Nam June Paik Award für Michael Beutler  |  | Michael Beutler erhält den Nam June Paik Award 2026 | |
Der Nam June Paik Award 2026 geht an Michael Beutler. Die Kunststiftung NRW verleiht ihren großen, mit 25.000 Euro dotierten Kunstpreis an den 1976 in Oldenburg geborenen Künstler für sein Projekt, das er im kommenden Jahr im Kunstmuseum Gelsenkirchen realisieren wird. Für die ehemalige bürgerliche Villa aus dem späten 19. Jahrhundert plant Beutler eine raumgreifende Installation, die den Ort in eine künstlerisch-handwerkliche Produktionsstätte verwandelt: In einer mehrstöckigen Werkstatt soll Altpapier zu skulpturalen Objekten verarbeitet werden. In der Jurybegründung heißt es dazu: „Papier – das ist nicht nur ein besonderer Teil des kulturellen Gedächtnisses, sondern auch das Ergebnis handwerklicher Prozesse, die so kaum mehr existieren. Die Erinnerung an die soziale Bedeutung manueller Arbeit als identitätsstiftende Ressource hallt in Gelsenkirchen als ehemaliger Industrie- und Fabrikstadt besonders nach.“
Michael Beutler, der an der Städelschule in Frankfurt am Main bei Thomas Bayrle sowie an der Glasgow School of Art studiert hat, ist bekannt für seine monumentalen Installationen aus einfachen, recycelbaren Materialien, die er mit selbstgebauten Werkzeugen bearbeitet. Mit diesen Arbeiten reagiert Beutler zumeist auf die sozialen und architektonischen Strukturen der jeweiligen Ausstellungssituation, die er als Produktionsstätte und Präsentationsort zugleich nutzt. In seinem Schaffen spielt das Konzept der Werkstatt eine zentrale Rolle, wobei er häufig Dritte in die Entstehung seiner Werke einbindet.
Die Kunststiftung NRW, die größte unabhängige Fördereinrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen, vergibt den Nam June Paik Award bereits seit über zwanzig Jahren. Er richtet sich international an Künstler*innen, deren Schaffen sich in besonderer Weise mit zeitgenössischen Formen und Konzepten auseinandersetzt. Seit 2023 wird die Auszeichnung in Kooperation mit wechselnden Museen in NRW vergeben, in denen dann ortsspezifische Arbeiten der Preisträger*innen ausgeführt werden. 2026 ist das Kunstmuseum Gelsenkirchen Kooperationspartner des Preises. |