Langjährige Sanierung des Augustinermuseums beendet  |  | Das Augustinermuseum ist rundumerneuert und lädt zu einem Eröffnungswochenende bei freiem Eintritt | |
Nach 23 Jahren der umfassenden Sanierung feiert das Augustinermuseum in Freiburg die Rundumerneuerung seines Baus und öffnet nun auch die Pforten des ehemaligen Konventgebäudes für das Publikum. Der Konventtrakt und die Gewölbekeller des denkmalgeschützten Klosters sind mit dem dritten Bauabschnitt nun modernisiert, barrierearm zugänglich sowie interaktiv und partizipativ ausgerichtet. Neben den Ausstellungsflächen besitzt das Konventgebäude nun auch ein Auditorium, die Welte-Lounge mit dem selbstspielenden Flügel und ein Museumscafé, das auch die Außenflächen wie den Kreuzganginnenhof und den Zinnengarten einbezieht, und präsentiert die Kunst- und Kulturgeschichte der Region.
Insgesamt belaufen sich die Kosten für die drei großen Bauabschnitte auf 90 Millionen Euro. 2010 wurde mit dem Umbau der ehemaligen Klosterkirche bereits das erste Etappenziel erreicht. Anschließend wurde das Haus der Graphischen Sammlung saniert, im letzten dritten Bauabschnitt folgten nun das Konventgebäude und der Keller, was allein 59 Millionen Euro verschlang. Da zu Beginn des Umbaus nicht alle Schäden und Herausforderungen bekannt waren, konnte die Stadtverwaltung dank der abschnittsweisen Sanierung das Budget den neuen Notwendigkeiten anpassen.
Michaela Hetzel, Projektleiterin des Immobilienmanagements Freiburg (IMF), die seit sieben Jahren mit ihrem Team den dritten Bauabschnitt verantwortete, und Jutta Götzmann, Direktorin der Städtischen Museen in Freiburg, erklären, dass die Sanierungsarbeiten nicht nur die bauliche Renovierung bewerkstelligt, sondern auch die Technik auf den neusten Stand gebracht hätten. Eine der Herausforderungen sei die Feuchtigkeit gewesen, die sowohl innen wie auch außen Schaden anrichten könne. Auch die Kunstwerke benötigten für ihren Erhalt ein konstantes Klima. Mittlerweile sei der Fußboden hermetisch abgedichtet, und Sensoren alarmierten bei der kleinsten Unregelmäßigkeit.
Die Bauarbeiten legten zudem wichtige bauhistorische Funde im gesamten Mauerwerk frei: Innen zeigten sich dadurch vorwiegend gotische und barocke Putz- und Malereifragmente. Restaurator*innen sicherten und restaurierten diese, um sie in die museale Ausstellung einbeziehen zu können. Die lange Sanierungszeit war etwa aufgrund des Aufbaus der Außenwand und äußeren Dämmung wie auch der musealen inneren Vorsatzschale notwendig. Michaela Hetzel fügt hinzu, dass das alte Kloster ein Baudenkmal ersten Ranges ist: „Auch ohne die Museumsnutzung hätten wir es sanieren und für die Nachwelt erhalten müssen.“ Unter Einhaltung des Denkmalschutzes seien „alle Einbauten in historisch erhaltenen Bereichen absolut reversibel montiert“.
Seine abgeschlossene Sanierung feiert das Augustinermuseum am kommenden Wochenende mit einem vielfältigen Programm und einem kostenfreien Museumseintritt bis zum 8. März. Besucher*innen können die sogenannten Cicerones im Haus ansprechen, die Fragen zu Themen und Objekten der Schau beantworten. Mitarbeiter des IMF geben Auskunft über die langwierige Sanierung. Mehrmals täglich wird der selbstspielende Welte-Flügel erklingen. Neben Mitmachangeboten für Kinder und Erwachsene gibt es auch eine Werkstatt der Museumspädagogik. Hinzu kommen die Möglichkeit der Spurensuche als Museumsdetektiv*innen und das Gespräch mit Restaurator*innen, die einen Einblick in ihre Tätigkeit geben. Es ist sogar ein Speed-Dating-Angebot mit Archäologie, Ethnologie, Naturkunde, Geschichte und Neuer Kunst geplant.
Das Augustinermuseum hat dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr, freitags zusätzlich bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist bis zum 8. März kostenlos; danach beträgt er 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Personen unter 27 Jahren ist er immer frei.
Augustinermuseum
Augustinerplatz
D-79098 Freiburg im Breisgau
Telefon: +49 (0)761 – 201 25 31 |