Daros Latinamerica Collection an das MALBA verkauft  |  | Das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (MALBA) wächst durch den Ankauf der Daros Latinamerica Collection | |
Der argentinische Unternehmer und Museumsgründer Eduardo Costantini hat die bisher in Zürich beheimatete Daros Latinamerica Collection erworben. Dies teilten sowohl das Museo de Arte Latinoamericano de Buenos Aires (MALBA) als auch die Familie Schmidheiny mit. Die Daros Latinamerica Collection Collection ist eine Kunstsammlung, die im Jahr 2000 von der 2019 verstorbenen Schweizerin Ruth Schmidheiny gegründet wurde. Mit über 1200 Objekten von 117 Künstlerinnen und Künstlern aus der Zeit zwischen den 1950er und 2010er Jahren gilt sie als eine der umfassendsten Privatsammlungen jüngerer lateinamerikanischer Kunst. Diese werden nun Costantinis MALBA ergänzen und seinen Bestand in etwa verdoppeln. Das MALBA besitzt eine der weltweit wichtigsten Sammlungen moderner lateinamerikanischer Kunst, darunter Gemälde von Frida Kahlo, Fernando Botero, Tarsila do Amaral, Wifredo Lam, Diego Rivera, Alice Rahon und Antonio Berni, und gilt als Publikumsmagnet. Der Ankauf ist Teil der Ausweitung des MALBA, das seine Fläche mit einer Bauerweiterung auf etwa 8.000 Quadratmetern verdoppeln wird. Im September 2026 sollen zum 25jährigen Jubiläum des Museums bereits Arbeiten aus der neu erworbenen Sammlung zu sehen sein.
Durch ihre Reisen auf den Kontinent entwickelte Ruth Schmidheiny eine Vorliebe für Lateinamerika, wo sie gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Stephan Schmidheiny ab den 1990er Jahren viel Zeit verbrachte. Zunächst war die Privatsammlung von 2002 bis 2011 in einem eigenen Museum in Zürich der Öffentlichkeit zugänglich. Ab 2006 entwickelte die Daros Latinamerica Collection die Casa Daros in Rio de Janeiro als Plattform für lateinamerikanische Kunst und nutzte sie zwei Jahre lang bis 2015 für Ausstellungen. Die Werke der Daros Latinamerica Collection wurden bisher in einigen Museen und als Leihgaben international präsentiert.
Das 2001 gegründete MALBA wird von der Stiftung des 1946 geborenen argentinischen Unternehmers Eduardo Francisco Costantini getragen. Es beherbergte zunächst die Kunstwerke aus der Privatsammlung des Unternehmers, die er dem Haus schenkte. Hierauf folgten weitere Schenkungen und Ankäufe, heute verzeichnet das Museums mehr als 1.500 Werke bekannter lateinamerikanischer Künstler. In der Mitteilung des MALBA erklärt Rodrigo Moura, künstlerischer Leiter des Hauses: „Dieser Erwerb positioniert das MALBA erneut als die wichtigste öffentlich zugängliche Sammlung zeitgenössischer lateinamerikanischer Kunst auf dem Kontinent, eine Position, die das Museum bereits im Bereich der modernen Kunst innehatte.“
Der Erwerb ergänzt den Bestand des MALBA durch bedeutende Kunstperioden der jüngeren Zeit, etwa die geometrische Abstraktion, die neue Figuration oder die Konzeptkunst, und beinhaltet wichtige Werke bedeutender lateinamerikanischer Künstler*innen, die bisher noch nicht vertreten waren, etwa Víctor Grippos „Analogía I“ von 1971 und Belkis Ayóns „La cena“ von 1993. Insgesamt werden Werke von 75 Künstlern, darunter von Doris Salcedo, Carlos Cruz-Diez und Jesús Rafael Soto, neu hinzukommen, die bisher im Museum nicht vertreten waren. Eine Lücke, die die Daros Latinamerica Collection schließen konnte. Arbeiten von Ana Mendieta, Alfredo Jaar, Javier Tellez, José Alejandro Restrepo oder Melanie Smith repräsentieren nun die Medien Fotografie, Video und Installation.
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