Oppenheim-Schenkung für Basel  |  | Meret Oppenheim, Phönix, 1939 | |
Die Emanuel Hoffmann-Stiftung in Basel kann sich über eine bedeutende Schenkung an Werken von Meret Oppenheim freuen. Martin A. Bühler, der Neffe der Künstlerin, und seine Frau Charlotte vermachen der Stiftung 21 Arbeiten, darunter das surrealistische Ölbild „Phönix“ von 1939, die 20 Jahre später entstandene Gouache „Vogel mit Ei“, die abstrakte weiße Skulptur „Sechs Wolken auf einer Brücke“ von 1963 und die lustige Zeichnung „Parapapillonneries – Psyche, Freundin der Männer“ von 1973. Laut Mitteilung der Stiftung bekräftigt das Sammlerpaar damit seine Verbundenheit zu Basel; zudem will es die Präsenz Meret Oppenheims in ihrer Heimatstadt stärken.
Die Werke der Schenkung werden bis zum Tod der Spender in deren Besitz bleiben. Mit dem Eingang in die Sammlung der Emanuel Hoffmann-Stiftung werden die Kunstwerke Bestandteil des Depositumsvertrags mit der Öffentlichen Kunstsammlung Basel und können vom Kunstmuseum Basel im Kontext seiner Präsentationen gezeigt werden. Während der Zeiten, zu denen das Kunstmuseum die Arbeiten nicht ausstellt, werden sie im Schaulager für Studierende, Schulklassen und Forschende zugänglich sein.
Meret Oppenheim, 1913 in Berlin geboren und 1985 in Basel verstorben, ist eine wichtige Vertreterin des Surrealismus, die mit ihrer Fell-Tasse unter dem Titel „Frühstück im Pelz“ von 1936 einer breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Die weltgewandte Künstlerin besuchte unter anderem in Basel die Kunstgewerbeschule und war Mitglied der „Gruppe 33“, eines antifaschistischen Zusammenschlusses von Schweizer Künstlerinnen und Künstlern in Basel, der 1933 aus Protest gegen die konservativen Tendenzen der „Gesellschaft schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten“ gegründet wurde. Oppenheim und ihre Familie waren auch mit der Gründerin der Emanuel Hoffmann-Stiftung, Maja Hoffmann-Stehlin, über viele Jahre freundschaftlich verbunden.
1933 rief Maja Hoffmann-Stehlin, über ihren 1932 früh verstorbenen Mann eine Erbin des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche, die nach ihm benannte Emanuel Hoffmann-Stiftung ins Leben. Seit 1940 ist die Stiftung im Kunstmuseum Basel beheimatet, das Werke der Sammlung seit 1941 als Dauerleihgaben präsentiert. Das Stiftungskapital garantiert dem unabhängigen Stiftungsrat bis heute die Weiterführung der Sammlung. 1980 initiierte und ermöglichte die Gründerin in Basel das Museum für Gegenwartskunst, das heutige Kunstmuseum Basel | Gegenwart. Zu sehen sind Werke der Stiftung im Kunstmuseum Basel und im Schaulager in Münchenstein bei Basel, einer Initiative der von Hoffmann-Stehlins Enkelin Maja Oeri gegründeten Laurenz-Stiftung. |