Trier feiert 40 Jahre Welterbe  |  | Welterbe: Die Porta Nigra in Trier | |
Heuer jährt sich zum 40. Mal die Aufnahme der römischen Baudenkmäler, des Doms und der Liebfrauenkirche in Trier in die Welterbeliste der UNESCO. Während der zehnten Tagung des UNESCO-Welterbekomitees in Paris erfolgte die offizielle Eintragung am 28. November 1986. Bis heute ist die Zahl deutscher Stätten auf 55 angewachsen, beginnend im Jahr 1978 mit dem Aachener Dom. Obgleich der Stichtag der Registrierung Triers noch einige Monate entfernt liegt, starten die Stadt und das Land Rheinland-Pfalz schon jetzt mit Würdigungen im Rahmen eines Festjahres.
Den Auftakt bestreitet am 31. Januar die öffentliche Festveranstaltung in der Konstantinbasilika. Die heutige protestantische Kirche diente einst dem römischen Kaiser als Audienzsaal und nimmt einen zentralen Platz unter den Trierer Welterbestätten ein. Höhepunkt wird eine eigens für das Jubiläum entwickelte Licht- und Rauminszenierung des Lichtdesigners Manfred Olma sein. Seine Inszenierung soll die Besucher*innen mittels Lasertechnik auf eine visuelle Zeitreise durch die Welterbemonumente über 2000 Jahre hinweg mitnehmen. Atmosphärisch begleitet wird die Aufführung von einer Improvisation des Kirchenmusikdirektors Martin Bambauer auf der Basilika-Orgel.
Über das gesamte Jahr entfaltet sich dann eine Serie von Führungen, Ausstellungen und Veranstaltungen. So wird das Amphitheater nicht nur zur Bühne für Konzerte unter anderem mit der Sängerin Katie Melua oder der Band „Fury in the Slaughterhouse“, sondern auch zur Trainingsstätte von Gladiatoren, in der Schaukämpfe Hintergrundwissen des einstigen blutigen Berufsports vermitteln. In den Kaiserthermen laden Probierküchen zu geschmacklichen Entdeckungen ein, Küchengeräte stellen die Arbeit in römischen Feldküchen vor. Zahlreiche Führungen finden zudem an Orten statt, zu denen normalerweise kein öffentlicher Zutritt besteht. In unterirdischen Gängen unter der Basilika können ehemalige Wohnbauten erkundet oder in den drei Krypten des Domes segensreiche Entdeckungen gemacht werden. Die Relikte früherer Wasserleitungen oder die Ruinen der einst prachtvoll ausgestatteten Barbarathermen sollen die Funktionen der früheren Wellnesstempel als soziale Treffpunkte und Meisterwerke der Ingenieurkunst vermitteln.
Abseits der neun römischen Hauptbauwerke, der Porta Nigra, der Konstantinbasilika, der Kaiserthermen, der Barbarathermen, des Amphitheaters, der Römerbrücke und der Igeler Säule sowie des auf römischen Fundamenten stehenden Doms und der Liebfrauenkirche, kommt auch die zeitgenössische Kunst zu ihrem Recht. Mit dem neuen landesweiten Ausstellungsformat „Rheinland-Pfalz Triennale“ wird hier vom 24. April bis zum 31. Mai die Gegenwartskunst mit dem besonderen Augenmerk auf Sichtbarkeit, Teilhabe und Dialog mit der historischen Topografie in einen spannungsreichen Austausch treten. Aus über 500 eingereichten Bewerbungen wurden dazu von einer Fachjury 53 künstlerische Positionen ausgewählt. |