Sully-Flügel des Louvre ist einsturzgefährdet  |  | Der Sully-Bau um den inneren Cour Carrée des Musée du Louvre | |
Der Louvre in Paris muss einige Räume schließen. Wie das weltbekannte Museum gestern mitteilte, ist der Fußboden im zweiten Stock des zentralen Sully-Flügels baufällig, was eine Sperrung der Galerie notwendig mache. Obwohl es sich um einen Bürobereich des Museumspersonals im Südtrakt handelt, werde aus Sicherheitsgründen für Besucher die Galerie Campana mit antiken griechischen Keramiken im ersten Stock desselben Flügels geschlossen. Grund für die Gefährdung sind instabile Balken. Das Problem ist seit längerem bekannt; der zweite Stock wird daher regelmäßig auf seine bauliche Integrität geprüft.
Die komplexe Architektur des Südflügels wurde in den 1930er Jahren durch strukturelle Arbeiten und eine neue Raumgestaltung modifiziert, die die Schwachpunkte hervorgebracht und jetzt zur Schließung geführt haben. 65 Mitarbeiter*innen müssen ihre Arbeitsbereiche aus Sicherheitsgründen bis Mittwoch räumen. Nach weiteren Untersuchungen werden so bald wie möglich die notwendigen Baumaßnahmen eingeleitet. Dazu hat Präsident Macron bereits im Januar dieses Jahres das Projekt „Louvre – Nouvelle Renaissance“ angekündigt. Eine der Prioritäten ist die Wiederinstandsetzung, technische Modernisierung und Erneuerung der wichtigen historischen und denkmalgeschützten Vierflügelanlage des Sully-Baus.
Der Louvre-Palast hat eine lange und komplexe Baugeschichte. Der Sully-Flügel um den inneren Cour Carrée ist Teil des sogenannten „Grand Dessein“ unter König Heinrich IV. (1553-1610). Dieser wollte die quadratische Grundform des damals bestehenden Palastes mit Flügeln bis zum Tuilerienpalast erweitern. Die Bezeichnung Sully bezieht sich auf Maximilien de Béthune, Herzog von Sully, der ein vielseitig agierender Minister und Artillerieoffizier und auch Marschall von Frankreich war. Der protestantische Herzog half seinem Freund König Heinrich IV. in der Umsetzung seines „Grand Dessein“. |