Besucherrekord im Wiener Belvedere  |  | Stella Rollig und Wolfgang Bergmann blicken auf ein erfolgreiches Jahr 2025 zurück | |
Die Österreichische Galerie Belvedere meldet für das vergangene Jahr einen Besucherrekord. Wie die Generaldirektorin Stella Rollig und der kaufmännische Geschäftsführer Wolfgang Bergmann Ende vergangener Woche bei der Jahrespressekonferenz bekanntgaben, wurden 2025 rund 2,03 Millionen Eintritte in allen drei Wiener Häusern gezählt und daher erstmals die Marke von zwei Millionen Gästen überschritten. Rund 1,6 Millionen Besuche entfielen dabei auf das Obere Belvedere, das mit diesem Wert einen neuen Rekord verzeichne und mit großem Abstand das meistbesuchte Kunstmuseum Österreichs bleibe. Laut Bergmann habe das Obere Belvedere die Zahl seiner Gäste seit 2016 verdoppelt. „Wir freuen uns, dass wir 2025 wieder rund 9 Prozent mehr Besucher*innen begrüßen durften als im Vorjahr – so viele wie nie zuvor“, sagte Bergmann. „Für uns ist es daher wichtig, dass das Projekt des Visitor Centers rasch umgesetzt werden kann, um die Aufenthaltsqualität sicherzustellen.“
Das neue Visitor Center soll architektonisch „unsichtbar“ unter dem Park des Belvedere entstehen und für das barocke Ensemble eine zeitgemäße Infrastruktur für die stetig wachsenden Besuchszahlen schaffen. Es führe vom Eingang beim Kavalierstrakt über drei Ebenen direkt in das Obere Belvedere und sei ein zentraler Baustein für die nachhaltige Weiterentwicklung des Standorts, so Bergmann. In einem internationalen Architekturwettbewerb hat sich 2024 dabei das Büro epps Ploder Simon ZT aus Graz gegen 81 Mitbewerber*innen durchgesetzt. Mit dem neuen unterirdischen Eingangs- und Besucherbereich ließen sich zudem die klimatischen Herausforderungen für das Obere Belvedere besser bewältigen und die Sala terrena wieder als Museumsraum zurückgewinnen. Die Kosten für das gesamte Projekt bezifferte Bergmann mit 37,8 Millionen Euro. Baubeginn soll im Jahr 2027 sein, die Eröffnung des Visitor Center ist schon für Ende 2028 geplant.
Das Belvedere will seinen Wirkungskreis in der österreichischen Museumszene vergrößern und hat 2020 das Projekt „Belvedere Salzburg“ aus den Weg gebracht. Nach einer zweijährigen Verzögerung hat mit dem Spatenstich am 12. November 2024 hat dazu offiziell der Umbau der Neuen Residenz in Salzburg begonnen. Das bislang unter anderem als Sitz des Salzburg Museums genutzte Renaissancegebäude wird zu einem modernen Kulturareal erweitert und soll auch die Neubauten für das „Belvedere Salzburg“ umfassen. Der unterirdische Museumsbereich entsteht im zweiten Innenhof mit auffälligem Lichtbrunnen und begrüntem Hof; frühere Verwaltungsräume werden umgewidmet. Derzeit läuft der Hochbau, der Rohbau soll bis Sommer 2026 abgeschlossen sein. Die Eröffnung des Salzburg Museums und des „Belvedere Salzburg“ ist für Herbst 2027 angedacht.
Die 1960 geborene Stella Rollig, die sich anders als Bergmann für keine weitere Amtsperiode beworben hat und 2027 als Generaldirektorin ausscheiden wird, stellte noch das neue Jahresprogramm vor. 2026 erwarten die Besucher*innen an den drei Standorten insgesamt vierzehn Präsentationen, die ein breites Spektrum künstlerischer Positionen abdeckten. Als Höhepunkte führte Rollig im Unteren Belvedere die Ausstellungen zu Ferdinand Georg Waldmüller, Anni Albers, Erna Rosenstein und Erika Giovanna Klien an. Im Belvedere 21 prägen zwei große Themenschauen das Jahr: „Stellprobe“ rücke ab Juni die Neuerwerbungen der vergangenen Dekade ins Zentrum und zeige, wie sich die Sammlung weiterentwickelt, während „Feminist Futures Forever“ ab November vergangene und gegenwärtige feministische Perspektiven zusammenführe und in visionäre Zukunftsbilder übersetze. |