Art Karlsruhe startet  |  | auf der Art Karlsruhe 2026 | |
Heute beginnt die Art Karlsruhe und damit die erste große Kunstmesse des Jahres in Deutschland. Für die 23. Ausgabe der inzwischen fest im Messekalender etablierten Verkaufsschau haben sich rund 180 Galerien aus 18 Ländern angesagt und präsentieren Kunst von der Moderne bis zur Gegenwart. Dabei will das seit 2024 amtierende Führungsduo aus dem Berliner Galeristen Kristian Jarmuschek, zugleich Vorsitzender des Bundesverbandes Deutscher Galerien und Kunsthändler, und der internen Projektleiterin Olga Blaß auf Qualität setzen und einen Dialog zwischen Geschichte und Gegenwart initiieren: Von Ernst Ludwig Kirchner bis Mary-Audrey Ramirez, von Joan Miró bis zur interaktiven KI-Installation. Zudem bleibt der Zugang zum Kunstsammeln ihr zentrales Anliegen. „Wir möchten neue Sammlerinnen und Sammler ansprechen, mit klaren, gut kuratierten Einstiegsformaten“, so Blaß. Mit dem „start:block“, der fokussierte Werkvorschläge zum Einstieg präsentiert, dem „paper:square“, der sich der Vielfalt des Mediums Papier widmet, und dem „academy:square“, der Absolvierende baden-württembergischer Kunsthochschulen sichtbar macht, setzt die Messe dazu konkrete Anreize.
Ein weiteres neues Format ist der Bereich „re:discover“. Hierbei stellen Messeteilnehmer an ihren Ständen ältere Positionen vor, die aus dem Blickfeld der Kunstszene gerückt sind. So macht etwa die Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier auf Vera Mercer aufmerksam. Die 1936 in Berlin geborene Fotografin gilt als Meisterin der komponierten, bildgewaltigen Stillleben. Ihre Arbeiten verbinden opulente Darstellungen von Früchten, Tieren und Objekten mit Erinnerungen an Barockmalerei und ihrer Biografie zwischen Berlin, Paris und den USA. Die Freiburger Galerie Claeys rückt in ihrem „re:discover“-Beitrag die 1958 geborene Malerin und Objektkünstlerin Detel Aurand mit ihren teils kleinteilig versponnen, teils geometrisch inspirierten Gemälden und Skulpturen in den Mittelpunkt. Für ihre poetischen und spirituell geprägten Arbeiten schöpft Aurand aus inneren Bildern, inspiriert durch Natur, persönliche Erlebnisse oder Träume.
Mit „re:discover“ ist das das Format „re:frame“ verwandt. Hier dreht sich alles um Künstlernachlässe. Gestartet im vergangenen Jahr, zeigen heuer sechs durch Galerien präsentierte Beispiele, wie Nachlasspflege verantwortungsvoll, sichtbar und lebendig gelingen kann. Dafür hat die Galerie Alfred Knecht aus Karlsruhe das künstlerische Vermächtnis des 2024 verstorbenen Malers Andreas Lau mitgebracht. Zunächst scheinen seine Arbeiten ungegenständliche Spielerein. Doch mit der Zeit lösen sich aus den kleinteiligen gerasterten Strukturen oder welligen Farbflächen Gesichter heraus. Für diese Art von Porträts war Lau bekannt. Fast ein Alleinstellungsmerkmal der Art Karlsruhe sind die Skulpturenplätze, die zwischen den Galerienkojen eingestreut sind und das dicht verwobene Gefüge der Messestände auflockern. Elisa Manig bespielt dabei den Platz der Galerie Jarmuschek + Partner von Messeleiter Kristian Jarmuschek. Wie in ihren Schaffen üblich, greift die 1987 geborenen Bildhauerin dabei auf industriell wirkende Metallformen zurück und hat für „Shakles“ zwei rund fünf Meter lange Stränge aus gebogenen und gekanteten schwarzen Stahlelementen mit brünierter Oberfläche an Schwerlastgurte aufgefädelt. Die jeweils rund 40 Kilogramm schweren Objekte hängen parallel von der Decke herab und enden auf einem Hügel aus Kies und Geröll.
Die Art Karlsruhe läuft vom 5. bis zum 8. Februar und hat täglich von 11 bis 19 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 29 Euro, ermäßigt 25 Euro, die Zweitageskarte 44 Euro bzw. 40 Euro und die Abendkarte ab 16 Uhr 24 Euro. Bei Online-Buchungen sind die Tickets jeweils 2 Euro günstiger.
Art Karlsruhe
Messe Karlsruhe
Messeallee 1
D-76287 Rheinstetten |