Paula Modersohn-Becker trifft in Dresden auf Edvard Munch  |  | Paula Modersohn-Becker, Selbstbildnis mit Hand am Kinn, 1906/07 | |
Zum 150. Geburtstag der Künstlerin Paula Modersohn-Becker präsentieren die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) eine Sonderschau, die unter dem Titel „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“ zwei der eindrucksvollsten Künstlerpersönlichkeiten um 1900 in einen Dialog miteinander stellt. Mit rund 150 Gemälden, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen haben die Kuratoren Birgit Dalbajewa und Andreas Dehmer Schlüsselwerke der SKD und Leihgaben internationaler Museen, Stiftungen und privater Sammlungen zusammengetragen und arbeiten an ihnen heraus, dass beide ihren Blick auf das Wesentliche richteten: den Menschen, seine Würde, aber auch seine Verletzlichkeit. Einige der Exponate sind erstmals in Deutschland zu sehen.
Paula Modersohn-Becker, geboren 1876 in Dresden, entwickelte in Worpswede und Paris eine stark reduzierte Bildsprache und fokussierte sich dabei auf Simplizität und Naturnähe. Mit ihren Landschaften wie dem „Moorgraben“ von 1900 und ihren Portraits wie dem ebenso stillen „Mädchenkopf“ von 1905, in denen sie in ungeschönten Formen das Einfache und Ursprüngliche darstellte, zählt sie heute zu den Wegbereiter*innen des Expressionismus, obwohl ihre Kunst erst nach ihrem Tod im Jahr 1907 volle Anerkennung fand. Evard Munch hingegen erhielt durch die Kontroverse rund um seine aufreizenden, psychologisch tief durchdrungenen Gemälde wie „Vampir“ von 1895 oder „Das kranke Kind“ von 1925 bereits zu seinen Lebzeiten eine hohe Aufmerksamkeit. Das Besondere an seinen Werken ist ihre emotionale Intensität, die von Verlusten in Munchs Leben geprägt wurde.
Die beiden Künstler verbindet die Innovativität ihres künstlerischen Ausdrucks, der um 1900 in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher Umbrüche entstand. Laut dem Kuratorenduo prägten „technischer Fortschritt, Industrialisierung, neue Lebensmodelle und ein wachsender Sinn für Eigenständigkeit“ das Leben und die Kunst von Modersohn-Becker und Munch. Durch die Gegenüberstellung machen Dalbajewa und Dehmer die inhaltliche Nähe ihrer Bilder sichtbar und spürbar. Mit Werken von Vincent van Gogh, Auguste Rodin oder Ernst Ludwig Kirchner veranschaulichen sie außerdem größere Zusammenhänge im künstlerischen Denken um 1900.
Die Ausstellung „Paula Modersohn-Becker und Edvard Munch. Die großen Fragen des Lebens“ ist bis zum 31. Mai im Albertinum der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden zu sehen. Das Museum hat täglich außer montags von 11 bis 17 Uhr, donnerstags zusätzlich bis 20 Uhr geöffnet. Für den Besuch können Zeittickets und Kombitickets für die Sonderausstellung und Dauerausstellung des Albertinums erworben werden. Das Zeitticket beträgt 14 Euro und ermäßigt 10,50 Euro, das Kombiticket 19 Euro und ermäßigt 17 Euro. Besucher unter 17 Jahren erhalten freien Zugang, jedoch müssen Kinder ab sechs Jahren ab April einen Eintrittspreis von 2 Euro bezahlen. Der Ausstellungskatalog kostet im Museum 25 Euro, im Buchhandel 38 Euro.
Albertinum
Tzschirnerplatz 2
D-01067 Dresden
Telefon: +49 (0)351 – 49 14 2000 |