Wi Di Mimba Wi-Preis für Tanka Fonta  |  | Der Wi Di Mimba Wi-Preis 2026 geht an Tanka Fonta | |
Tanka Fonta hat den Wi Di Mimba Wi-Preis 2026 gewonnen. Der 1966 in Kamerun geborene Künstler, Komponist, Dichter, Schriftsteller, Musiker und Philosoph konnte sich gegen seine vier mitnominierten Kolleg*innen Jessica Ekomane, Nnenna Onuoha, Lerato Shadi und Sarnt Utamachote durchsetzen und darf sich nun über einjähriges Arbeitsstipendium in Höhe von 30.000 Euro, Mittel für die Erstellung eines neuen Kunstwerks sowie kuratorische Unterstützung freuen. Die Jury ließ sich von seinem „eindrucksvollen Œuvre“ überzeugen, das in den letzten vier Jahrzehnten und über verschiedene geografische Räume hinweg entstanden ist. Weiter heißt es in der Begründung: „Tanka Fontas Werke schaffen Raum für echte Verbundenheit und Zusammengehörigkeit und entfalten sich als ein Feld von Schwingungen, in dem Bild, Klang und poetische Gesten miteinander resonieren und lebendige sowie überlieferte Erinnerung vermitteln. Mit einem Gespür für subtile Frequenzen, kombiniert er in seinen Werken Spuren, Präsenzen und Zeitlichkeiten zu Kompositionen, die offen und wandelbar bleiben. Tanka Fontas Praxis basiert auf tiefem Zuhören und Spüren, was dazu führt, dass er sich dem Feld der Kunst nicht nur durch die Produktion von Kunstwerken nähert, sondern vielmehr durch ein Bestreben, die Welten, in denen wir leben, besser zu verstehen und Zuflucht in ihren Schwingungen zu finden.“
In seinem multidisziplinären Werk beschäftigt sich Tanka Fonta mit dem menschlichen Bewusstsein, der Wahrnehmungspsychologie und dem Wechselspiel zwischen Denken, Sprache, Klang und visuellen Phänomenen. Dabei untersucht er die Wahrnehmung und Ausdrucksformen des Denkens, die sich entwickelnden Korrelationen zwischen Lebewesen und der geistigen Welt und die mythopoetischen Erzählungen, durch die sich Bewusstsein bildet. Fonta beherrscht eine breite Palette musikalischer Stile und Traditionen aus verschiedenen Kulturen der Welt und integriert diese in eine eigenständige kompositorische und visuelle Grammatik, die auf Wahrnehmung, Intuition und Symbolik basiert. Seine Werke wurden unter anderem in der Fundação Bienal de São Paulo, im Haus der Kulturen der Welt und bei Savvy Contemporary in Berlin, im Kunstverein Hannover, in der Goodman Gallery in Kapstadt, im Goethe-Institut und im Nationalmuseum von Jaunde sowie in Institutionen in Kanada und den USA präsentiert.
Der Wi Di Mimba Wi-Preis wurde 2021 von der AKB Stiftung des Agrarwissenschaftlers und Unternehmers Carl-Ernst Büchting und dem Berliner Kunstraum Savvy Contemporary ins Leben gerufen. Er richtet sich an in Deutschland lebende Künstlerinnen und Künstler of Colour. Weitere Einschränkungen hinsichtlich des Alters, der Karrierestufe oder des künstlerischen Mediums gibt es nicht. Der erste Preisträger war 2022 der aus Haiti stammende und in Berlin lebende Jean-Ulrick Désert. 2024 ging die Auszeichnung an die Deutsch-Iranerin an die Setareh Shahbazi. |