Kunstdiebstahl bei Parma  |  | Pierre-Auguste Renoir, Les poissons, 1917 | |
Diebe haben in der Fondazione Magnani-Rocca in Mamiano südlich von Parma drei Kunstwerke der Moderne gestohlen. Dabei handelt es sich um Pierre-Auguste Renoirs impressionistisches Ölgemälde „Die Fische“ von 1917, ein aquarelliertes Stillleben mit Kirschen und Tasse von Paul Cézanne aus dem Jahr 1890 und die Aquatintaradierung „Odaliske auf der Terrasse“ von Henri Matisse, die zusammen auf einen niedrigen Millionenbetrag geschätzt werden. Der Diebstahl ereignete sich bereits in der Nacht auf den 23. März, wurde aber erst am letzten Wochenende bekannt. Wie die Polizei mitteilte, seien vier maskierte Täter durch die Eingangstür in die Villa dei Capolavori, in der die Fondazione Magnani-Rocca residiert, eingedrungen, hätten im Obergeschoss die drei Arbeiten entwendet und seien mit der Beute durch den Park der Villa entkommen. Da die Sicherheitsvorkehrungen funktionierten und der Beutezug nach drei Minuten abgebrochen wurde, gehen die Ermittler davon aus, dass noch mehrere wertvolle Kunstwerke auf der Liste der Einbrecher standen.
Die Fondazione Magnani-Rocca geht auf den Musikwissenschaftler, Schriftsteller und Kunstkritiker Luigi Magnani zurück. In dem neubarocken Landhaus, das sein Vater, der Großgrundbesitzer Giuseppe Magnani, 1941 erworben hatte, baute er eine umfangreiche Kunstsammlung mit Werken von Martin Schongauer, Albrecht Dürer, Gentile da Fabriano, Fra Filippo Lippi, Tizian, Peter Paul Rubens, Anthonis van Dyck, Giovanni Battista Tiepolo, Francisco de Goya, Antonio Canova, Claude Monet, Giorgio de Chirico und Filippo de Pisis auf. Allein von Giorgio Morandi, mit dem Magnani befreundet war, erwarb er rund fünfzig Arbeiten. 1977 gründete er dann die Fondazione Magnani-Rocca und brachte dort die Villa und seine Sammlung ein. Nach Magnanis Tod 1984 wurde die Villa restauriert und für Ausstellungszwecke hergerichtet und 1990 als musealer Ort eröffnet. |