 |  | Georg Friedrich Kersting, Interieur mit Fensterausblick, 1838 | |
Es ist nur ein leeres Zimmer, spartanisch mit einem Sofa, einem runden kleinen Tisch, einem Stuhl, einem Trumeauspiegel, einer Spiegelkommode samt Vase, einer Deckenlampe und einem Gemälde eingerichtet. Doch Georg Friedrich Kerstings „Interieur mit Fensterausblick“, um 1840 in schwarzer Tusche, Feder und Pinsel fein und akkurat mit noch sichtbaren Konstruktionslinien gezeichnet, ließ die Sammler im Auktionshaus Bassenge nicht locker. Kersting, ein enger Freund Caspar David Friedrichs, der die bekanntesten Interieurbilder der deutschen Romantik schuf, lässt das Auge ruhig durch die Zeichnung wandern, lenkt den Blick auf das mittige Fenster, das sich zu einer Häuserfassade und einem Kirchturm öffnet, und gestaltet den Raum in einer klaren Bildsprache und sensiblen Lichtwirkung. Nichts lenkt von der reduzierten Architektur und dem schlichten, gleichwohl geschmackvollen Biedermeiermobiliar ab. Kerstings kleine abgeschlossene Welt, aus der er alles Anekdotische verbannt hat, strahlt Stille und Ruhe aus und lädt zum friedlichen Erholen vom schweren, zu seinen Zeiten oft auch kriegerischen Alltag ein.
Solche Innenraumdarstellungen Kerstings sind überaus rar. Lediglich dreizehn Zeichnungen dieser Art sind bekannt, acht davon gehören zu Museumssammlungen, eine gilt als verschollen. Daher hatte Bassenge das Blatt, das seit 1979 in einer Hannoveraner Privatsammlung beheimatet war, schon anspruchsvoll mit 75.000 Euro bewertet. Doch dabei blieb es am 28. November in Berlin nicht: Die Bieterschaft legte noch einmal 20.000 Euro drauf und machte Georg Friedrich Kerstings „Interieur mit Fensterausblick“ zum bestbezahlten Posten der Auktion „Zeichnungen des 16. bis 19. Jahrhunderts“. Erst mit einem größeren Abstand folgte dann bei 23.000 Euro Louis-Jean Desprez’ atmosphärisches Blatt „Illumination de la Croix de Saint-Pierre“ von etwa 1787. Die Zeichnung der Gründonnerstagsliturgie in der Vierung der Peterskirche in Rom diente als Vorlage für eine Suite mit kolorierten Umrissradierungen, die Desprez gemeinsam mit Francesco Piranesi schuf. Sie legte von 9.000 Euro auf 23.000 Euro zu.
Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von über 72,4 Prozent und einem Bruttoumsatz von rund 530.000 Euro erreichte Bassenge ein sehr respektables Ergebnis, das noch etwas besser hätte ausfallen können, wären etwa noch Johan Verwers Skizze von Rankengewächsen und Gräsern, die beiden fantasievollen aquarellierten Ruinencapriccios von Jean Henry Alexandre Pernet (Taxe je 12.000 EUR) oder Eugen Adams farbfrisches Panorama von der Jägerhöhe über die Salzach nach Salzburg aus dem Jahr 1837 verkauft worden (Taxe 6.000 EUR). Dem standen dann aber einige gewinnbringende Steigerungen gegenüber, etwa Adrian Zinggs bildmäßig ausgeführte Federzeichnung des barocken Schlosses Moritzburg bei Dresden auf 9.000 Euro (Taxe 4.500 EUR), Anton Graffs skizziertes Bildnis des jungen sächsischen Prinzen Maximilian Maria Joseph aus den 1760er Jahren auf 3.600 Euro (Taxe 1.800 EUR) oder ein überwucherter südlicher Torbogen mit Hirten und ihrer hindurchziehenden Herde von Jacob Cats aus dieser Zeit, der die gleiche Preisverdoppelung erwirtschaftete.
Zeichnungen Alter Meister
Bei den Alten Meistern konzentrierte sich das Interesse auf den recht unscheinbaren Blick eines unbekannten niederländischen Meisters in eine Gracht mit einer Steinbrücke und verhalf der Kreidezeichnung zu unerwarteten 6.000 Euro (Taxe 1.200 EUR). Jacob van der Ulft freute sich über 3.600 Euro für seine dicht lavierte braune Zeichnung einer südländischen Stadt an einem Hafen mit antiken Versatzstücken (Taxe 2.800 EUR), eine schnell hingestrichelte Beschneidung Christi des frühen 17. Jahrhunderts mit der alten Zuschreibung an einen der Carracci-Brüder auf der Rückseite über 2.000 Euro (Taxe 400 EUR), während Pier Francesco Mazzucchellis Wappen des Hauses Savoyen, das von Engeln in den Wolken getragen wird und wohl als Studie für ein Deckenfresko diente, von 4.000 Euro auf 3.000 Euro nachgab. Einen noch deutlicheren Abschlag musste Giovanni Francesco Grimaldi verkraften. Seine barocke Federzeichnung mit einem Entwurf für die berühmte Spanische Treppe in Rom aus der Zeit um 1660 fiel von 12.000 Euro auf 6.500 Euro zurück.
Der 1685 in Bernried geborene Matthias Diesel war ein barocker Gartenarchitekt und arbeitete zwischen 1717 und 1723 an dem Vedutenwerk „Erlustierende Augenweide in Vorstellung herrlicher Gärten und Lustgebäude“, das heute als bedeutendste und häufig einzige Quelle für die Darstellung barocker Schlossgärten in Bayern im frühen 18. Jahrhundert gilt. Diesel nahm darin aber auch den „Prospect und Perspektiv der königlichen Residenz und Lustgarten Versailles“ auf, der nun 1.700 Euro einspielte, genauso wie der „Prospect des königl. Lust und Gartengebäu Trianon nechst Versailles“ (Taxe je 1.800 EUR). Sein „Prospect und Perspectiv des Graf Königsfeldischen Lust-Garten zu Eglosheim“ verfehlte mit 900 Euro seine Schätzung von 1.200 Euro ebenfalls. Auch Christian Wilhelm Ernst Dietrichs mit fremdländischen Figuren à la Rembrandt angereicherte „Darstellung Christi im Tempel“ aus dem Jahr 1732 erreichte nur ihr Limit von 3.000 Euro (Taxe 3.500 EUR).
Mehr Zugkraft entfaltete dann Daniel Nikolaus Chodowiecki vor allem mit seinen Szenen aus dem alltäglichen Leben. So kletterte seine Dame am Spinnrocken von 1.200 Euro auf 2.800 Euro, eine Kleiderkammer samt Accessoires eines Mädchens und eines Jungen, eine Entwurfszeichnung zu Johann Bernhard Basedows reformpädagogischem „Elementarwerk“ von 1774, von 2.400 Euro auf 4.400 Euro und eine kleine Damengesellschaft beim Kartenspiel, Lesen und Stricken unter den Titel „Der kleine l’Hombre-Tisch“ von 1.800 Euro gar auf 7.500 Euro. Über Franz Xaver Apell ist so gut wie nichts bekannt. Bei Bassenge ist er nun mit einem illusionistisch herausragenden Quodlibet in Erscheinung getreten, das seinen Namen, den Entstehungsort Erfurt und die Datierung Oktober 1795 trägt. Gewidmet hat Apell das bunte Durcheinander über einer gezeichneten Landkarte mit Erfurt im Zentrum „Einer guten Mutter, Bruder und Schwestern zum Denkmahl Ihrer mir erzeigten Liebe und Zärtlichkeit“ und darauf viele persönliche Anspielungen auf die Familie versammelt, etwa Scherenschnittportraits, verschiedene Notenblätter, einen Brief mit Siegel, ein Stickmuster mit dem Familiennamen, eine Zeichnung mit dem Grabmal von Vater und Bruder, ein Erfurtisches Intelligenzblatt und vieles mehr. Das war einem Sammler nun 2.200 Euro wert (Taxe 1.200 EUR).
Zeichnungen des 19. Jahrhunderts
Ein erster Höhepunkt bei den Neueren Meistern waren die Pastellpendants des preußischen Königs Friedrich Wilhelm III. in blau-roter Uniform mit schwarzem Adlerorden als Halbportrait und seiner Gemahlin Königin Luise im damals modischen Chemisekleid. Die lebensnahen Portraits des beliebten Königspaars, die Nikolaus Lauer um 1798/99 ohne Herrscherinsignien ausstattete, kamen auf 14.000 Euro (Taxe 12.000 EUR). Bei den deutschen Romantikern pickte sich die Kundschaft dann gezielt ihre Vorlieben heraus, etwa Ferdinand Oliviers menschenleere Waldpartie mit einer etwas ruinösen Wassermühle um 1810 bei 3.400 Euro (Taxe 1.200 EUR) oder Johan Christian Dahls norwegische Gebirgslandschaft mit Dorf für 2.600 Euro (Taxe 2.400 EUR). Dahls hochromantische Felsenburg auf einem schwer zugänglichen Bergpflock von 1835 zeigte sich mit 2.000 Euro eher bescheiden (Taxe 3.000 EUR), genauso wie Johann Christoph Erhards Eingangstor der Ruine Pillenreuth mit heimziehenden Landarbeiter bei 1.500 Euro (Taxe 1.800 EUR), Adrian Ludwig Richters „Junilandschaft mit dem Regenbogen“, eine Studie zu dem gleichnamigen Gemälde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, bei 1.000 Euro (Taxe 1.500 EUR) oder Christian Gottlob Hammers aquarellierter Blick über das Elbtal östlich von Pirna auf den Felsen der Königsnase mit einer Hirtin samt Schafherde aus dem Jahr 1814 bei 3.600 Euro (Taxe 4.500 EUR). Philipp Otto Runges Scherenschnitt eines weißen Eichenblattzweigs auf blauem Untersatz musste gar bis zum Nachverkauf warten, um bei 9.600 Euro erlöst zu werden (Taxe 12.000 EUR).
Nicht viel anders sah es bei den Deutschrömern jener Zeit aus. Heinrich Drebers „Blick von der Sorrentiner Halbinsel auf Capri“ mit mächtigen knorrigen Eichen im Vordergrund verharrte bei 2.250 Euro (Taxe 2.800 EUR), Michael Nehers majestätische Ansicht auf das Castel Gandolfo bei 1.100 Euro (Taxe 1.200 EUR) und Johann Martin von Rohdens steil aufragendes Felsmassiv mit den Ruinen eines Castello bei 600 Euro (Taxe 800 EUR). In den sauren Apfel musste zudem Rudolf von Alt beißen. Sein Aquarell „Tempel der Vesta auf dem Forum Boarium in Rom“ von 1865, der heute als Heiligtum des Hercules Victor gilt, blieb mit 15.000 Euro unter der Erwartungen von 18.000 Euro zurück. Erst bei Wilhelm Busch schnellten die Gebote wieder in die Höhe: Die Karikatur seiner selbst mit übergroßer Schieberkappe und dramatisch gezwirbeltem Schnauzer, datiert auf das Jahr 1858, als Busch noch unbekannt war und die damals „Vielgeliebte“ Anna Richter nicht ehelichen konnte, da ihm ein gesichertes Einkommen fehlte, verzehnfachte ihren Wert auf 8.000 Euro.
Gute Zuschläge verzeichneten dann noch der Brite William Callow mit seinem Aquarell ankernder Handelsschiffe von 1853 bei 3.200 Euro (Taxe 800 EUR), der Orientalist Amadeo Preziosi mit seinen drei in gleicher Technik ausgeführten osmanischen Krieger vor der Kulisse Istanbuls bei 2.800 Euro (Taxe 1.800 EUR), der Italiener Ernesto Bensa mit dem plüschig-blumigen „Salon der Großfürstin Olga Nikolajewna in der Villa di Quarto bei Florenz“ von 1888 bei 3.000 Euro (Taxe 1.200 EUR) und Franz Skarbina mit seinem in ebendiesem Jahr flott gouachierten stehenden alten Mann im braunen Mantel mit Hut und Gehstock bei 1.600 Euro (Taxe 750 EUR). Sein Berliner Kollege Adolph von Menzel hatte mit seinen zwei realistische Skizzen „Frau im Korsett, den Kopf geneigt“ von 1896 bei 3.000 Euro (Taxe 4.000 EUR) und der „Rückenansicht eines Mannes samt Schriftstück“ bei 4.000 Euro nicht so viel Glück (Taxe 6.000 EUR). Beim Symbolismus honorierten die Bieter vor allem Max Klingers unergründliche Federzeichnung „Der Gondoliere und das Mädchen“ mit 14.000 Euro (Taxe 2.400 EUR). Für das „Lichtgebet“ von Fidus, alias Hugo Höppener, in dem ein nackter Jüngling auf einem Felsen dem Himmel zustrebt, kamen taxkonforme 7.500 Euro zusammen. Schon in die Moderne weisen Emil Pirchans abstrakte, blütenartige Wasserfarbenkompositionen um 1906/07, die mit 1.800 Euro und 4.600 Euro einmal über, das andere Mal unter den Erwartungen übernommen wurden.
Gemälde Alter Meister
Bei den Gemälden Alter und Neuerer Meister ließen die Bieter mit einer losbezogenen Verkaufsrate von 61 Prozent größere Lücken und hielten sich bei den teuren Offerten auffallend zurück. So straften sie etwa Peter Gertners erst vor kurzem wiederentdecktes Renaissancebildnis des Kurfürsten Ottheinrich von Pfalz-Neuburg (Taxe 75.000 EUR), den gelehrten heiligen Hieronymus in seinem Gehäus, die mit Vanitasmotiven dicht bestückte Schreibstube eines deutschen Malers um 1550 (Taxe 24.000 EUR), oder die für Bassenge unübliche Skulptur der knienden Maria Magdalena mit Salbgefäß, die der Meister der Nürnberger Madonna um 1505/15 mit gesenktem Haupt wohl für eine Kreuzigungsgruppe aus Lindenholz geschnitzt hat, mit Nichtbeachtung (Taxe 18.000 EUR). Auch Johann Heinrich Schönfelds voyeuristische Badeszene „Diana und Aktäon“ von 1662/63 schaffte den Absprung bei 15.000 Euro nicht, ebenso Hendrik de Fromantious barockes Jagdstillleben mit Rebhuhn, Singvögeln und neugierigen Schnecken in einer Steinnische bei 12.000 Euro.
Bei den Alten Meistern, die sich nur zu knapp 44 Prozent verabschiedeten, waren es die zunächst unscheinbaren Werke nicht genauer Herkunft, die die Kauflust des Publikums anregten, so das manieristische Altarbild einer „Kreuzigung“ mit einem genauso figurenreichen „Jüngsten Gericht“ auf der Rückseite. Die ungewöhnlich große Kupfertafel, die nun 11.000 Euro kostete, verweist auf einen Urheber am Münchner oder Prager Hof um 1600, wo diese Technik besonders beliebt war (Taxe 12.000 EUR). An einer weiten, nach hinten verblauenden Hügellandschaft mit einem gotischen Schloss im Vordergrund, in die ein Maler aus dem Umfeld Lucas Gassels noch klein die biblische Erzählung von der Verstoßung Hagars integriert hat, blieben 6.300 Euro hängen (Taxe 4.000 EUR). Der barocke Mose mit den Gesetzestafeln und tiefblauen Augen, die der Farbe seines samtigen Umhangs entsprechen, ließ sich nur dem Umkreis Philippe de Champaignes zuordnen. Dennoch wurden aus den 5.000 Euro letztlich 11.000 Euro. Ihrem preislichen Höhepunkt strebten die Alten Meister gegen Ende mit zwei günstig bewerteten, kleinen Venedig-Veduten Giuseppe Bernardino Bisons zu, die aufgrund ihrer Größe und Anlage als Pendants gelten können, aber auf zwei Losnummern aufgeteilt waren: Der „Blick von der Piazzetta auf den Canal Grande und Santa Maria della Salute“ verlangte 15.000 Euro, „Die Piazza San Marco“ 18.500 Euro und damit mehr als im November 2016. Damals wurden sie bei Bassenge schon einmal für 10.000 Euro, respektive 9.000 Euro gehandelt (Taxe je 8.000 EUR).
Gemälde des 19. Jahrhunderts
Bei den Werken des 19. Jahrhunderts, bei denen die Verkaufsrate deutlich auf 63,5 Prozent zulegte, hatte Bassenge wiederum ein ansprechendes Gemäldepaar auseinandergerissen, das nun leider getrennte Wege geht. Während Johann Baptist Reiters Bildnis seines Sohnes Moritz als Edelknabe in einem renaissancehaften feuerroten Kostüm samt passendem buntem Hut, der zwei fliegende Paradiesvögel an einer Schnur hält, keinen Anklang fand, stritten sich die Käufer um Reiters blonde Tochter Alexandrine als Edelfräulein mit buntem Paradiesvogel in ihrer Hand und einer Fantasiefrisur samt Perlen, Schmuck und Tuch im Haar, bis 24.000 Euro erreicht waren (Taxe je 15.000 EUR). Bei der Portraitkunst reüssierten noch Carl Friedrich Wilhelm Trautscholds Selbstbildnis im Alter von 30 Jahren mit hoher Stirn und etwas unsicherem Blick für gute 5.500 Euro (Taxe 900 EUR) und das Konterfei des Dogen Leonardo Loredan, bei dem ein gewisser E. Hinchliffe in London Giovanni Bellinis berühmte Vorlage von 1501/02 recht exakt kopierte. Hierfür gab es 7.000 Euro (Taxe 1.500 EUR).
Bei Karolina Beata Hauke, Tochter eines deutsch-polnischen Industriellen, die in den 1820er Jahren vor Franz Xaver Lampis Staffelei saß und mit grauen Augen und hoch gesteckten braunen Locken zart aus dem Bild blickt, folgte der gedämpften Farbigkeit auch das maßvolle Resultat von 10.000 Euro (Taxe 16.000 EUR). Bei Erwin Heckmanns selbstbewusstem Selbstbildnis als junger Mann von 1909 im dramatischen Schwarz-Weiß-Kontrast mit weißem Pullover und weißer Winterkappe vor dunklem Hintergrund nahm das Auktionsgeschehen mit 4.400 Euro wieder Fahrt auf (Taxe 1.200 EUR), ebenso bei Theodor Baierls Darstellung des Architekten Robert Vorhoelzer von 1923 im Stil der Dürer-Zeit: Der Leiter des Baureferats der Münchner Oberpostdirektion, der mit seinen Bauten im Stil des Expressionismus und des Bauhauses als früher Vertreter der ansonsten in Bayern eher unterrepräsentierten Moderne gilt, sammelte 15.000 Euro ein (Taxe 7.500 EUR).
Teuerste Position bei den Gemälden war Barend Cornelis Koekkoeks „Große Winterlandschaft mit Eseltreiber im Sonnenlicht“ mit 60.000 Euro. Auch wenn sie ihre Erwartung von 75.000 Euro damit deutlich unterschritt, hat die romantische erhabene Naturschilderung von 1834 nach mehreren Anläufen nun den Besitzer gewechselt. Manchmal wollte Landschaftliches nicht so recht zünden, darunter der Blick auf das entfernte München unter sommerlichen Gewitterwolken von Eduard Schleich d.Ä. bei 7.200 Euro (Taxe 9.000 EUR), Carl Julius von Leypolds kalte Winterlandschaft mit verschneitem Bauerngehöft bei 6.000 Euro (Taxe 7.500 EUR) oder Henri-Joseph Harpignies’ Abendstimmung über einer Flusslandschaft bei 2.600 Euro (Taxe 3.200 EUR). Anders traten dagegen Christian Friedrich Gille mit seiner atmosphärischen Wolkenstudie bei untergehender Sonne für 4.200 Euro (Taxe 3.000 EUR), Carl Maria Nicolaus Hummel mit seiner ruhigen Ansicht von Burg und Schloss Allstedt im Südharz für 3.200 Euro (Taxe 2.400 EUR) oder Georg Heinrich Crola mit seiner weiten menschenleeren Harzlandschaft im Morgenlicht von 1878 für 4.600 Euro auf (Taxe 3.000 EUR).
Auch einige weiter angereiste Maler konnten die Sammler für sich einnehmen, etwa der Tscheche Vilém Kreibich, der aus einer Eisenbahnerfamilie stammte und 1912 daher die Bahnhofsszene „Vor der Abfahrt“ mit einer dampfenden Lokomotive auf den winterlich weißen Gleisen schilderte. 3.800 Euro waren sein Gewinn (Taxe 2.400 EUR). Aus Litauen machte der Impressionist Petras Kalpokas mit einem baumbestandenen Bachlauf im Vorfrühling aus dem Jahr 1905 auf sich aufmerksam und konnte sich bei 26.000 Euro über mangelnden Zuspruch nicht beklagen (Taxe 8.000 EUR), aus Dänemark Thorald Læssøe, der seinen sonnenbeschienenen Titusbogen in Rom mit einigen Leuten davor bei 4.200 Euro abgab (Taxe 4.500 EUR). Aus den zahlreich anwesenden dänischen Künstler ragten noch der Realist Hans Michael Therkildsen mit einem nachdenklichen Jungen samt Fischreuse am Strand (Taxe 3.500 EUR) und Hans Hilsøe mit dem für die dänische Malerei so prägnanten Interieur eines stillen Wohnzimmers für jeweils 3.800 Euro heraus (Taxe 3.000 EUR). Nach Frankreich ging es dann mit Jules Joseph Lefebvre und seinem schüchternen orientalischen Akt samt rotem Schleier und Tamburin bei herbstlichem Blätterabfall für 9.500 Euro (Taxe 4.000 EUR), ehe mit Maria Slavona und ihrem leuchtenden Blumenstrauß in einem blauen Tonkrug auf einer blau-weiß gestreiften Tischdecke für 10.000 Euro noch einmal eine Berliner Impressionistin das Interesse auf sich bündelte (Taxe 3.000 EUR).
Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld. |