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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Bei Bassenge in Berlin waren die großen Grafikstars Dürer und Rembrandt gefragt. Doch auch manche druckgrafische Rarität stieß auf begeisterte Anhänger

Die Ordnung der Welt



Albrecht Dürer,  Das Rhinozeros, 1515

Albrecht Dürer, Das Rhinozeros, 1515

Es muss schon eine rechte Sensation gewesen sein, als ein Panzernashorn 1515 in Europa ankam. Durch das damals neue Medium des Flugblattes verbreitete sich die Nachricht geschwind über den Kontinent: Am 20. Mai des Jahres landete das Rhinozeros im Hafen von Lissabon. Es war ein Geschenk des Sultans Mustafa von Gujarat an Afonso de Albuquerque, den portugiesischen Gouverneur von Goa, der es wiederum König Manuel I. von Portugal für seine umfangreiche Menagerie überließ. Von dort aus trat das exotische Tier im Dezember seine weitere Seereise Richtung Rom an, wo es Papst Leo X. übergeben werden sollte. Doch es erreichte die Ewige Stadt nie, da das Schiff vor der ligurischen Küste zerschellte und mit dem angeketteten Nashorn unterging. Der Kadaver wurde an Land gespült, kam nach Lissabon zurück, wurde mit Stroh ausgestopft, fachgerecht montiert und als Präparat erneut nach Rom geschickt. Giovanni da Udine malte das Nashorn wenig später in eine Ecke des Palazzo Baldassini, Raffael setzte ihm in seinen Gemälden für die Loggien im Vatikan ein Denkmal.


Auch Albrecht Dürer beteiligte sich geschäftstüchtig an dem Hype um das Nashorn. Über den aus Mähren stammenden und in Lissabon ansässigen Buchdrucker Valentim Fernandes erhielt Dürer Kunde von dem Tier. Fernandes beschrieb es 1515 in zwei Briefen an Freunde in Nürnberg. Auf dieser Basis erstellte Dürer die zeichnerische Vorlage für seinen Holzschnitt, der zu den erfolgreichsten und meistverkauften seiner Grafiken avancierte. Das Blatt, das bereits im 16. Jahrhundert in hohen Auflagen gedruckt wurde, erschien bis ins 17. Jahrhundert in mindestens acht Druckkampagnen. Der Holzstock, der bereits von Abnutzungspuren gezeichnet war, wurde schließlich um 1620 erst von Hendrick Hondius und dann von dem Verleger Willem Janssen erworben. Bei Bassenge lag nun ein Exemplar des „Rhinocerus“ vor, das bereits Anzeichen der achten Ausgabe, etwa den Sprung durch alle Beine und den Rüssel, aufwies. Dennoch wurde die ikonische Darstellung des mächtigen, formatfüllenden Tiers der Star der Auktion „Druckgraphik des 15. bis 19. Jahrhunderts“. Das lag nicht zuletzt an ihren Vorbesitzern. Gehörte das Blatt doch zu legendären Wiener Sammlung Artaria & Co., später dem Königlichen Kupferstichkabinett in Berlin, das es als Dublette 1881 aussonderte. Bei Bassenge schnellte nun der Preis von 48.000 Euro auf 105.000 Euro.

Bei dem Berliner Versteigerer stand Dürer weiterhin in der Gunst der Käufer: bis auf drei Ausnahmen wurde er seine insgesamt 38 Positionen los. Schon sein erstes Los, die „Gefangennahme Christi“ aus der „Kupferstichpassion“ von 1508 ließ sich mit 4.200 Euro gut an (Taxe 3.500 EUR), ebenso die dazugehörige „Kreuztragung“ von 1512 mit 3.600 Euro (Taxe 2.400 EUR). Weitere Dürer-Favoriten waren etwa die derbe Darstellung „Der Koch und sein Weib“ für 7.000 Euro (Taxe 6.500 EUR), der Frühdruck des Holzschnitts „Der heilige Georg zu Pferd“ von 1501/04 für 9.000 Euro (Taxe 7.500 EUR), das erotische Aktbild „Die vier Hexen“ von 1497 für 13.000 Euro (Taxe 9.000 EUR) und mehrere Blätter aus der „Apokalypse“, darunter „Die sieben Posaunenengel“ für 9.500 Euro (Taxe 9.000 EUR) und vor allem, die kriegerischen „Apokalyptischen Reiter“ für 62.000 Euro (Taxe 45.000 EUR). Ein Wermutstropfen trübte die Dürer-Bilanz; denn sein bis heute rätselhafter Kupferstich „Das Meerwunder“, der auch als Frauenraub unter dem Titel „Die Entführung der Amymone“ geführt wird, kam trotz seines seltenen ersten Druckzustands nur auf 44.000 Euro (Taxe 60.000 EUR).

Der zweite gefeierte Künstler der Auktion, die mit einer losbezogenen Verkaufsrate von rund 65 Prozent zwar nicht ganz so erfolgreich wie sonst, aber immer noch gut abschnitt, war Rembrandt Harmensz van Rijn. Der niederländische Barockmeister konnte alle achtzehn Grafiken absetzen. An der Spitze landete mit 24.000 Euro seine „Große Auferweckung des Lazarus“ in dramatischen Hell-Dunkel-Effekten (Taxe 25.000 EUR). Dahinter platzierten sich sein Bildnis „Der große Coppenol“ bei taxgerechten 9.000 Euro, der stark vorgebeugte „Greis mit langem Bart“ von 1630 bei 8.500 Euro (Taxe 7.500 EUR), die „Nackte Frau im Freien mit den Füßen im Wasser“ bei 7.500 Euro (Taxe 6.000 EUR) oder die seltene „Kranke Frau mit großem Kopftuch“, ein Bildnis seiner Gattin Saskia um 1642, bei 6.500 Euro (Taxe 6.000 EUR). Bei Rembrandts Kollegen Adriaen van Ostade und dessen Szenen aus dem einfachen Leben der Bürger und Bauern kamen Ausfälle vor. Zwar legte sein gemütlicher „Bauer in der Haustür“ von 8.000 Euro auf 11.000 Euro zu, und „Der Buckelige Geiger“, der einer Familie vor der Haustür aufspielt, heimste noch 3.400 Euro ein (Taxe 3.500 EUR), doch die anderen vier Radierungen wurden mit Nichtbeachtung gestraft.

Deutschland im 16. Jahrhundert

Hans Sebald Beham erzählte 1543 eindrucksvoll aus Schöpfungsgeschichte, wie „Adam und Eva“ gerade den Apfel vom Baum der Erkenntnis pflücken, wobei der Baum ein Totengerippe ist, durch das sich die Schlange windet. Der Kupferstich nach der Idee seines Bruders Barthel Beham erreichte 5.500 Euro (Taxe 1.500 EUR). Die deutsche Kunst des 16. Jahrhunderts hatte etwa noch die dämonische „Versuchung des heiligen Antonius“ von Lucas Cranach d.Ä. aus dem Jahr 1506 für taxkonforme 6.000 Euro und seinen Holzschnitt „Der Opfertod des Marcus Curtius“ für gute 2.400 Euro zu bieten (Taxe 1.500 EUR), ebenso Matthäus Zasingers „Umarmung“ eines jungen Liebespaares in einer spätgotischen Stube für 8.000 Euro (Taxe 9.000 EUR) oder 36 Holzschnitte, die Hans Burgkmair d.Ä. zwischen 1516 und 1519 für die monumentale, vollständig 137 Blätter umfassende und damit etwa 54 Meter lange Folge „Der Triumphzug Kaiser Maximilians“ beitrug. Hier kamen 4.800 Euro zusammen (Taxe 2.500 EUR). Der 1528 in Lüttich geborene Theodor de Bry, der wegen seines calvinistischen Glaubens aber vorwiegend in Deutschland lebte, gestaltete nach Joos van Winghe ebenfalls einen Kupferstich mit dem ersten Menschenpaar „Adam und Eva“, die eben die verbotene Frucht essen. Allerdings fällt er mit seinen überlängten Gliedmaßen schon deutlich manieristischer aus als Behams Exemplar. Aber auch er hatte mehrere Anhänger, die die Schätzung auf 4.800 Euro verdoppelten.

Manierismus pur kennzeichneten Gerard de Jodes dreiteilige Folge der tänzerischen Erzengel, die er Mitte der 1580er Jahre nach Marten de Vos stach und die nun 5.000 Euro einbrachten (Taxe 2.400 EUR), oder die exzentrisch verspielte „Heilige Familie mit der Rose“ von Pieter de Jode I nach Bartholomäus Spranger für 3.800 Euro (Taxe 1.200 EUR). Aegidius Sadeler II trat mit seinem am Baum gefesselten, von Pfeilen durchbohrten, in Schönheit leidenden „Heiligen Sebastian“ für 2.400 Euro hinzu (Taxe 1.200 EUR). In Frankreich war Jacques Bellange einer der Hauptmeister des Manierismus, der bei seiner „Lagerszene vor der Stadt“ die Figuren in Rückenansicht oder lagernd effektvoll drapierte und dafür nun 6.000 Euro einnahm (Taxe 4.000 EUR). Sein französischer Renaissance-Kollege Jean Duvet konnte mit seinem seltenen Blatt „Ein König und Diana empfangen Jäger“ aus der höfischen „Suite de la Licorne“ bei einer Schätzung von 25.000 Euro bisher noch nichts ausrichten.

Harmonische Beziehungen

Eine starke Nachfrage löste dagegen wieder Pieter Bruegel d.Ä. aus, der selbst zwar keine Druckgrafiken ausführte, aber zeichnerische Vorlagen schuf, die dann von Stechern umgesetzt und vervielfältigt wurden. Von ihm blieb nichts liegen, vieles ließ die Erwartungen spielend hinter sich, etwa Frans Huys’ Kupferstich „Bewaffneter Viermaster sticht in See“ um 1561/65 bei 6.500 Euro (Taxe 3.500 EUR), zum gleichen Preis Pieter van der Heydens moralische Belehrung „Desidia“ und seine „Superbia“, die gleichfalls aus der Suite „Die sieben Todsünden“ stammte, bei 7.500 Euro (Taxe je 4.500 EUR). Dazu gehörte auch die „Luxuria“, die Wollust, die ebenso fantasievolle zahlreiche lüsterne Gestalten ausbildete und von 3.500 Euro auf 10.000 Euro kletterte. Kann man die Weltordnung auf einer Seite zusammenfassen? Adriaen Huybrechts I versuchte dies 1585 mit seiner „Ordo Universi et Humanarum Scientiarum Prima Monumenta“ und berief sich dabei auf den römischen Humanisten Andrea Bacci und eine erste Umsetzung von Natale Bonifacio. Die schriftreiche Tafel beschreibt in großer Dichte Baccis umfassende Vorstellung einer kosmischen Universalharmonie als ein relationales System, in dem alle räumlichen, zeitlichen und physischen Größenordnungen des Mikro- und Makrokosmos von den Planeten, über die Jahreszeiten bis hin zum Menschen wechselseitig und harmonisch miteinander in Beziehung stehen. Sie wurde nun mit 2.800 Euro gewürdigt (Taxe 900 EUR).

Italien beteiligte sich unter anderem mit Battista Angolo del Moros rarer Radierung „Tres vidit et unum adoravit“, auf der Abraham vor den drei Engeln kniet, für hohe 11.000 Euro (Taxe 3.500 EUR), Jusepe de Riberas schon barock ausformuliertem „Trunkenem Silen“ für 3.500 Euro (Taxe 4.500 EUR) und seinem lesenden „Heiligen Hieronymus“ nebst Totenkopf und Löwen von 1624 für 2.200 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder Pietro Testas Frühdruck „Venus und Adonis nach der Jagd“, um die sich zahlreiche Putten tummeln, bei 2.500 Euro (Taxe 3.500 EUR). Bei den Miscellaneen hatte sich Ugo da Carpis kraftvolle Gestalt des antiken Philosophen Diogenes versteckt; doch der Clair-Obscur-Holzschnitt von vier Blöcken nach Parmigianino blieb bei einem Zuschlag von 7.500 Euro nicht unentdeckt (Taxe 4.000 EUR). Eigentlich war Dario Varotari d.J. in Venedig Arzt und Dichter, er dilettierte aber auch als Maler und Radierer und schuf in der Mitte des 17. Jahrhundert noch etwas unbeholfen die Büste eines Jünglings im weiten Gewand nach einem Gemälde seines Vaters Alessandro Varotari, die sich dennoch von 750 Euro auf 2.200 Euro verbesserte.

Von dem 1580 in Nürnberg geborenen Künstler Paulus Kolb d.Ä. ist wenig überliefert. Er hinterließ ein radiertes, freundliches Selbstbildnis, auf dem er sich selbst als „Pictor“, als Maler, auswies. Es wurde mit 3.400 Euro honoriert (Taxe 600 EUR). Barock blieb es mit dem gebürtigen Prager Wenzel Hollar, der diesmal mit seiner gekonnten Wiederholung von Leonardo da Vincis berühmten „Salvator Mundi“ aus dem Jahr 1650 bei 5.500 Euro reüssierte (Taxe 1.800 EUR). Der französische Kupferstecher Abraham Bosse beschäftigte sich in den 1640er Jahren mit den Künsten an sich und fertigte im hochbarocken Stil den „Maler in seinem Atelier“, den „Kupferstecher und den Radierer“ bei der Arbeit an den Platten (Taxe je 2.400 EUR), den „Bildhauer in seinem Atelier“ (Taxe 1.800 EUR) und den „Kupferdrucker“ beim Abziehen der Grafiken. Alle vier Blätter positionierten sich bei 4.600 Euro deutlich über ihren Bewertungen. Jacques Callot gesellte sich mit seiner „Tentation de St. Antoine“ hinzu, die er 1635 wie Cranach mit vielen absonderlichen Dämonen ausgestattet hatte und nun erst für 3.400 Euro abgab (Taxe 2.400 EUR). Bizarr war zudem der dürre Baum, den Jonas Umbach auf seiner nun 750 Euro teuren, naturvollen Landschaft ins Zentrum gerückt hatte (Taxe 600 EUR). Dagegen strahlte die breit gelagerte Landschaft, die Jan van de Velde II mit der titelgebenden „Abtei“ und einigen Mönchen an einem See ausgestattet hatte, Ruhe und Harmonie aus, was sich nun in 2.000 Euro niederschlug (Taxe 750 EUR).

Das 18. Jahrhundert

Preislicher Höhepunkt der Auktion hätte am 26. November eigentlich Giovanni Antonio Canals Album „Vedute altre prese da i Luoghi altre ideate da Antonio Canal“ werden sollen. Doch die angesetzten 120.000 Euro waren für das komplett erreichbare grafische Œuvre des Venezianers mit 31 Radierungen auf 17 Bögen zu viel. Erst im Nachverkauf konnte ein Interessent gefunden werden, der das zeitgenössische Kompendium für rund 62.000 Euro mitnahm. Zusammen mit dem Aufgeld kamen knapp 77.000 Euro zusammen, was nah an das ursprüngliche Limit heranreichte. Während der Auktion wurden daher Giovanni Battista Piranesis 21 Radierungen der Paestum-Folge mit antiken Ruinen von 1778 bei 13.000 Euro die teuerste Position innerhalb der Druckgrafik des 18. Jahrhunderts (Taxe 12.000 EUR). Sein Sohn Francesco Piranesi tat sich zu Beginn der 1780er Jahre mit Louis-Jean Desprez zusammen, um gemeinsam die kolorierte Umrissradierung „Die Cappella Paolina im Vatikan bei festlicher Beleuchtung während der Zeremonie der Quarant’Ore“ zu erstellen. Die suggestive Darstellung mit der imposanten Architekturkulisse und ihrem mystischen Charakter kam taxgerecht bei 6.000 Euro ans Ziel.

Dazwischen schob sich der Rokokomaler Franz Anton Maulbertsch. Auf ihn geht der experimentelle Probeabzug „Der heilige Florian als Krieger mit der Palme“ zurück, den ein unbekannter Künstler, vielleicht sein Schüler Johann Beheim, um 1760 nach einer verschollenen Ölskizze von der unvollendeten Platte abzog. Das singuläre Blatt erwirtschaftete 7.500 Euro (Taxe 4.500 EUR). Gut lief es zudem für Valentine Greens samtiges, effektvoll ausgeleuchtetes Schabkunstblatt „Das Experiment mit der Luftpumpe“, für das er sich 1769 Joseph Wright of Derbys berühmtes Kerzenbild aus der Londoner National Gallery zum Vorbild nahm. Der seltene Probedruck kletterte von 2.400 Euro auf 5.500 Euro. Die zweite malerische Mezzotinto-Szene, die Thomas Watson 1781 nach Wrights Gemälde „Miss Kitty Dressing“ schuf, gab leicht von 2.400 Euro auf 2.000 Euro nach, deutlicher Daniel Nikolaus Chodowieckis humoristische Radierung „Lippert und Zingg“ von 3.000 Euro auf 1.500 Euro, die 1798 erst 25 Jahre nach dem Besuch von Chodowiecki und Adrian Zingg in der Wohnung Dresdner Antiquars Philipp Daniel Lippert entstand.

Die Neuern Meister

Das Angebot des 19. Jahrhundert konnte bei den Preisen gleichfalls nicht mit den Alten Meistern mithalten. Hier war bei 5.000 Euro Schluss, die für Ferdinand Bertholds sechsteilige Radierfolge „Der Sonntag“ mit Szenen aus dem Leben einer bürgerlichen Familie vom frühen Kirchengang bis zum Abendsegen im Stil des 16. Jahrhunderts bewilligt wurden (Taxe 3.500 EUR). Weitere romantische Ideen sprachen die Sammler mit Johan Christian Dahls Radierung „Norwegische Seeküste während eines Sturmes“ für 2.400 Euro (Taxe 1.800 EUR), Rodolphe Bresdins Lithografie eines Sturzbaches unter dem Titel „Le gave“ für 2.200 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder mit Otto Friedrich Ignatius’ zeichnerisch ausformulierter, zärtlicher „Madonna mit Kind“ für 1.200 Euro an (Taxe 400 EUR). Der Dichter Heinrich Heine besuchte im November 1827 den Maler Ludwig Emil Grimm in Kassel und fügte dabei der Radierung seines charmanten Portraits die eigenhändige Verszeile „Verdrossnen Sinn im kalten Herzen hegend, schau’ ich verdrießlich in die kalte Welt“ auf der Druckplatte hinzu, was sich nun in 1.400 Euro niederschlug (Taxe 1.200 EUR).

Als eines der grafischen Hauptblätter Adrian Ludwig Richters gilt seine Legendenszene „Genoveva“ mit ihrem Sohn Schmerzensreich und der Hirschkuh in der Waldeinsamkeit, die 1847 vom Sächsischen Kunstverein in Auftrag gegeben wurde. Bei Bassenge lag ein unvollendeter Probeabzug vor, der gute 2.200 Euro erreichte (Taxe 600 EUR). In die dänische Kunst ging es mit Johan Adolph Kittendorff, der seine beeindruckende, zwischen den 1850er und 1880er Jahren erschienene Bildersammlung mit reproduzierten Werke von rund 135 dänischen Künstlern vorlegte. Die 186 Lithografien, gedruckt meist mit beiger oder brauner Tonplatte und gebunden in einem Halbleinenumschlag, die einen Überblick über die dänische Malerei des 19. Jahrhunderts gewähren, stießen bei 3.800 Euro auf rege Nachfrage (Taxe 1.800 EUR). Aus dem reichen Grafikschatz seines Landsmannes Peter Ilsted stach das braun getönte Schabkunstblatt „Weiße Champignons“ von 1913 für taxkonforme 1.200 Euro heraus.

In der abschließenden Abteilung „Druckgraphik des Fin de Siècle“, die Schöpfungen des Symbolismus, des Jugendstils, des Okkultismus und der Freikörperkultur enthielt, machte Joseph Uhl das Rennen. Doch seine neun Radierungen aus dem ersten Teil der Serie „Per Aspera ad Astra“, mit der Uhl 1921 „die innere Entwicklung des zur Höhe strebenden Menschen in künstlerischer Form“ darstellen wollte, gaben sich mit 4.200 Euro bescheiden (Taxe 6.000 EUR). Auch die Gebote für Max Klingers Probedruck der Radierung „Am Thor“ mit einem überraschten Paar aus dem Zyklus „Eine Liebe. Opus X“ verharrten bei 2.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Gefragt waren dagegen männliche Akte, etwa die beiden Reiter am Ufer eines Sees, die Georg Jahn in seine Radierung „Pferdeschwemme“ aufgenommen hatte, bei 1.600 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder „Die drei Bogenschützen“, die Erich Wolfsfeld nackt in eine angedeutete Landschaft drapierte, bei 2.200 Euro (Taxe 800 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com

Startseite: www.bassenge.com



30.12.2025

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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26.11.2025, Druckgraphik des 15.-19. Jahrhunderts

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Neuere Meister

Kunstwerk:

Abraham Bosse, Der Kupferdrucker (Cette figure vous montre comme on imprime les planches de taille douce), 1642
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Kunstwerk:

Abraham Bosse, Der Bildhauer in seinem Atelier (Voicy la representation d’un
 Sculpteur dans son Atelier), 1642
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Pieter van der Heyden, Luxuria, 1558
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Frans Huys, Bewaffneter Viermaster sticht in See, um 1561/65
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Dario Varotari d.J.,  Büste eines Jünglings im weiten Gewand nach links

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Johan Christian Dahl,  Norwegische Seeküste während eines Sturmes, 1819

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 Rembrandt, Rembrandt, Greis mit langem Bart stark vorgebeugt, 1630

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 Rembrandt, Rembrandt, Der große Coppenol (Bildnis des Lieven Willemsz. van Coppenol), um 1658

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Taxe: 9.000,- EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

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Zuschlag: 6.000,- EURO

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Aegidius Sadeler II,  Der heilige Sebastian

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Abraham Bosse,  Der Maler in seinem Atelier (Le noble peintre), 1642

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Taxe: 2.400,- EURO

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Zuschlag: 750,- EURO

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Ferdinand Berthold,  Der Sonntag. Gedicht in sechs Gesängen von Ludwig Bechstein, 1832

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Zuschlag: 5.000,- EURO

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Abraham Bosse,  Der Bildhauer in seinem Atelier (Voicy la representation d’un Sculpteur dans son Atelier), 1642

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Rodolphe Bresdin,  Le gave (Der Sturzbach)

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