In Erinnerung an Käthe Menzel-Jordan  |  | Gehörte zu Käthe Menzel-Jordans größten Projekten: der Wiederaufbau des Augustinerklosters in Erfurt | |
Käthe Menzel-Jordan ist am 1. März im hohen Alter von 109 Jahren gestorben. Das hat die Stadt Erfurt bekanntgegeben und würdigte „das Lebenswerk einer Frau, die als Architektin und Denkmalpflegerin weit über die Stadtgrenzen hinaus geachtet und anerkannt“ war. Laut Oberbürgermeister Andreas Horn sei es zu einem großen Teil ihr zu verdanken, dass Erfurt mit seiner historischen Bausubstanz heute zu den schönsten Städten Deutschlands gehört: „Mit außergewöhnlicher Sachkenntnis, fester Entschlossenheit und bemerkenswerter Durchsetzungskraft setzte sie sich unermüdlich für die Rettung zahlreicher Gebäude und Kulturdenkmäler ein. Dabei gelang es ihr auf eindrucksvolle Weise, die Wunden des Krieges so zu heilen, dass Erfurts Stadtkern seinen ursprünglichen Charakter nahezu bewahren oder wiedergewinnen konnte.“
Käthe Menzel-Jordan, am 7. September 1916 als Tochter eines Bauunternehmers in Erfurt geboren, studierte Architektur und Kunstgeschichte in Dresden. Nach dem Kriegsausbruch übernahm sie in der durch Luftangriffe zerstörten Stadt Weimar bereitwillig viele Notsicherungsarbeiten und Projekte zur Linderung der Wohnungsnot. Bis zur Gründung der DDR arbeitete sie an der Sanierung des Goethehauses am Frauenplan und verfolgte viele ähnliche Projekte. Schließlich fand die freie Architektin, die 1956 an der Technischen Hochschule Dresden promoviert wurde, ein reichhaltiges Betätigungsfeld in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Bauabteilungen der Stadtverwaltung Erfurts. Zu ihren bedeutendsten Renovierungs- und Wiederherstellungsprojekten zählen unter anderem die Krämerbrücke, das Haus „Zum Güldenen Krönbacken“, die Alte Universität, das Angermuseum, das Augustinerkloster mit Augustinerkirche, das Predigerkloster mit Predigerkirche oder Schloss Molsdorf. Im Alter von 80 Jahren betreute sie die Generalsanierung des „Haus zum Leoparden“ in der Michaelisstraße, das letztendlich in den Familienbesitz zurückkehrte.
Ihr Einfluss erstreckte sich weit über die Erfurter Stadtgrenzen hinaus: Menzel-Jordan setzte sich in anderen Thüringer Städten, etwa in Arnstadt oder Schmalkalden, für die Pflege der historischen Bausubstanz ein. Um ihr Lebenswerk zu würdigen, wurde der Architektin am 6. Juni 2024 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Erfurt verliehen. „Was sie für Erfurt getan hat, ist von unschätzbarem Wert“, betonte Oberbürgermeister Andreas Horn. „Ihr Wirken hat Spuren hinterlassen, die Tag für Tag sichtbar sind und die Stadt nachhaltig prägen. Dieses Andenken bewahren wir mit Stolz und in aufrichtiger Anerkennung des außergewöhnlichen Einsatzes von Dr. Käthe Menzel-Jordan.“ |