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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Mit Schwung hat die aktuelle Ausgabe der Art Düsseldorf ihre Tore geöffnet

Von regional bis international, von jung bis alt, von hochklassig bis trivial



auf der Art Düsseldorf 2026

auf der Art Düsseldorf 2026

Besonders kleinere Kunstmessen leben nicht zu einem geringen Teil vom interessierten und kaufkräftigen Umfeld. Speziell der Düsseldorfer Großraum zeichnet sich durch ein außergewöhnlich kunstaffines, zudem auch noch zahlungskräftiges Publikum aus. Dies ist in letzter Konsequenz auch die Existenzgrundlage der Art Düsseldorf, die heuer in ihrer achten Ausgabe allen weltpolitischen Krisen trotzt. Die Zahl der Aussteller steigerte sich gegenüber dem Vorjahr um elf Teilnehmer. 33 regional ansässige Galerien betonen wie üblich das lokale Schwergewicht des Rheinlandes. Doch Berlin folgt mit 31 Teilnehmern aus der Hauptstadt den heimischen Galerien direkt auf den Fersen. Erwartet werden wie im letzten Jahr rund 20.000 Besucher. Die Vernissage am Donnerstag war bereits übervoll, aber auch am Freitag tummelte sich viel Publikum in den Gängen zwischen den Ständen, unter das sich viele Museumsleute, Kuratoren und Sammler mischten.


Beim Eintreffen in der großen Schmiedehalle auf dem ehemaligen Industrieareal Böhler, auf dem die Art Düsseldorf seit ihrer ersten Ausgabe im Jahr 2017 residiert, stößt man bei der Düsseldorfer Galerie Sies + Höke auf zwei kleinformatige Lackbilder des deutschen Malerstars Gerhard Richter. Die beiden abstrakt-geometrischen, in vier Quadrate unterteilten Farbvariationen kosten jeweils stolze 110.000 Euro. Etwas weiter wartet die gleichfalls in der NRW-Landeshauptstadt beheimatete Galeristin Linn Lühn mit Schwarzweißfotografien der 1937 in Düsseldorf geborenen Fotografin Irmel Kamp auf, die sich auf Bauten des Art Déco und des Neuen Bauens spezialisiert hat. Ihr großformatiger Vintage „Pepinster“ von 2002 nimmt ein verlassenes ruinöses Fabrikgebäude in der gleichnamigen belgischen Gemeinde bei Lüttich in den Blick und wird für 22.000 Euro angeboten. Die italienische Galleria Studio G7 aus Bologna hat ein Acrylgemälde von Ulrich Erben an die Standwand gehängt. In seiner Farbfeldmalerei „S.T.“ aus dem Jahr 2020 geht es dem gebürtigen Düsseldorfer Maler um die Untersuchung des Kolorits, wofür er vor grauem Hintergrund mittig einen horizontalen Balken hochrechteckiger Farbfelder eingezogen hat. Sie suggerieren in ihrer formalen Einteilung eine immaterielle Bewegung und evozieren zugleich eine lichthafte Ruhe. Wer dieses meditative Werk erwerben möchte, muss 28.000 Euro bereithalten.

Breite Aufmerksamkeit der Besucher*innen erfreut sich beim Berliner Aussteller Dittrich & Schlechtriem eine an Caspar David Friedrich erinnernde Eislandschaft Julian Charrières. Der von der Romantik, Land Art und Wissenschaft gleichermaßen inspirierte Schweizer Künstler ist hier mit dem Archivpigmentdruck „Towards No Earthly Pole – Conway“ vertreten, eine monumentale, 160 mal 260 Zentimeter große Gletscherlandschaft aus dem Jahr 2019, mit der Charrière Vorstellungen von fernen Gegenden und ihren Wandlungen gibt sowie die Klimakrise thematisiert. Schrill geht es in der Koje der in Den Haag ansässigen Galerie Dürst Britt & Mayhew zu. Die niederländische, in Berlin lebende Künstlerin Puck Verkade, Jahrgang 1987, gestaltet in ihrer Einzelschau einen surrealistischen Blick auf archetypische Erzählungen, die die sozialen Systeme prägen. Ähnlich einer Hüpfburg können sich die Messegäste in ein Plastikgehäuse hineinbegeben und liegend einen Videofilm anschauen. „Uprooted“, also „Entwurzelt“, lautet der Titel ihrer Installation, die eine ökologische Weltanschauung jenseits menschlicher Dominanz visualisiert. Auch die spanische Künstlerin Leonor Serrano Rivas versetzt den Messestand der in Berlin und Madrid ansässigen Galerie Carlier|Gebauer in eine skurrile Welt aus eigentümlichen, korallenartigen Unterwasserwelten und hat in der Mitte ihrer Gemäldereihe noch einen Brunnen samt Pflanzen installiert.

Gegenüber wird es bei der Galerie Setareh wieder etwas heimischer, aber nicht unbedingt weniger eigenartig. Das 1990 entstandene Ölgemälde „Großes grünes Fenster“ des langjährigen Düsseldorfer Akademiedirektors Markus Lüpertz, der bald seinen 85. Geburtstag feiert, gibt für 180.000 Euro so manches Rätsel auf, was sich um die waldglasgrünen rechteckigen Glasfüllungsscheiben so alles rankt. Die Galerie Crone hat eine Soloschau für den Performance- und Installationskünstlers Christian Jankowski arrangiert. Schrullig geknetete Fantasiewesen in knallig gelbem Kolorit werfen Fragen von Wirkung, Funktion und Wesen von Monumenten ebenso auf wie aktuell diskutierte Themen der Autorenschaft und Partizipation. Wieder mit dabei ist der Frankfurter Galerist Bernhard Knaus, in dessen Stand eine hängende Kugel von Katja Davar und ein flimmerndes Farbstreifengemälde des Briten Mark Francis locken.

Die Düsseldorfer Galerie Ludorff hat ein imposantes, fotorealistisch verschwommenes Ölgemälde von Karin Kneffel aus dem Jahr 2006, auf dem drei Hunde zwischen einem beherrschenden rotbraunen Sofa im Vordergrund und horizontal flimmernden Linien im Hintergrund auf einem bunten Blütenteppich dahinrasen, für 290.000 Euro prominent platziert. Von Interesse dürften bei Ludorff zudem zwei leuchtend rote Farbserigrafien des Münchner Malers Rupprecht Geiger sein, der momentan mit einer Retrospektive in Hagen seine Aufwartung macht. Die 1993 im Rahmen einer Mappe erschienenen Drucke verlangen je 12.500 Euro. Aus Wien hat Ursula Krinzinger das Acrylgemälde „Der totalste Babydoge „Goldausraus“ Germania!“, eine wie immer überbordende, berserkerhafte und kryptische Arbeit von Jonathan Meese aus dem Jahr 2025, mitgebracht, die für 56.000 Euro netto zum Verkauf steht.

Die in Palermo und Düsseldorf beheimatete Galerie Rizzuto macht in ihrer Koje auf ein großformatiges Gemälde von Francesco De Grandi aufmerksam. In dunklen Tönen illustriert der 1968 in Palermo geborene Maler in einer zunächst realistischen, dann aber doch religiös-mystisch überhöhten Art die harte Arbeit auf einem kleinen Fischerboot vor der Küste Siziliens. Das ambivalent formulierte Sujet lässt so manchen Besucher auf den ersten Blick an Flüchtlingsboote denken. Wer die „Pesca miracolosa“ von 2025 erstehen will, muss 45.000 Euro aufwenden. Eine etwas heitere Stimmung lässt da zum Schluss vielleicht eine mit grotesken Gegenständen jonglierende, clownartig anmutende Person aufkommen, die der bekannte deutsche Maler Jonas Burgert figurativ in Szene gesetzt hat. Aber auf den zweiten Blick offenbart das atelierfrische Ölgemälde mit dem Titel „tiert“, das die Hamburger Produzentengalerie für 180.000 Euro offeriert, doch etwas Abgründiges.

Die Art Düsseldorf hat am 18. April von 11 bis 19 Uhr und 19. April von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 29 Euro, ermäßigt 23 Euro.

Art Düsseldorf
Areal Böhler
Hansaallee 321
D-40549 Düsseldorf

Kontakt:

Art.Fair International GmbH

Altenburgerstraße 36

DE-50678 Köln

Telefon:+49 (0221) 56 910 911

Telefax:+49 (0221) 56 910 912

E-Mail: contact@art-fair.de

Startseite: www.art-fair.de

art-dus.de



18.04.2026

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Jonathan Meese, Der totalste Babydoge „Goldausraus“ Germania!, 2025
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Am Stand der Galerie Dürst Britt & Mayhew mit der Soloschau zu Puck Verkade

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Francesco De Grandi, Pesca miracolosa, 2025

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Am Stand der Galerie Carlier|Gebauer mit der Soloschau zu Leonor Serrano Rivas

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Jonathan Meese, Der totalste Babydoge „Goldausraus“ Germania!, 2025

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Am Stand der Galerie Crone mit Arbeiten von Christian Jankowski

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Karin Kneffel, Ohne Titel (Hunde), 2006

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