Partnerschaft zwischen dem Haus Hessen und dem Land Hessen  |  | Das Schloss Fasanerie in Eichenzell bei Fulda könnte an das Land Hessen übergehen | |
Das Bundesland Hessen hat ein Angebot zur Übernahme von Schlössern, Parks und Museen des Hauses Hessen erhalten und will dieses nun prüfen. Wie die Hessische Staatskanzlei mitteilte, habe Donatus Landgraf von Hessen, Oberhaupt des Hauses, dem Land eine Partnerschaft bei Unterstützung für den Erhalt der Kulturdenkmäler in Aussicht gestellt. Damit will das Haus Hessen dazu beitragen, die Kulturgüter dauerhaft zu bewahren und für die Öffentlichkeit weiterhin zugänglich zu halten. Der hessische Ministerpräsident Boris Rhein sprach von einem kulturpolitischen Signal mit großer Strahlkraft. Die in Rede stehenden Schlösser, Parks und Museen seien weit mehr als die Zeugnisse der jahrhundertealten Geschichte Hessens. „Sie sind Träger von Erinnerung, Identität und kulturellem Erbe, erzählen von Persönlichkeiten, die unser Land geprägt haben, und schaffen Räume, die bis zum heutigen Tag Heimat und Geschichte erlebbar machen. Wir werden den Vorschlag des Hauses Hessen nun sorgfältig, ergebnisoffen und mit Blick auf die herausragende historische Bedeutung der angebotenen Kulturgüter prüfen“, so Rhein.
Auch Finanzminister Alexander Lorz begrüßte die Initiative des Landgrafen: „Das Land wird die möglichen kulturellen, denkmalpflegerischen und finanziellen Auswirkungen sorgfältig prüfen, um gemeinsam mit dem Haus Hessen zu entscheiden, ob und in welcher Form eine Übernahme zum Wohl der Allgemeinheit möglich ist.“ Eingeschlossen in das Angebot des Hauses Hessen sind das Schloss Friedrichshof in Kronberg, das heute als „Schlosshotel Kronberg“ genutzt wird, das Schloss und das Schlossmuseum Fasanerie bei Eichenzell, die beiden Mausoleen auf der Rosenhöhe in Darmstadt sowie mehrere Wohnimmobilien und Liegenschaften in Eichenzell, Hanau und Kronberg. Das Land soll sicherstellen, dass die Kulturgüter dauerhaft erhalten bleiben und ihr kulturhistorischer Wert für alle Bürgerinnen und Bürger erlebbar bleibt.
„Nach einem intensiven Entscheidungsprozess haben wir uns als Familie und als Haus Hessen entschieden, dem Land anzubieten, die Kulturstiftung des Hauses Hessen zu übernehmen. Dies soll mit allen Rechten und Pflichten gelten“, äußerte sich Donatus Landgraf von Hessen. „Wir wollen damit unseren Beitrag leisten, das kulturelle und historische Erbe unseres Landes verantwortungsvoll zusammenzuhalten und es dazu in staatliche Hände geben. Das Haus Hessen wurde infolge des Ersten Weltkrieges im Jahr 1928 mit der Gründung der Hessischen Hausstiftung verpflichtet, sein historisches Erbe, zu dem heute noch neben Schloss Fasanerie und Schloss Friedrichshof weitere Herrenhäuser und Parkanlagen sowie zahlreiche Kunstsammlungen gehören, zu erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Eine Übergabe der Kulturstiftung des Hauses Hessen an das Land Hessen könnte beide Stiftungen in ihrem Bestand für die Zukunft sichern.“
Kulturminister Timon Gremmels zeigte sich gleichfalls über die Offerte erfreut. Man wolle nun ergebnisoffen prüfen, wie weitere der Kulturgüter des Hauses Hessen erhalten bleiben und weiterhin erlebbar präsentiert werden können. Der Blick werde insbesondere darauf fallen, wie aus den Stiftungserlösen mögliche Kosten gedeckt werden können. „Die Zusammenarbeit mit dem Haus Hessen kann eine bedeutende Weiterentwicklung unseres kulturellen Erbes und auch eine erhebliche Stärkung unseres Standortfaktors für Hessen einläuten“, schloss Gremmels. |