Herbert Brandl posthum für die Wiener Staatsoper auserkoren Obwohl Herbert Brandl im Juli überraschend mit 66 Jahren verstorben ist, wird ein Werk vom ihm 2026 die Ausstellungsreihe „Eiserner Vorhang“ in der Wiener Staatsoper fortführen. Das gaben das Museum in Progress und die Staatsoper gestern anlässlich der posthumen Verleihung des Großen Österreichischen Staatspreises an den Maler bekannt. Herbert Brandl habe den Auftrag bereits vor einem Jahr erhalten und sich sehr über die Einladung gefreut, heißt es in der Mitteilung. Die mit Daniel Birnbaum, Bice Curiger und Hans-Ulrich Obrist international besetzte Jury, die für die Auswahl Herbert Brandls verantwortlich zeichnet, habe sich gemeinsam mit dem Museum in Progress und der Wiener Staatsoper nach dem plötzlichen Ableben des Künstlers dazu entschlossen, an ihrer Entscheidung festzuhalten.
Mit seiner eigenständigen, intuitiven Bildsprache nehme Herbert Brandl einen zentralen Platz in der österreichischen und internationalen Gegenwartskunst ein. Sein kraftvolles Werk sei geprägt von markanter Farbigkeit und atmosphärischer Verdichtung und oszilliere zwischen Abstraktion und Figuration. Brandl vertrat Österreich 2007 bei der Biennale von Venedig und nahm bereits 1992 an der Documenta in Kassel und 1989 an der Biennale in São Paulo teil. Seine Arbeiten sind in zahlreichen renommierten Museen weltweit vertreten, beispielsweise in der Albertina in Wien, im Centre Pompidou in Paris, im Kunsthaus Zürich, im Museu Serralves in Porto, im Museo Reina Sofia in Madrid und in der Renaissance Society in Chicago.
Der „Eiserne Vorhang“ ist eine Ausstellungsreihe, die das Wiener Museum in Progress seit 1998 konzipiert. In der Wiener Staatsoper wird die 176 Quadratmeter große Brandschutzwand zwischen der Bühne und dem Zuschauerraum für eine Spielzeit durch eine künstlerische Intervention gestaltet. Aktuell ist El Anatsuis Arbeit „Xohanami“ bis zum Ende der Spielzeit im Juni 2026 vor und nach den Aufführungen sowie in den Pausen zu sehen. Ab Herbst kommenden Jahres präsentiert sich dann Herbert Brandls Werk für die Dauer von rund neun Monaten. |