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Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel

Berliner Ansicht Unter den Linden mit Reiterstandbild Friedrichs des Großen, 1920 / Otto Pippel
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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Züricher Auktionshaus Koller behauptet sich bei seinen Versteigerungen mit Kunst des Impressionismus, der Moderne, Zeitgenossen und der Schweiz mit hohen Zuschlagsquoten und guten Preisen. Doch bei einigen teuren Objekten zogen die Käufer nicht mit

Der selten erotische Cézanne



Paul Cézanne,  L’après-midi à Naples (Le punch au rhum), 1876/77

Paul Cézanne, L’après-midi à Naples (Le punch au rhum), 1876/77

Paul Cézanne, ein Vater der Moderne, sorgte mit seiner Malweise im späteren Werk für Furore. Dieser Umstand wird gerade in der Schau „Cézanne“ der Fondation Beyeler ausführlich gewürdigt. Der Weg dorthin führte ihn über die Impressionisten. Ein Beispiel dieser Auseinandersetzung ist Cézannes erotisches Bild „L’après-midi à Naples“ von 1876/77, das als Reaktion auf Edouard Manets skandalöse „Olympia“ entstand. Cézanne fertigte nur wenige erotische Motive an, hier das von einem Bacchanal erschöpfte bürgerliche Paar, worauf der zweite Titel „Le punch au rhum“ anspielt. Fast wie ein Wollknäuel liegt es in einem Zimmer übereinander, wobei der Herr seinen nackten kugeligen Hintern dem Betrachter entgegenstreckt. Ein Diener, fast in Renaissancetracht gekleidet, überreicht den schon sichtlich Betrunkenen eine Schale Rumpunsch. Cézannes freche Petitesse war eines der Highlights bei Koller in Zürich und zog nun von einer Schweizer Sammlung bei taxkonformen 460.000 Franken weiter in eine deutsche.


Der provenzalische Maler lieferte zwar das teuerste Objekt der Auktion „Impressionismus & Moderne“, allerdings nicht das teuerste der Versteigerungsrunde vom 27. und 28. November, in der noch zeitgenössische und Schweizer Kunst sowie Grafik und Multiples auf dem Programm standen. Wie es für einen Züricher Kunsthandel passend ist, ging die Ehre des höchsten Zuschlags an Giovanni Giacomettis vibrierendes „Panorama in Bregaglia“ von etwa 1902. Ein Schweizer Bieter legte für das divisionistische farbintensive Alpenbild unter gelbgoldenem Abendhimmel ehrgeizige 640.000 Franken hin (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR). Unverkauft blieben aber Giacomettis 1909 im grünen Gras verewigte nackte „Ottilia“ (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR) und der Favorit der „Schweizer Kunst“, Ferdinand Hodlers frühe, noch nicht so stark stilisierte Bergansicht „Petit Salève“ um 1892 (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR). Festzuhalten ist jedoch, dass sich die Auktion „Schweizer Kunst“ mit einer Zuschlagsquote von gut 83 Prozent recht erfolgreich präsentierte. Fehlende Abnehmer gab es zudem bei den Zeitgenossen. Hier sollte Arnaldo Pomodoros wandfüllendes hieroglyphenartiges Bronzerelief „Continuum“ von 2010 an der Millionengrenze kratzen, ging allerdings leer aus.

Schweizer Kunst: Ein Siegeszug der Landschaft

Bei den Landschaften sicherte sich Félix Vallotton mit seiner stillen Abendansicht auf Honfleur von 1912 die erwünschten 300.000 Franken und belegte damit Rang Zwei bei der Schweizer Kunst. Um seine Führungsrolle nochmals zu untermauern, besetzte er zudem mit der zwei Jahre später geschaffenen abendlichen Hafenansicht „Coin de port le soir“ in der Normandie mit einem warmen goldbraunen Meer und den dunklen Purpurschatten der Bauten bei 260.000 Franken auch die dritte Position der Zuschlagsliste (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Da aller guten Dinge drei sind, reihte sich hier noch seine 1913 in zarten morgendlichen Pastelltönen gemalte „Plage au matin“ bei Houlgate mit saftigem Grün ein, die 200.000 Franken einspielte (Taxe 150.000 bis 250.000 SFR). Ihre Preisgrenzen respektierte gleichfalls Ferdinand Hodlers frühe, noch dem Realismus verpflichtete Ansicht „Fischende Kinder am Ufer der Arve“ um 1878 bei 120.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Um 55.000 Franken höher und damit um mehr als das Doppelte des unteren Schätzwertes von 70.000 Franken verabschiedete sich sein um 1910 im Profil festgehaltenes Bildnis der italienischen Sängerin und Gitarristin „Giulia Leonardi“, die Hodler mit ihrer herben Schönheit faszinierte.

Einer der Überflieger der Auktion war Clara Porges. Gleich bei mehreren Werken zeigte sie sich erfolgsverwöhnt. Ihr violett und gelb vibrierender abendlicher „Blick vom unteren Schafberg“ sprang von 30.000 Franken auf stattliche 100.000 Franken. Eine Verdoppelung auf 30.000 Franken absolvierte ihr morgendlich frischer „Silsersee in Richtung Maloja“, das günstigere Aquarell „Am Fornogletscher“ lag mit 5.000 Franken an der oberen Schätzgrenze. Etwas ehrgeiziger schlossen ihre beiden ebenso farbintensiven Aquarelle „Doppelte Lärche am Cavloccio See mit Pizzi dei Rossi“ bei 13.000 Franken (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR) und ihr „Blick vom L’Àla über Maloja zum Piz Lughin“ bei 16.000 Franken ab (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR). Für eine Überraschung sorgte zudem Edouard Vallets Mischtechnik auf Papier „Sur la galerie“ von 1908. Bei seiner Sicht von einer hölzernen Veranda über die Dächer der Walliser Gemeinde Hérémence überboten sich die Käufer bis zum beachtlichen Zuschlagspreis von 47.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Mehrere Werke Cuno Amiets orientierten sich an den preislichen Vorgaben, so der 1930 in kontrastreichem Grün und Rot verfertigte Landschaftsausblick „Auf der Oschwand“ bei 70.000 Franken oder das etwas puppenhafte Portrait „Ala am Tisch“ von 1943 bei 18.000 Franken. Amiets verkaufsunwillige Arbeiten waren der frühlingshafte „Obstgarten auf der Oschwand“ von 1931 (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR) oder die zwanzig Jahre später realisierte Winteransicht der Oschwand (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Mit einer seiner seltenen Bronzeskulpturen war Amiet bei Koller zugegen und nahm für die dunkelbraune realistische Büste der jugendlichen „Greti“ von 1919 gute 10.000 Franken ein (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR). Dazu gesellte sich etwa noch der Bildhauer Karl Geiser mit einem etwas abstrahierteren unbekannten Frauenkopf für 14.000 Franken (Taxe 5.000 bis 8.000 SFR) und mit dem unterlebensgroßen „Stehenden weiblichen Akt“ aus der Mitte der 1940er Jahre bei 13.500 Franken (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR).

Von Albert Ankers gängigen aquarellierten Bauernmotiven ging nur „Der Bauer beim Suppeessen“ von 1904 im Nachverkauf für 14.000 Franken weg, seine spätere „Bäuerin an der Drehhaspel“ (Taxe je 20.000 bis 30.000 SFR) und das Doppelbildnis „Die Kinder de Bary“ im plüschigen Salon von 1880 fanden kein Echo im Saal (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Dies änderte sich erst wieder bei Ankers „Brieflesender Bernerin“, die im Multitasking auch gleich noch Kartoffeln schält, mit einem Zuschlag bei 240.000 Franken (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR). Otto Morach freute sich über 30.000 Franken für seine expressionistische „Kreuzabnahme“ um 1916, auf deren Rückseite er einige Jahr zuvor noch den Klosterplatz und die Kathedrale von Solothurn eingefangen hatte (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Bei den abstrakten Werken sicherten sich Louis Soutters „Verliebte Monster“ mit einer „Kreuzigung“ auf der Rückseite von 1937/42 die erhofften 230.000 Franken, Alois Carigiets winterliche „Holzfuhren“ von 1971 gute 60.000 Franken, sein ebenfalls verschneiter Hang „An der Strasse nach Schlans“ von 1975 sogar 5.000 Franken mehr (Taxe je 30.000 bis 50.000 SFR).

Die Moderne: Teure Puppen und Grazien

Mit einem Paukenschlag endete die Versteigerung des 1935/38 datierten „Garçon russe“ in der typischen fließend malerischen und expressiven Sprache von Chaïm Soutine. Der russisch-französische Maler sorgte mit 215.000 Franken für eine Vervierfachung des Preises und gab das ungestüme kleine Bildnis nach Großbritannien ab (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). 65.000 Franken mehr musste der Käufer von Yves Tanguys surreal-abstrakter Landschaft mit schwebenden amorphen Formen von 1929 an der unteren Schätzgrenze berappen. Nicht ganz so rosig sah es für Maurice Denis und seine musikalische Darbietung „Le concert“ von 1889/90 mit 28.000 Franken aus (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR). Dafür schlossen die sieben Positionen mit insgesamt fünfzehn Skizzenbüchern, in denen Denis Einblicke in den Entstehungsprozess seiner Kunstwerke gibt, für bis zu 17.000 Franken über ihren Schätzungen ab.

Die französischen Maler bestimmten weiterhin das Programm bei Koller, so Gustave Loiseau mit drei impressionistischen Landschaftsstimmungen. Sein freundlicher vorfrühlingshafter Plein Air-Blick auf den „Quai du Pothuis à Pontoise“ von 1906 steigerte sich von 70.000 Franken auf 170.000 Franken, seine „Barques“, die Loiseau um 1900/05 ebenfalls am Ufer der Oise in Pontoise liegen sah, durchquerten die Zielgerade bei 95.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Leider konnte seine zwanzig Jahre jüngere, recht verschwommene Sicht auf ein Dorf in der Bretagne bei 60.000 bis 80.000 Franken keinen Besitzerwechsel einleiten, ebenso wenig wie Francis Picabias frühe, noch recht brave Naturschilderung „Les peupliers, Grez-sur-Loing, temps gris“ bei 200.000 bis 300.000 Franken. Fortunas Lächeln war dann wieder Albert Marquet und seiner winterlich diesigen Vedute auf die Seine in Paris am Quai des Grands Augustins in dunstigen Brauntönen bei 190.000 Franken freundlicher gesonnen (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Nach diesem hitzigen Wechsel kühlte seine Ansicht auf Montreux mit dem türkisfarbenen Genfer See und traumartigen Alpen die Gemüter auf 160.000 Franken wieder etwas ab (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR).

Dass Joseph Ferdinand Gueldry auch als Illustrator arbeitete und dabei häufig sportliche Themen aufgriff, sieht man seinem Ölgemälde mit Ruderern an einem sommerlichen Bootssteg an, das sich von 10.000 Franken auf 80.000 Franken katapultierte. Betört von den schönen drei Grazien, setzte Suzanne Fabrys monumentale Aktdarstellung von 1934 mit stilisierten Figuren in monochromem Rot-Ocker von gleicher Basis gar zu einem Spurt auf 110.000 Franken an. Der intime Blick auf die 1911 von Henri Charles Manguin verewigte schlafende entblößte Marie verließ den Saal dagegen schon bei 75.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Dafür überzeugten Maurice Utrillos menschenleere Straßenflucht auf die „Église des Vaux-de-Cernay“ bei 38.000 Franken (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), Eugène Boudins Wäscherinnen am Flussufer des Touques im normannischen Regengrau bei 85.000 Franken (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) oder Georges d’Espagnats farbleuchtende „Jeune fille au jardin“ von 1901 bei 16.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Bei der Keramik strebte Marc Chagalls Schale „Tête en profil ou Deux personnages“ von 1962 zielbewusst 145.000 Franken an, und Pablo Picassos fünf Jahre älteres Stierkampfmotiv auf der unikaten Platte „Corrida“ ereiferte sich für 125.000 Franken (je Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Bei der Plastik erhielt Rembrandt Bugatti mit seinem um 1906 in Bronze gegossenen Hirsch gute 170.000 Franken (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR), während sein um 1911 modelliertes Leopardenpaar bei 200.000 Franken verweilte (Taxe 180.000 bis 250.000 SFR). Künstler anderer Ländern traten kaum in Erscheinung. Franz von Stucks symbolistisches nächtliches „Bacchanal“ um 1905 forderte 40.000 Franken in der Taxmitte ein. Aus Deutschland nahm noch Hermann Max Pechstein mit seinem „Sommerabend in den Dünen“ an der Kurischen Nehrung für 80.000 Franken teil (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR), während seine „Straße in Collioure“ von 1931 unverrichteter Dinge an den Einlieferer zurückging (Taxe 70.000 bis 100.000 SFR), ebenso Marianne von Werefkin mit ihrem fast naiven Brautpaar „Beim Photographen“ für 32.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR) oder Karl Hofer mit seinem Bildnis des Bildhauers Hermann Hubacher von 1918 für die anvisierten 30.000 Franken.

Während Egon Schieles mit schwarzer Kreide gezeichnete „Sitzende Frau“, ein Portrait seiner Schwägerin Adele Harms von 1917, nichts ausrichten konnte (Taxe 250.000 bis 350.000 SFR), wandelte Konstantin Ivanovich Gorbatov in Eroberungslaune, als sein Aquarell einer winterlichen Troika 8.500 Franken und die verschneite Landschaft mit spielenden Kindern sogar 11.000 Franken verlangten (Taxe je 2.000 bis 3.000 SFR), um letztlich seinem milden „Winter auf Capri“ von 1934/42 auf unerwartete 110.000 Franken zu verhelfen (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Aus Belgien beteiligte sich Théo van Rysselberghe mit dem geschmackvollen farbintensiven Blumenstillleben „Tulipes et capucines“ von 1905/08 bei 35.000 Franken (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR), aus Italien Mario Tozzi mit seinem strengen Meeresausblick „Oggetti davante al mare“ bei 53.000 Franken, den er 1927 durch einen Krug, eine Fußschale und ein Ei etwas verbaut hatte (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR).

Nachkriegskunst und Zeitgenossen

Nachdem bei der Kunst ab 1945, die mit einer rentablen Zuschlagsquote von 76,7 Prozent abschloss, Pomodoros Toplos ausgefallen war, positionierte sich Wifredo Lams surreale verzerrte Frauenfigur von 1942 mit 170.000 Franken an der Spitze der Auktion (Taxe 160.000 bis 240.000 SFR). Viele Arbeiten bewegten sich in den erhofften Preisgrenzen, manche wussten das Doppelte ihrer Schätzung zu erzielen, darunter die stille und minimalistische Installation Lee Ufans aus einer weißen Leinwand und einem Stein von 2006, die ein französischer Sammler für 145.000 Franken erwarb (Taxe 40.000 bis 70.000 SFR). Nur wenige Kunstwerke blieben unter ihrem Wunschwert, so etwa Ugo Rondinones großformatige Tintenzeichnung eines Waldes mit dem Titel „17. Mai 1980“ von 1991 für 55.000 Franken (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR) oder Helmut Federles kontrastreiche Chiffre „The woman and the man“ von 1984 für 40.000 Franken (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR).

Not Vital lotet in seiner Werkgruppe von Köpfen die Grenze zwischen Abstraktion und figurativer Form in der Skulptur aus. Hierzu zählt auch sein hochspiegelnder „Head No. 1“ aus Edelstahl in seiner stillen Präsenz. Das Werk aus dem Jahr 2013 knackte mit 90.000 Franken einen neuen Preisrekord für Vital (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Weitere Schweizer Künstler taten sich bei Koller leicht, zum Beispiel Jean-Frédéric Schnyder, der mit seinen zwei Konvoluten aus je vier Gemälden zum „Sonnenuntergang am Zugersee“ von 1996 für Furore sorgte: Wärmte die erste Gruppe mit der Dopplung auf 60.000 Franken die Anwesenden auf, so sprang das zweite Konvolut mit 85.000 Franken postwendend auf den zweithöchsten erzielten Auktionspreis Schnyders (Taxe je 30.000 bis 50.000 SFR). Die fließenden biomorphen Formen und das diabolische Thema in HR Gigers beunruhigenden „Teuflischen Diskurs“ von 1976 fesselten die Käufer, bis 95.000 Franken erreicht waren (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR).

Erst im Nachverkauf konnte Bernhard Luginbühls abstrahierte Skulptur „Grosse Giraffen“ von 1969 die ausreichenden 50.000 Franken einsammeln, um den Absprung zu schaffen (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR), wohingegen das kleine Modell des geschweißten, geschraubten und knallrot lackierten Eisenkunstwerks sich schon während der Auktion bei 12.000 Franken davonmachte (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR). Metall in größeren Mengen findet sich auch in der dynamischen und ratternden Skulptur mit Büffelschädel von Jean Tinguely aus dem Jahr 1990, die die unteren Zielvorgaben von 60.000 Franken erfüllte. Monochrome Spannung in Blau evozierte John McCracken 1999 mit seinem an die Wand gelehnten Kastenbild „Tech Beat“, das seinem neuen Eigentümer nun für 80.000 Franken zur Kontemplation zur Verfügung steht (Taxe 80.000 bis 140.000 SFR). Jannis Kounellis, einer der Meister der Arte Povera, verarbeitete 1988 zwei Eisenträger, einen Fetzen Sackleinen und hellrote Farbe zu einem Metallbild, das bei 73.000 Franken mehrere Käufer aus der Reserve lockte (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Gewinnbringend lief es für Karen Kilimniks Menagerie „with fairy friends“ aus Pute, Vögeln und Hasen von 2010 bei einer Versechsfachung des Werts auf 24.000 Franken. Ihr zwei Jahre älteres Interieur „drinks room“ des Londoner Egerton House Hotel handelte 8.500 Franken heraus (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Auch die figurativ-ornamentalen, von körperlicher Lust kündenden Werke Dorothy Iannones hatten einen guten Stand: Für die zwei 1981 geschaffenen farbenfrohen Bilder „Yes“ und „Love the stranger“ wurden 8.000 Franken und 22.000 Franken gezahlt (Taxe je 8.000 bis 14.000 SFR), ihr kleinteiliges Wimmelbild „Cap d’antibes. Red painting made in clocher de la Garoupe“ von 1966 kletterte auf 28.000 Franken (Taxe 12.000 bis 15.000 SFR).

Das Sichtbarmachen des Unsichtbaren war für Roberto Matta in „The unseen“ von 1978 günstig und erwirtschaftete 26.000 Franken (Taxe 15.000 bis 25.000 SFR). Ganz dem Sichtbaren in expressiver Malweise und schwarz-weißem Kolorit verschrieb sich Yan Pei-Ming 2003 bei seinem wandfüllenden „Shanghai Pudong Airport“, der bei 40.000 Franken reüssierte (Taxe 20.000 bis 30.000 SFR). Dasselbe darf für Ai Weiwei gelten, dessen Installation aus acht Holzstühlen der späten Qing-Dynastie bei 26.000 Franken eine positive Resonanz verzeichnete (Taxe 12.000 bis 20.000 SFR). Dieser Dopplungszauber findet sich wiederum bei Hans Hartungs aggressiver Tuschekritzelei von 1955 mit 19.000 Franken (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), der elf Jahre spätere noch das Strichbündel aus schwarzer, gelber und blauer Pastellkreide mit 32.000 Franken folgte (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Grafik und Multiples

Während Andy Warhol mit seinem Doppelportrait „Patty Raynes and Son“ auf keine Gegenliebe stieß (Taxe 180.000 bis 280.000 SFR), räumte er in der Auktion „Grafik & Multiples“ richtig ab. Für sein „Grevy’s Zebra“ bewilligte ein Käufer aus Hongkong 130.000 Franken und verhalf der bunten Serigrafie aus dem Portfolio „Endangered Species“ von 1983 somit zu ihrem neuen Spitzenpreis (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Knapp an einem zweiten Rekord schlitterte Warhols Verarbeitung der Marke Apple Macintosh in dem 1985 entstandenen „Apple“ aus seiner „Ads“-Serie mit 140.000 Franken vorbei (Taxe 60.000 bis 90.000 SFR). Eine kurze Verschnaufpause gönnte sich dann Warhols Farbdruck der Rockikone „Mick Jagger“ von 1975, die sich ein Interessent schon bei 65.000 Franken zulegen konnte (Taxe 80.000 bis 100.000 SFR). Hiervon offensichtlich angestachelt, machten seine berühmten „Flowers“ von 1964 den Verlust mit 32.000 Franken wieder wett (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR).

Der gute Stern der Pop Art blickte mit Wohlwollen auch auf Roy Lichtensteins ungegenständliche Farbserigrafie „Reflection on Expressionist Painting“ von 1990 mit 26.000 Franken (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Eine starke Verfünffachung des Schätzwertes von mindestens 2.500 Franken absolvierte Rupprecht Geigers Portfolio „Sir Herbert Read“ von 1970 mit acht Serigrafien unterschiedlicher Farbuntersuchungen von Rot und Blau bei finalen 14.500 Franken. Höhepunkt der „Grafik & Multiples“, die mit einer Zuschlagsquote von 85,5 Prozent eine starke Entwicklung aufwiesen, war indes Pablo Picassos farbiger Linolschnitt „Buste de femme d’après Cranach le Jeune“ von 1958, der einem deutschen Käufer solide 480.00 Franken wert war (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch

Startseite: www.kollerauktionen.com



11.02.2026

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/S. Hoffmann

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