Rostocker Kunstpreis für Giacomo Orth  |  | Giacomo Orth wurde mit dem Rostocker Kunstpreis 2025 ausgezeichnet | |
Am Wochenende hat Giacomo Orth den Rostocker Kunstpreis 2025 erhalten. Der 1996 in Rostock geborene, heute in Bad Doberan lebende Künstler konnte sich damit gegen seine drei Finalist*innen Christoph Knitter, Hannes Schützler und Pauline Stopp durchsetzen. Für Orth spreche, dass er die Intensität der Zeichnung mit grafischen zeitgenössischen Verständnis für das heutige, öffentlich partizipielle Medium des Bildes verbinde, so Jurymitglied und Laudator Christian Weihrauch, Professor an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig. „Giacomo Orth zeichnet an medialen Zuständen, die nicht die Präsenz einzelner Dinge meinen, sondern die Verhältnisse von aufwändiger Interaktion in Zeitlupe zur bildnerisch festgehaltenen Millisekunde unserer Wirklichkeit thematisieren. Was der Schweizer Künstler Franz Gertsch im klassischen Motiv des fotorealistischen Bildes meinte, erweitert Giacomo Orth um die flüssig anmutenden Phasen der Zwischenräume, des Fluiden zwischen den alltäglichen Dingen“, so Weihrauch weiter.
Giacomo Orth studierte von 2014 bis 2021 am Caspar-David-Friedrich-Institut der Universität Greifswald bei Michael Soltau und Rozbeh Asmani. Seither ist er dort als künstlerischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für Neue Medien und angewandte Grafik tätig. Nach fotografischen Vorlagen, aber auch aus der Fantasie kreiert er oft großformatige schwarzweiße Zeichnungen in einem hyperrealistischen, teils verschwommenen Stil. Seine Sujets findet er dabei in der Natur, wie Ausschnitte aus Wäldern mit ihrem Astwerk, Strände an der Ostsee oder die Roentgen-Aufnahme einer Wirbelsäule. Aber auch das mechanische Innenleben von Uhren fasziniert ihn. Träumerisch wird es bei Orth, wenn er auf seiner Kohlezeichnung „aquanauts“ von 2023 in eine Unterwasserwelt blickt, durch die eine Reihe von altertümlich ausgestatteten Tauchern zieht.
Seit 2006 vergeben die Kulturstiftung Rostock e.V. und die Stadt Rostock jährlich den Rostocker Kunstpreis in wechselnden Genres, diesmal für die Gattung „Künstlerische Grafik“. Dafür lagen 2025 insgesamt 43 Bewerbungen vor, aus denen die Jury den Finalistenkreis ausgewählt hat. Neben dem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, das von der Provinzial-Versicherung finanziert wird, erwirbt die Stadt Rostock von allen vier Nominierten Werke für die Sammlung der Kunsthalle Rostock, wo aktuell auch die Schau mit Arbeiten der Kandidaten stattfindet.
Die Ausstellung „Rostocker Kunstpreis 2025“ ist noch bis zum 25. Januar zu sehen. Die Kunsthalle Rostock hat dienstags bis sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 6 Euro, ermäßigt 4 Euro.
Kunsthalle Rostock
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