUR). Insgesamt ist die Abteilung mit kunsthandwerklichen Arbeiten aus Jugendstil, Art Déco und anderen Stilrichtungen des 20. Jahrhunderts gut ausgebaut, so unter anderem mit mehreren Vase von Emile Gallé, bei denen ein niedriges Marquerterie-Exemplar mit Seerosen um 1898/1900 für 9.000 bis 12.000 Euro brilliert. Für die Bodenvase „Nénuphars Bleus“ vom Ende der 1920er Jahre und ihrem schwarz-blauen geometrisch stilisierten floralen Dekor ist dann Charles Schneider zuständig (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).
Restituierte Tischwaren
Georg Jensen ist mit seinem fünfteiligen, bekannten, silbernen Tee- und Kaffeeservice „Blossom“ von 1905 in späteren Ausführungen vertreten (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR), die Bremen Firma Koch & Bergfeld mit einem etwas umfangreicheren Set. Den auffälligen vertikalen Rillendekor und die kantigen schwarzen Bakelithenkel sowie die ovalen Deckel aus dem selben Material gestaltete in den 1980 Jahren wohl Horst Heeren (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Ein weiterer Silbermeister ist der 1906 in Sinsheim geborene Jude David Heinz Gumbel. Er steuert sechs Positionen mit Geschirr für die gehobene Tafel bei, die erst vor kurzem aus dem Münchner Stadtmuseum restituiert wurden, darunter eine eckige Sauciere mit Löffel (Taxe 1.400 bis 1.600 EUR), eine Spargelplatte mit Einsatz (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR) oder eine Deckelschüssel mit Untersatz (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR).
Märchenhaft geht es bei dem Meißner Porzellanservice „1001 Nacht“ zu, an den in den 1970er Jahren Ludwig Zepner für die Form und Heinz Werner für den farbigen Dekor zusammengearbeitet haben. Ein Teeservice mit 21 Teilen verlangt 6.000 bis 9.000 Euro, ein Tee- und Kaffeeservice mit 29 Teilen 5.000 bis 7.000 Euro. Nikolaus Kannhäuser gehörte um 1900 zu den begabtesten Künstlern der Keramikmanufaktur Amphora-Werke in Turn-Teplitz und malte damals eine zerbrechliche Schönheit im Mucha-Stil auf eine zylindrische, im oberen Bereich leicht ausschwingende Vase aus Edelsteinporzellan (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).
Einen freundlichen Eindruck hinterlässt die große Vase mit Kakadus aus Kopenhagen von 1910. Der Entwurf von Effie Hegermann-Lindencrone für Bing & Grøndahl setzt die weißen Vögel vor ein umlaufendes grünes Ornamentband aus Palmblättern. Das Unikat wurde für die Pariser Weltausstellung des Jahres 1900 produziert, stieß beim Publikum auf reges Interesse und sorgte in der Presse für Furore (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Aus derselben Manufaktur stammt die um 1900 entstandene Vase mit reliefierten Blättern und Blüten der Magnolie in Weiß nach einem Entwurf von Elisabeth Drewes Kofoed, die ebenfalls auf der Weltausstellung zu sehen war und den gleichen Preis erhofft. Effie Hegermann-Lindencrone steuert zudem eine kleine blau-weiße Vase mit Pilzen von 1916 bei (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), und die dritte Gestalterin für Bing & Grøndahl ist Fanny Garde, die mit einer wiederum durchbrochenen Deckelvase samt Klematis-Blüten von 1915 ihre Aufwartung macht (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).
Die Auktion „Works of Art & Art Nouveau“ beginnt am 20. November ab 10 Uhr, am 21. November folgt die „Fine Art“ ab 15 Uhr. Die Kataloge sind im Internet unter www.van-ham.com abrufbar. |