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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

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Landschaft an der Nidda, 1898 / Hans Thoma

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Carl Cheng in Basel

in der Ausstellung „Carl Cheng: Nature Never Loses“

Das Museum Tinguely in Basel widmet sich in der Schau „Nature Never Loses“ dem Werk des 1942 in San Francisco geborenen Carl Cheng. Vorgestellt werden Arbeiten der letzten 60 Jahre des heute in Santa Monica lebenden Künstlers, der unterschiedliche Materialien und Medien nutzt. Seine Themen sind eine im Wandel begriffene Umwelt, die Bedeutung von Kunstinstitutionen für ihr Publikum und die Rolle des Künstler und der Technologie für die Gesellschaft. Carl Cheng fand zunächst für seine fotografischen Skulpturen Anerkennung, nahm in sein Formvokabular seine „Art Tools“ auf, mit deren Hilfe er flüchtige Werke kreiert, zudem die „Naturmaschinen“, die einer artifiziellen, von Menschen geschaffenen Welt vorgreifen, und Interventionen im öffentlichen Raum, mit denen er ein breites Publikum erreichen will. Die Ausstellung wurde in Kooperation mit The Contemporary Austin erarbeitet.

Carl Cheng, so die Kurator*innen Alex Klein, Rachel Eboh und Andres Pardey, ist mit seinem Schaffen schwer einzuordnen. Nach dem Studium der bildenden Kunst und des Industriedesigns begann er seine Karriere in den 1960er Jahren in Südkalifornien vor dem Hintergrund politischer Unruhen, einer nach dem Krieg boomenden Raum- und Luftfahrtindustrie sowie einem sich rasch verändernden Landschaftsraum. Ab 1966 betrieb Cheng sein Atelier unter dem Namen John Doe Co., womit er unter anderem über die Kommerzialisierung der Kunst und der Künstlermarke nachdachte. Zugleich konnte er sich damit unter anderem der Diskriminierung entziehen, die er als Amerikaner asiatischer Herkunft während der Zeit des Vietnamkriegs erlebte. Als John Doe Co. thematisierte er auch die Unternehmenskultur und schuf er skulpturale „Produkte“, die sein Verständnis von Technologie als künstlerischem Werkzeug und seine Skepsis gegenüber dem neoliberalen Verständnis von Fortschritt zum Ausdruck brachten.

Ein Beispiel für seine fotografischen Skulpturen ist „Nowhere Road“ von 1967. Hier extrahiert Carl Cheng das Foto eines Highways, das er in Kombination mit einem Baum aus vakuumgeformten Kunststoff zu einem dreidimensionalen, in Kunststoff gegossenen Fotoobjekt machte. Bereits früh in seinem Schaffen bezeichnete Cheng vom Menschen hergestellte Produkte, die ihre Funktion verloren hatten, etwa ein kaputter Toaster, als „menschengemachte Steine“ und merkte an, dass sie gleichermaßen ein Gemisch aus Mineralien und chemischen Stoffen wie auch Teil der Natur seien. Hinzu kamen Experimente, in denen er in seinem Atelier entstandene skulpturale Formen Umweltbedingungen wie Verwitterung und Erosion aussetzte, bis hin zur Entwicklung seiner fünf „Erosion-Machines“. In seinem Atelier am Pico Boulevard entwickelte Cheng den ersten Prototypen seines Sandrechen-Art-Tools, das in seiner frühesten Version grobe, geradlinige Muster erzeugte. Es wurde schließlich um Schaben, Bürsten und Zeichenwerkzeuge erweitert, um so Spuren in den Sand eingraben. In steter Verbesserung verfeinerte Cheng dieses Art Tool und erschafft bis heute damit vielgestaltige Installationen.

Die Ausstellung „Carl Cheng: Nature Never Loses“ läuft bis zum 10. Mai 2026. Das Museum Tinguely hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr sowie donnerstags bis 21 Uhr, an Heiligabend und Silvester bis 16 Uhr geöffnet. Das Haus bleibt am 1. Weihnachtsfeiertag geschlossen. Der Eintritt beträgt 18 Franken, ermäßigt 12 Franken. Anlässlich der Schau erscheint im Dezember ein englischsprachiger Katalog bei JRP Editions zum Gesamtwerk von Carl Cheng.

Museum Tinguely
Paul Sacher-Anlage 2
CH-4002 Basel
Telefon: +41 (0)61 – 681 93 20


03.12.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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03.12.2025, Carl Cheng: Nature Never Loses

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Museum Tinguely

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in der Ausstellung „Carl Cheng: Nature Never Loses“
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