Hamburger Bahnhof vergibt neue Kunstpreise  |  | auf der Benefizgala „A Night in Berlin“ im Hamburger Bahnhof in Berlin | |
Der Hamburger Bahnhof, die Nationalgalerie der Gegenwart der Staatlichen Museen zu Berlin, hat eine Reihe von Kunstpreisen neu aufgelegt und sie am vergangenen Samstag bei der Benefizgala „A Night in Berlin“ zu seinem dreißigjährigen Bestehen erstmals vergeben. Dazu gehört der Hamburger Bahnhof Studio Award, der an Abdulhamid Kircher, Monilola Olayemi Ilupeju und Jonas Roßmeißl ging. Sie erhalten nun jeweils ein Preisgeld von 15.000 Euro, das ihre junge Karriere unterstützen soll. Abdulhamid Kircher, der 1996 in Berlin als Sohn türkischer Eltern zur Welt kam und heute zwischen der deutschen Hauptstadt und New York lebt, arbeitet vor allem mit Fotografie, die er häufig mit Archivmaterial und installativen Elementen verbindet. Seine Kunst thematisiert Erinnerung, Familie und Identität und bewegt sich zwischen dokumentarischer Fotografie und erzählerischen Bildformen.
Die nigerianischstämmige Monilola Olayemi Ilupeju wurde 1996 in Takoma Park in Maryland geboren und lebt derzeit in Berlin. In ihrer transdisziplinären Praxis verbindet sie Malerei, Installation, Performance und Text und verknüpft Erinnerung, Körperlichkeit und Zugehörigkeit mit kultureller und politischer Identität. Sie ist auch als Autorin tätig; „Earnestly“, ihre erste Textsammlung, erschien 2022 bei Archive Books. Jonas Roßmeißl, Jahrgang 1995 aus Erlangen, der heute in Wuppertal lebt, ist als Bildhauer, Installationskünstler und Zeichner tätig. In seinen Werken kombiniert er handwerkliche, architektonische und gesellschaftliche Fragestellungen und untersucht, wie öffentliche Räume, Materialien und Formen von sozialen und politischen Bedingungen geprägt sind.
Der Hamburger Bahnhof Studio Award fördert drei Künstler*innen unter 35 Jahren, die in Deutschland leben und arbeiten. Die Auswahl der Preisträger*innen 2026 traf eine Jury, die aus den Künstler*innen Mark Bradford, Ayoung Kim und Katharina Grosse sowie Sam Bardaouil und Till Fellrath, Direktoren des Hamburger Bahnhofs, und der stellvertretenden Direktorin Gabriele Knapstein bestand. Die Kandidat*innen wurden auf Vorschlag des kuratorischen Teams des Hamburger Bahnhof sowie internationaler Expert*innen ausgewählt, darunter Sebastian Baden (Schirn Kunsthalle Frankfurt), Ulrike Groos (Kunstmuseum Stuttgart), Boaz Levin (C/O Berlin), Azu Nwagbogu (African Artists’ Foundation) sowie Kathleen Reinhardt (Georg Kolbe Museum). Nachdem der Preis der Nationalgalerie mit seiner diesjährigen Ausgabe neu justiert wurde und sich nun an renommierte Künstler*innen mit wegweisenden Beiträgen für die Gegenwartskunst richtet, ist der Hamburger Bahnhof Studio Award nun die Auszeichnung für junge aufstrebende Positionen. Er soll ab sofort jährlich verliehen werden. |