Südafrikas umstrittener Biennale-Beitrag wird doch präsentiert  |  | Gabrielle Goliath wird Video- und Soundprojekt „Elegy“, an dem sie seit 2015 arbeitet, nun in eigener Regie bei der Biennale in Venedig vorstellen | |
Gabrielle Goliath, die ihr Video- und Soundprojekt „Elegy“ bei der diesjährigen Biennale in Venedig als Länderbeitrag Südafrikas präsentieren sollte, zeigt die Arbeit nun im Rahmen einer eigenständigen Ausstellung in der Chiesa di Sant’Antonin im Stadtteil Castello. Seit Wochen liegt die südafrikanische Künstlerin im Streit mit der Regierung ihres Landes. Auslöser ist ein neues Segment ihres Projekts, das den Krieg in Gaza thematisiert und der palästinensischen Schriftstellerin Hiba Abu Nada gewidmet ist, die im Oktober 2023 bei einem israelischen Luftangriff getötet wurde.
Kulturminister Gayton McKenzie forderte Änderungen an dem Biennale-Beitrag und sagte schließlich Südafrikas Teilnahme an der Biennale ab, nachdem Goliath nicht kooperierte. Die Künstlerin spricht von gemischten Gefühlen bei ihrer Entscheidung: Der nun leer bleibende Pavillon sei für sie ein Zeichen systemischer Missachtung, die die Sitte der Vergewaltigung normalisiere und die gezielte Auslöschung schwarzer, weiblicher und queerer Leben vorantreibe, äußerte sie sich gegenüber der Zeitung „The Art Newspaper“. Zwar habe sich der Schritt in die Unabhängigkeit auch befreiend angefühlt, die Tragweite der Absage sei jedoch deutlich spürbar. |