Sophie Goltz führt die Neue Gesellschaft für bildende Kunst  |  | Sophie Goltz | |
Sophie Goltz übernimmt zum 1. April die Geschäftsführung der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst (nGbK) in Berlin. Damit tritt die Kuratorin, Kunstvermittlerin und Autorin in die Fußstapfen von Annette Maechtel, die seit März 2020 das Amt innehatte und zur Sektion Baukunst an die Akademie der Künste gewechselt ist. Goltz, die für diese neue Aufgabe ihre fast sechsjährige Leitungstätigkeit an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst in Salzburg aufgibt, ist nun für das operative Geschäft der nGbK zuständig, deren Programm basisdemokratisch von ihren Mitgliedern gestaltet wird. Mit ihrer Kenntnis der kulturpolitischen Herausforderungen sowie ihrer Erfahrung im künstlerisch-kuratorischen Feld auf lokaler wie internationaler Ebene bringe Goltz wichtige Voraussetzungen mit, um die nGbK als Ort kritischer Kunstproduktion und gesellschaftlicher Auseinandersetzung in der Berliner Kulturlandschaft zu stärken, begründet das Präsidium des Kunstvereins seine Wahl: „Zugleich sind wir überzeugt, dass sie sich mit großem Engagement in die komplexen Bedingungen und kollektiven Entscheidungsstrukturen unseres basisdemokratisch organisierten Vereins einbringen und die strukturellen Freiräume der nGbK im Dialog mit den Mitgliedern bewahren und weiterentwickeln wird.“
Sophie Goltz, geboren 1975 in Dresden, lebt in Berlin und Salzburg. Vor ihrer Tätigkeit an der Internationalen Sommerakademie für Bildende Kunst war sie drei Jahre lang bis 2020 Assistenzprofessorin des neuen Studiengangs Museum Studies and Curatorial Practice der School of Art, Design and Media der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur. Dort war sie zudem stellvertretende Direktorin für Forschung und akademische Bildung am NTU Centre for Contemporary Art. Von 2013 bis 2016 organisierte sie als Stadtkuratorin in Hamburg die Kunst im öffentlichen Raum der Hansestadt. Parallel arbeitete sie von 2008 bis 2017 als Kuratorin am Neuen Berliner Kunstverein, wo sie bis 2013 auch Leiterin der Abteilung Kommunikation und Kunstvermittlung war.
Sophie Goltz nahm Lehraufträge an der der Hochschule für bildende Künste Hamburg, der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und der Akademie für angewandte Kunst Wien wahr. Sie publiziert regelmäßig in Zeitschriften wie „Texte zur Kunst“ oder „Springerin“, veröffentlichte 2021 gemeinsam mit Ute Meta Bauer und Khim Ong „Culture City. Culture Scape“ bei NUS Press und arbeitet derzeit an der Monografie „Curating the City“. Goltz, die unter anderem Kunstvermittlungsprojekte auf der Documenta 11 und 12 in Kassel aufbaute, beschreibt die nGbK als einen singulären Ort künstlerischer und kuratorischer Produktion inmitten Berlins: „basisdemokratisch, mitgliedergetragen, programmatisch unabhängig. Sie zählt zu den internationalen Institutionen in Deutschland, die strukturell dem entsprechen, was sie inhaltlich vorgeben. Dies gilt es, als dringliches wie gemeinschaftliches Modell einer auch ästhetischen Praxis weiterzuentwickeln.“ |