Young Generation Art Award für Ken Nwadiogbu  |  | Der Young Generation Art Award 2026 geht an Ken Nwadiogbu | |
Den zum zweiten Mal vergebenen Young Generation Art Award hat Ken Nwadiogbu gewonnen. Der 1994 in Lagos geborene, heute in London lebende Nigerianer, der in seiner Heimatstadt zunächst Ingenieurswissenschaften, dann am Royal College of Art Malerei studiert hat, trat mit insgesamt rund 400 Künstlerinnen und Künstlern an und wurde für die fünfköpfige Finalistenrunde ausgewählt. Hier überzeugte er die Jury „durch seine technisch virtuose, packende und dabei äußerst beziehungsreiche und vielschichtige Kunst“. Nwadiogbu kombiniere meisterhaft ausgeführte hyperrealistische Figuration mit expressiven abstrakten Hintergründen und verorte sich so auf komplexe Weise in der malerischen Moderne, heißt es in der Begründung weiter. Mit Ken Nwadiogbu werde eine Stimme ausgezeichnet, die emotionale Tiefe und gesellschaftliche Relevanz auf die Leinwand bringt.
Das Vergabegremium führte weiter aus: „Motivisch ist sein Werk ganz in der Gegenwart: Mit seinen in leuchtendem Gelb gehaltenen Porträts nach fotografischen Vorlagen von Menschen aus seinem Umfeld ehrt er die Mitglieder der Schwarzen Community und lässt sie strahlen. Die ausgesparten, in Schwarz-Weiß gehaltenen Augen stehen für eine geradezu schlagartig direkte Verbindung der Betrachtenden mit den dargestellten Personen. Die oft schwierige Realität der Migration wird gekontert durch die selbstbewusste, starke Präsenz von Nwadiogbus Protagonisten. Die vielschichtige Verbindung von nigerianischem Erbe und zeitgenössischer Kunst wird in manchen Werken formal umgesetzt durch die Verwendung von Akwete, einem traditionellen, handgewebten nigerianischen Stoff. Wenn Nwadiogbu auf dessen Rückseite malt, schafft er ein doppeltes Kunstwerk. So verneigt er sich gleichzeitig vor der Tradition und kreiert neue Bilder für die Gegenwart.“
Das Frankfurter Unternehmen Degussa Goldhandel hat gemeinsam mit der Zeitschrift Monopol 2024 den Young Generation Art Award initiiert und ihn 2025 erstmals an die Vietnamesin Thuy Tien Nguyen verliehen. Er richtet sich an junge Talente und soll vielversprechende Künstlerinnen und Künstler auf ihrem Weg in die Kunstwelt unterstützen. Neben dem Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro erhält Ken Nwadiogbu zusätzlich eine Einzelschau zur diesjährigen Kunstmesse Frieze in London sowie eine einjährige Wanderausstellung an internationalen Standorten. Neben Nwadiogbu waren für die Auszeichnung noch Yuhao Chen, Lunita-July Dorn, Arne Grashoff und Emmélie Lempert nominiert. Die Jury bestand aus Elke Buhr, Chefredakteurin des Kunstmagazins Monopol, Yilmaz Dziewior, Direktor des Museums Ludwig in Köln, und Maya Heckelmann, verantwortlich für Kunst- und Kultursponsoring bei Degussa. |