Meike Hopp leitet Deutsches Zentrum Kulturgutverluste  |  | Meike Hopp ist neue Leiterin des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste | |
Das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg hat eine neue Leitung. Meike Hopp tritt heute ihr Amt als Vorständin an und wird damit Nachfolgerin von Gilbert Lupfer, der das Institut von Mai 2020 an fünf Jahre lang geführt hatte. Die 1982 in München geborene Kunsthistorikerin gilt als eine der angesehensten Provenienzforscherinnen Deutschlands. Darauf hob auch Kulturstaatsminister Wolfram Weimer in seiner Funktion als Stiftungsratsvorsitzender des Zentrums ab: „Ich freue mich sehr, dass mit Prof. Dr. Meike Hopp eine so renommierte wie hervorragend vernetzte Wissenschaftlerin das Amt der Vorständin des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste übernimmt. Prof. Dr. Meike Hopp setzt sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für die Provenienzforschung in Deutschland ein und hat die Stiftung bereits als Kuratoriumsvorsitzende seit längerem beratend begleitet. Mit ihrer besonderen Kompetenz in der digitalen Provenienzforschung wird sie wichtige Impulse in den Tätigkeitsbereichen des Zentrums setzen.“
Meike Hopp hat Kunstgeschichte, Theaterwissenschaft und Klassische Archäologie an der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München studiert. 2009 erhielt sie von Katrin Stoll, der Inhaberin des Auktionshauses Neumeister in München, den Auftrag, die Geschichte des Vorgängerhauses von Adolf Weinmüller zu erforschen, das am nationalsozialistischen Kunstraub beteiligt war. Das mündete in ihre vielbeachtete Dissertation „Die Kunsthandlungen Adolf Weinmüllers in München und Wien 1936-1945“, mit der Hopp an der LMU promoviert wurde. Später leitete sie mehrere Provenienz- und Forschungsprojekte, etwa an der Graphischen Sammlung München und am Zentralinstitut für Kunstgeschichte, und nahm Lehraufträge, unter anderem an der LMU München, wahr. 2019 folgte sie dem Ruf auf die Juniorprofessur für Digitale Provenienzforschung an der Technischen Universität Berlin. Meike Hopp war einige Jahre als Vorsitzende des Arbeitskreises Provenienzforschung e.V. und seit 2022 als Vorsitzende des Kuratoriums des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste aktiv.
Das von Bund, Ländern und kommunalen Spitzenverbänden 2015 gegründete Deutsche Zentrum Kulturgutverluste in Magdeburg ist in Deutschland zentraler Ansprechpartner zu Fragen unrechtmäßig entzogenen Kulturguts. Das Zentrum wird vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien institutionell gefördert. Das Hauptaugenmerk gilt dem im Nationalsozialismus verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgut, insbesondere aus jüdischem Besitz. Daneben zählen Kultur- und Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten, kriegsbedingt verlagerte Kulturgüter sowie Kulturgutentziehungen in Sowjetischer Besatzungszone und DDR zu den Handlungsfeldern des Zentrums. |