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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


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Leipzig nimmt Nazi-Design unter die Lupe

Bernhard Rothardt, Deckelschüssel mit Schalen, sog. „Pellkartoffel-Service“, Lüneburg vor 1938

Das Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig hat seine neueste Ausstellung unter den Titel „Formen der Anpassung. Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus“ gestellt und nähert sich mit ihr einem bislang wenig beachteten Kapitel deutscher Gestaltungsgeschichte an. Dafür hat das Kuratorenteam um Frank Werner, zu dem noch Sabine Epple, Stefanie Seeberg und Nicolas Karpf gehören, rund 400 Exponate aus deutschen Museen, Archiven und Sammlungen sowie aus dem eigenen Bestand ausgewählt und untersucht mit ihnen, wie politische Direktiven, ideologische Leitlinien und ökonomische Rahmenbedingungen die Gestaltung in Deutschland während der 1930er und 1940er Jahre prägten und veränderten. Zu sehen sind mit Vasen, Kannen, Möbeln, Textilarbeiten, Geschirren aus Glas, Porzellan, Holz und Metallen vor allem Objekte des täglichen Gebrauchs. Darum gruppieren sich noch aufwendige Gold- und Silberschmiedearbeiten sowie Ehren- und Staatspreise, die die offizielle Repräsentation des Regimes sichtbar machen.

Der erste Ausstellungsteil spannt den Bogen von der Weimarer Republik über die Jahre des Nationalsozialismus bis in die frühe Nachkriegszeit und thematisiert die politischen Veränderungen nach 1933, die Gestaltungslinien und Materialvorgaben des Regimes. Viele der Objekte wurden in staatlich geförderten Werkstätten gefertigt, auf offiziellen Ausstellungen und Leistungsschauen präsentiert oder unter Zwangsarbeit hergestellt. Fotografien, Plakate und zeitgenössische Dokumente verdeutlichen, wie tief die Nazi-Ideologie in Gestaltungsprozesse, Materialwahl und Produktionsmethoden eingriff. Beispiele für solche Veränderungen sind volkstümliche, ländliche Formen und Dekore, die an Bedeutung gewannen, sowie die bevorzugte Nutzung „deutscher“ Werkstoffe, etwa heimischer Hölzer, verfügbarer Metalle wie Zinn und Schmiedeeisen oder wiederentdeckter Schmucksteine wie Bernstein und Korallenachat. Zudem nehmen die Kurator*innen die Rolle zentraler NS-Organisationen, die Nutzung von Design als Propagandainstrument und die Selbstinszenierung des Regimes im In- und Ausland, etwa bei den Mailänder Triennalen oder der Weltausstellung in Paris, in den Blick.

Im zweiten Abschnitt steht das Grassi Museum selbst im Mittelpunkt, das zwischen 1933 und 1941 die Grassimessen organisierte. Das Haus spielte während des Nationalsozialismus eine ambivalente und zugleich zentrale Rolle: Es beherbergte Propaganda-Ausstellungen, darunter 1938 die Wanderpräsentation „Entartete Kunst“, und veranstaltete eigene Schauen, die den offiziellen ästhetischen Leitlinien entsprachen. Gleichzeitig boten die Grassimessen ein „Schaufenster zur Welt“ und ermöglichten ein Nebeneinander von volkstümlichem Kunsthandwerk und modernen zeitlosen Gestaltungsformen. Die Messen waren ein wichtiger Ort, um nationale Gestaltungsvorstellungen zu verhandeln und zu präsentieren. Zugleich boten sie Raum für Vielfalt und zeigten Widersprüche zwischen Anpassung an staatliche Vorgaben und Kontinuität der Moderne.

Die Ausstellung „Formen der Anpassung. Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus“ ist bis zum 12. April 2026 zu sehen. Das Grassi Museum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr, mittwochs zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. An Heiligabend und Silvester ist das Haus geschlossen. Der Eintritt beträgt regulär 10 Euro, ermäßigt 7 Euro. Bis zum Alter von 18 Jahren ist er kostenfrei. Zur Ausstellung ist ein Grundlagenband im Hirmer Verlag erschienen. Mit 336 Seiten und 340 Abbildungen kostet er im Museumsshop 49,90 Euro.

Grassi Museum für Angewandte Kunst
Johannisplatz 5-11
D-04103 Leipzig
Telefon: +49 (0)341 – 22 29 100


01.12.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Veranstaltung vom:


27.11.2025, Formen der Anpassung - Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus

Bei:


Grassi Museum für Angewandte Kunst Leipzig

Kunstsparte:


Design

Stilrichtung:


Design des 20. Jahrhunderts

Stilrichtung:


Moderne Kunst

Variabilder:

Wilhelm Wagenfeld, Bodenvase „München“, Weißwasser
 1937
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Gustav Spoerri, Zierteller „Kirmes“, Dresden um 1936
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Lotte Sievers-Hahn, Trachtenpuppen, um 1933
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