Loth-Skulpturenpreis für Robert Schad  |  | Robert Schad und die Galerie Schlichtenmaier haben auf der Art Karlsruhe den Loth-Skulpturenpreis erhalten | |
Den Loth-Skulpturenpreis haben heuer Robert Schad und die ihn vertretende Galerie Schlichtenmaier erhalten. Die mit 20.000 Euro dotierte Auszeichnung, die zu gleichen Teilen an den gebürtigen Ravensburger Stahlbildhauer und die Stuttgarter Galerie geht, wurde ihnen am Freitagabend auf der Art Karlsruhe für den besten Skulpturenplatz der Kunstmesse überreicht. In seiner Laudatio begründete Jurysprecher Alexander Heil, Nachlassverwalter sowie Neffe von Wilhelm Loth, die Wahl wie folgt: „In seiner Karlsruher Zusammenstellung ist es dem Künstler erneut gelungen, die Bewegungsdiagramme ‚schwerer Leichtigkeit‘ von sechs doch so unterschiedlichen Skulpturen fantasievoll zu einer schlüssigen Komposition in ein interagierendes Ensemble zusammenzufassen. Die Jury hat Robert Schad den Preis für das Jahr 2026 mehrheitlich zuerkannt, nicht zuletzt im Hinblick auf das Lebensgesamtwerk.“
Die Linie ist das wichtigste Element in Robert Schads Kunstwerken, die der 1953 geborene Bildhauer einmal als „Chiffren seiner eigenen körperlichen Befindlichkeit“ bezeichnete. Entsprechend dienen seine Zeichnungen nicht der Vorbereitung einer Skulptur, sondern sind eigenständige Kunstwerke, die ebenso mit dem Raum interagieren, wie seine Stahlarbeiten, die dennoch Raumlinie sind und einen energetisch aufgeladenen Raum aufspannen. Die scheinbar fragilen Gebilde aus gerostetem Cortenstahl haben eine große haptische Qualität. Sie stellen sich im Raum der Schwerkraft entgegen und reizen zur Überprüfung der Naturgesetze. Sie beinhalten ein tänzerisches Element, das die Wirkung der Kunstwerke ausmacht. Denn trotz der Schwere des Materials erscheinen sie in ihrer Höhen- oder Breitenausdehnung leicht und fast schwerelos.
Zum achten Mal wurde in diesem Jahr der von der L-Bank gestiftete Loth-Skulpturenpreis auf der Art Karlsruhe verliehen. Mit der Auszeichnung wird eine besondere Einzelposition im Bereich Skulptur hervorgehoben, inklusive der Galerie, die sie sichtbar macht. In diesem Jahr schlägt der Preis zugleich den Bogen zurück zu dem Namensgeber Wilhelm Loth, einem der wichtigsten Bildhauer des 20. Jahrhunderts; denn Robert Schad studierte bei ihm an der Staatlichen Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe zwischen 1974 und 1980. |