Italien sichert sich Gemälde von Antonello da Messina  |  | Antonello da Messina, Ecce Homo, frühe 1460er Jahre | |
Der italienische Staat hat Antonello da Messinas „Ecce Homo“ für 14,9 Millionen US-Dollar vor der Versteigerung bei Sotheby’s angekauft. Dies bestätigten Kulturminister Alessandro Giuli wie auch das Auktionshaus Sotheby’s. Das Tafelbild des Süditalieners aus den beginnenden 1460er Jahren, auf dessen Rückseite ein reuiger „Heiliger Hieronymus in der Wüste“ zu sehen ist, war das Highlight der Auktion „Master Paintings & Works of Art Part I“ am 5. Februar in New York und mit einer Taxe von 10 bis 15 Millionen Dollar versehen. Laut Giuli sei das Werk der italienischen Frührenaissance von „einzigartiger Seltenheit und Qualität“. Weiter heißt es: „Es handelt sich um eine Transaktion von höchstem kulturellem Wert: Aus Respekt gegenüber den Behörden, die für die Registrierung des Kaufvertrags zuständig sind, haben wir einige Tage mit der Bekanntgabe gewartet. Das Werk ist ein Unikat in der italienischen Kunst des 15. Jahrhunderts und ein wichtiger Meilenstein in der Strategie zur Erweiterung und Aufwertung unseres kulturellen Erbes.“
Die kleine beidseitig mit Tempera bemalte Tafel präsentiert einen leidenden und gefesselten Christus mit der Dornenkrone vor dunklem Grund und der Beschriftung INRI am unteren Bildrand. Mit dieser intimen Szene des leidenden Gottessohnes, dem Blutstropfen im Gesicht herabrinnen, weiß Antonello da Messina das sakrale Thema dem Betrachter emotional zu vermitteln. Der Fokus liegt hierbei weniger auf der göttlichen Natur des Heilands, als auf seiner menschlichen Seite. Auf der Rückseite kniet der heilige Hieronymus betend in einer rauen Felslandschaft. Wegen des kleinen Formats von 20,3 auf 14,9 Zentimeter war das Gemälde wohl für die private Andacht gedacht, was auch die Gebrauchsspuren nahelegen. |