Nina Zimmer geht ans Wiener Belvedere  |  | Nina Zimmer wechselt vom Kunstmuseum Bern ans Belvedere nach Wien | |
Nina Zimmer wird neue Generaldirektorin der Österreichischen Galerie Belvedere in Wien. Zum 16. Januar 2027 übernimmt die bisherige Direktorin des Kunstmuseums Bern den Posten von der dann 66jährigen Stella Rollig, die sich nicht um eine weitere Amtsperiode bemüht hat. Zugleich behält Wolfgang Bergmann, der bereits seit 2017 als wirtschaftlicher Geschäftsführer der Institution arbeitet, seine Stelle für weitere fünf Jahre. In Zusammenarbeit wollen sie das Museum als öffentlichen Raum des Dialogs auf nationaler und internationaler Ebene weiter ausbauen und damit an die Impulse von Stella Rollig anknüpfen. Andreas Babler, Vizekanzler und Bundesminister für Kunst und Kultur, sprach dem Führungsduo heute sein Vertrauen aus, das dem Leitbild der Österreichischen Galerie Belvedere – a museum that matters – gerecht werde. „Es ist mir eine besondere Freude, die Österreichische Galerie Belvedere in die Hände von Nina Zimmer zu legen“, so Babler weiter.
Nina Zimmer, 1973 in München geboren, studierte Kunstgeschichte, Romanistik und Medienwissenschaft in Göttingen und Bordeaux. 2001 wurde sie an der Universität Göttingen mit der Dissertation „SPUR und andere Künstlergruppen. Gemeinschaftsarbeit in der Kunst von 1960 zwischen Moskau und New York“ promoviert. Danach war sie Gastdozentin am Seminar für Kunstgeschichte der University of Chicago, Gastprofessorin für westliche Kunsttheorie an der Korea National University of Arts in Seoul und Assistenzkuratorin an der Hamburger Kunsthalle. Ihre Karriere begann am Kunstmuseum Basel, an dem sie von 2006 bis 2014 Leiterin der Abteilung Kunst des 19. Jahrhunderts war, sowie von 2014 bis 2016 dessen Vizedirektorin.
Im selben Jahr übernahm Zimmer dann die Leitung des Kunstmuseums Bern und des Zentrums Paul Klee, verantwortete die strategische Neuausrichtung der beiden Häuser, den Ausbau internationaler Kooperationen sowie umfangreiche Transformationsprozesse, darunter die Etablierung von Provenienzforschung, die Entwicklung digitaler und nachhaltiger Strategien und die Planung des Neubauprojekts. Die Kunsthistorikerin realisierte zahlreiche international beachtete Ausstellungen, etwa zu Vincent van Gogh, Meret Oppenheim, Isamu Noguchi, El Anatsui, Anni Albers, Carol Rama oder Ernst Ludwig Kirchner. Zimmermann ist außerdem Mitglied diverser Stiftungsräte, Jurys und Fachgremien. Sie überzeugte die Findungskommission durch ihre langjährige Führungserfahrung im Museumsbereich, ihre Souveränität mit komplexen Strukturen und ihre Begeisterung für ihr neues Aufgabenfeld.
Der 1963 in St. Pölten geborene Wolfgang Bergmann ist Magister der Theologie und Buchautor. Er begann seine Laufbahn 1988 als Leiter der Öffentlichkeitsarbeit der Caritas Österreich, wo er bis 1996 tätig war. Anschließend wechselte er als Kommunikationschef zur Erzdiözese Wien und verantwortete dort bis 1999 unter anderem die Gründung des Senders Radio Stephansdom. Im Jahr 2000 übernahm Bergmann die Geschäftsführung der Tageszeitung „Der Standard“ und wurde 2008 Vorstand „Der Standard Medien AG“. Seit 2017 ist er nun in der Galerie Belvedere tätig.
Zimmer bezeichnete ihre Ernennung zur Leiterin des Belvederes als große Ehre und kündigte an, die von Stella Rollig geprägte internationale Ausrichtung, wissenschaftliche Profilierung und gesellschaftliche Relevanz des Hauses weiterzuführen und auszubauen. Das Museum versteht sie als offene Wissenslandschaft und Ort des Vertrauens, der sowohl ein internationales Publikum als auch die Wiener Bevölkerung ansprechen und den Dialog zwischen Kunst, Forschung und Öffentlichkeit fördern soll. Zugleich betonte Zimmer die besondere Rolle von Museen in gesellschaftlich herausfordernden Zeiten als Räume der Vielstimmigkeit und demokratischen Auseinandersetzung. |