Cranach-Gemälde kehrt nach Dresden zurück  |  | Lucas Cranach d.Ä. und Werkstatt, Kurfürst Friedrich der Weise, 1533 | |
Ein Gemälde von Lucas Cranach d.Ä. und seiner Werkstatt, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs verschwunden war, ist heute in die Dresdner Gemäldegalerie Alte Meister zurückgekehrt. Das kleinformatige Portrait von Kurfürst Friedrich dem Weisen aus dem Jahr 1533 gehörte zuletzt der Pariser Familie Dreyfus. In Zusammenarbeit mit den Besitzern und der Museis Saxonicis Usui – Freunde der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden e.V. konnte das Werk nun in die Dresdner Museumssammlung zurückkehren. Als Teil der Sonderausstellung „Es ist nicht Alles Gold das da gleist“ wird das Werk nun im Münzkabinett des Residenzschlosses gezeigt. Anschließend soll das Bildnis dauerhaft in der Sempergalerie im Zwinger präsentiert werden.
Nach dem Tod des sächsischen Kurfürsten Friedrich III., genannt der Weise, im Jahr 1525 stieg die Nachfrage nach seinen Portraits deutlich an. Der Fürst war lange politischer Schutzpatron des Reformators Martin Luther. Ausgeführt wurden die Bildnisse vor allem von Lucas Cranach d.Ä., dem Hofmaler Friedrichs und engen Vertrauten Luthers, der sowohl kurfürstliche Aufträge als auch Darstellungen führender Reformatoren übernahm. In seiner Werkstatt wurde die Produktion der Portraits ab 1530 stark ausgeweitet, wovon heute rund 25 Exemplare erhalten geblieben sind.
Erstmals wurde das Bildnis Friedrichs des Weisen in dem Inventar der Kirche im Residenzschloss erwähnt. Zu einem unbekannten Zeitpunkt wurde das Portrait mutmaßlich verkauft, jedoch kam es im Jahr 1857 aus der Sammlung des Dresdner Kupferstechers und Professors Moritz Steinla zurück in die Gemäldegalerie. Während des Zweiten Weltkrieges wurde die Sammlung ausgelagert, weshalb das Werk 1940 auf die Albrechtsburg nach Meißen transportiert wurde. Zuletzt wurde es im Mai 1945 im Kalksteinbruch von Pockau-Lengefeld im Erzgebirge verortet, der als Auslagerungsort zahlreicher Dresdner Museen genutzt wurde.
Fast 80 Jahre war lang die kleine Holztafel verschollen. Erst im November 2024 erhielt die Gemäldegalerie Alte Meister einen entscheidenden Hinweis: Gunnar Heydenreich vom Cranach Digital Archive wurde auf ein Werk aufmerksam, das dem Pariser Auktionshaus Artcurial aus französischem Privatbesitz zur Prüfung vorlag. Die Zuordnung zum Dresdner Bestand gelang schließlich unter anderem über eine Inventarnummer aus dem 18. Jahrhundert auf der Vorderseite des Gemäldes. Nach längeren Verhandlungen einigten sich die Beteiligten auf eine finanzielle Regelung zur Rückgabe. Die Familie Dreyfus überließ das Gemälde in Erinnerung an Liliane Skop-Dreyfus, die es einst gutgläubig erworben hatte. Zu den immer noch mehr als 500 Kriegsverlusten der Dresdner Gemäldegalerie gehörten insgesamt 18 Werke aus der Werkstatt Lucas Cranachs d.Ä., von denen bislang sieben wieder auftauchten und zurückerworben werden konnten. |