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Kokoschka-Preis für Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl

Ashley Hans Scheirl und Jakob Lena Knebl erhalten den Oskar Kokoschka-Preis 2026

Der Oskar Kokoschka-Preis 2026 geht an Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl. Ausgezeichnet wird das Duo für seine medial vielschichtige künstlerische Praxis. Das gab gestern Ulrike Kuch, Rektorin der Universität für angewandte Kunst Wien, bekannt, die zugleich als Juryvorsitzende fungiert. Die Begründung des Vergabegremiums führt weiter aus: „Jakob Lena Knebl und Ashley Hans Scheirl konzipieren spielerisch-opulente ‚Begehrensräume‘, die Malerei, Film, Design, Sprache, Performance und Raumbezüge verschränken. Wenngleich sie beide auch unabhängig voneinander starke, eigenständige Œuvres aufweisen, ehrt die Jury beider Auftritte als Duo als eine medial vielschichtige künstlerische Praxis, die durch den wechselseitigen Bezug ihrer Arbeiten eine präzise performative Weiterentwicklung von Konzeptkunst, Malerei und Installation ermöglicht. Die in den künstlerischen Arbeiten stets sichtbare, inspirierende Thematisierung von queer-feministischen und Trans*-Körperdiskursen weist direkte, zuweilen explizite Bezüge zur Auseinandersetzung mit Geschlechtsidentität und Sexualität in der Moderne auf, wie sie auch das Werk von Oskar Kokoschka prägt.“

Jakob Lena Knebl, Jahrgang 1970, studierte in Wien Mode bei Raf Simons an der Universität für angewandte Kunst und textuelle Bildhauerei bei Heimo Zobernig an der Akademie der bildenden Künste. Sie leitet heute als Professorin die Abteilung für „Transmediale Kunst“ sowie das Institut für Bildende und Mediale Kunst der Angewandten. Ihre Arbeiten waren zuletzt etwa im Wiener Museum Moderner Kunst, im Lentos Museum in Linz oder dem Hessischen Landesmuseum in Darmstadt zu sehen. Die 1956 geborene Ashley Hans Scheirl entwickelte nach Studien in Wien und London ein vielgestaltiges Werk aus den Bereichen Film, Performance, Sound und Malerei. Noch bis zum 1. Februar kommenden Jahres ist eine große Schau zu ihrem Schaffen im Belvedere 21 zu sehen. Gemeinsam vertraten Knebl und Scheirl im Jahr 2022 Österreich bei der 59. Biennale in Venedig und hatten zusammen weitere Ausstellungen, etwa 2019/20 bei der Biennale in Lyon, 2020/21 im Kunsthaus Bregenz sowie zuletzt 2023/24 im Palais de Tokyo in Paris. Das Künstler*innenduo erhielt heuer schon den mit 20.000 Euro dotierten Klocker Kunstpreis.

Der Oskar Kokoschka-Preis wurde 1980 vom österreichischen Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung gestiftet und erinnert an den großen österreichischen Expressionisten. Alle zwei Jahre würdigt die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der bildenden Kunst und richtet sich an nationale oder internationale Künstlerinnen und Künstler. Erst- und einmalig wird am 26. Februar 2026, dem Geburtstag Kokoschkas, auch das Miriam-Cahn-Stipendium verliehen. Die Schweizerin Miriam Cahn, die 2024 mit dem Kokoschka-Preis geehrt wurde, hat ihr Preisgeld für ein Stipendium gestiftet. Dieses soll einer Künstlerin, die soeben ihre Ausbildung an einer der beiden Wiener Kunsthochschulen abgeschlossen hat, für ein Jahr die Ausübung ihrer künstlerischen Tätigkeit ermöglichen. Aus je drei von den beiden Universitäten nominierten Absolventinnen des Studienjahrs 2024/25 wählte die Jury die gebürtige Weißrussin Natalia Gurova aus, die an der Akademie Objekt-Bildhauerei bei Julian Göthe studiert hat und für ihr Diplomprojekt den dortigen Würdigungspreis erhielt. Ihr Schaffen bewegt sich an der Schnittstelle von Fiktion, Geschichte und sozialen Strukturen, beschäftigt sich mit Räumen und deren sozialen Dimensionen und setzt sich dabei mit Fragen der Migration, queeren Identitäten und Erinnerungspolitik auseinander.


19.12.2025

Quelle: Kunstmarkt.com/Werner Häußner

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