Mauer-Preis für Nadim Vardag  |  | Nadim Vardag erhält den Msgr. Otto Mauer-Preis 2025 | |
Der Msgr. Otto Mauer-Preis für bildende Kunst geht heuer an Nadim Vardag. Der 1980 in Regensburg geborene Künstler, der an den Akademien der bildenden Künste in Nürnberg und Wien studiert hat und seither in der österreichischen Hauptstadt lebt, wird mit einem Preisgeld von 15.000 Euro, einer Ausstellung im Wiener JesuitenFoyer und dem Ankauf einer Arbeit für das Dom Museum Wien geehrt. Die Jury hob an seinem Schaffen besonders hervor, dass Vardag immer wieder auf die Bedeutung des Gezeigten in seiner Beziehung zur Art und Weise des Zeigens eingehe. Zeichnerische Arbeiten befassten sich mit der Technik von Projektionen, installative Arbeiten mit der Bedeutung von Projektionsflächen. Die Spannung zwischen Helle und Dunkelheit, Licht und Dunkel als Raum des Erscheinens von Bildern im Film und in der Arbeit auf Papier spiele dabei eine wichtige Rolle.
Weiter führte die Jury in ihrer Argumentation aus: „Die Kunst von Nadim Vardag bringt auf eine außerordentlich präzise und konzentrierte Weise einen Bereich des Kunstwerks zur Darstellung, der allem in Kunstwerken gegenständlich Gegebenen vorgegeben ist, nämlich die Bedingung der Möglichkeit des Erscheinens von Gegenständen schlechthin. Der Ökonomie der Aufgeregtheit setzt Nadim Vardag eine subversive Ruhe entgegen, eine Konzentration auf die ästhetischen und sozialen Bedingungen des Zeigens, des Ausstellens, des Öffentlich-Machens. Somit ist die präzise Aufmerksamkeit im Schaffen von Nadim Vardag nicht nur ästhetisches Werkzeug, sondern direkte, menschliche Kommunikation. Das Betrachten dieser Kunst ist daher auch eine Einübung in ein kritisches Verständnis gegenwärtiger Bildproduktion. Denn die Kunst von Nadim Vardag ist geprägt von einem konsequenten Engagement für eine Präzision des Blicks auf Bilder, ihre Herstellung und ihre Präsentation in der Öffentlichkeit.“
Der Otto Mauer-Preis wird seit 1981 jährlich von der Erzdiözese Wien verliehen. Er geht an in Österreich lebende Kunstschaffende unter 45 Jahren für das gesamte bisherige Werk. Die Auszeichnung erinnert an den Wiener Geistlichen Otto Mauer, der sich intensiv für eine Begegnung von Kirche, Kunst und Wissenschaft einsetzte und als Kunstsammler tätig war. Heuer wurde das Preisgeld von bisher 11.000 Euro auf 15.000 Euro erhöht. Zu den Ausgezeichneten der letzten Jahre gehören Andreas Fogarasi (2016), Toni Schmale (2017), Anna Witt (2018), Alfredo Barsuglia (2019), Barbara Kapusta (2020), Katrin Hornek (2021), Maruša Sagadin (2022), Belinda Kazeem-Kaminski (2023) und Cäcilia Brown (2024). |