Epstein-Akten: Jack Lang tritt zurück  |  | Auch Jack Lang taucht in den Epstein-Akten auf und wird nun der Steuerhinterziehung beschuldigt | |
Jack Lang, ab 1981 ehemaliger französischer Kultur- und Bildungsminister in verschiedenen Kabinetten, gibt die Leitung des Institut du Monde Arabe in Paris auf, die er seit 2013 innehatte. Anlass sind die jüngsten Veröffentlichungen der Epstein-Akten. Dort taucht der Name des 86jährigen über 670 Mal auf. Daraufhin leitete die Pariser Staatsanwaltschaft eine Voruntersuchung gegen Jack und Caroline Lang ein. Dem ehemaligen Minister und seiner Tochter wird „Verschleierung von schwerer Steuerhinterziehung“ vorgeworfen. Zudem wird die Klärung der finanziellen Beziehungen der Familien Lang und Epstein angestrebt. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft stehen in Verbindung mit der Offshore-Kunsthandelsfirma „Prytanee“ auf den Jungferninseln. Laut der Webseite Mediapart wurde die Firma von Epstein und Caroline Lang 2016 gegründet. Lang verneint jegliche Verbindung zu „Prytanee“.
Jack Lang, der Jeffrey Epstein vor etwa 15 Jahren kennengelernt hatte, beteuerte seine Unschuld. Er habe nichts von den kriminellen Machenschaften Epsteins und seinen sexuellen Straftaten gewusst. Daher wollte er sein Amt zunächst nicht abgeben. Nach Angaben der Zeitschrift „Le Monde“ wurde Lang am Sonntag schließlich auf Bitten von Präsident Emmanuel Macron und Premierminister Sébastien Lecornu in das Außenministerium am Quai d’Orsay zitiert. Kurz danach gab Lang seinen Rücktritt bekannt. In einem Brief an den Außenminister Jean-Noël Barrot, den die Nachrichtenagentur AFP publizierte, beschreibt Lang Epstein als einen „sehr netten Mann“ und „großzügigen Sponsor“. Er und Epstein standen zwischen 2012 und 2019 kurz vor der Verhaftung des Financiers in Kontakt. |