New Yorker Ankaufspreis für Berliner Kupferstichkabinett  |  | Bei der Übergabe des Richard Hamilton Acquisition Prize an das Berliner Kupferstichkabinett | |
Das Kupferstichkabinett der Staatlichen Museen zu Berlin kann sich über eine Erwerbsförderung freuen. Auf der IFPDA Fine Art Print Fair in New York hat es den Richard Hamilton Acquisition Prize der IFPDA Foundation erhalten. Mit dem Preisgeld von 10.000 US-Dollar, gestiftet von dem Personalmanagementunternehmen ChampionScott Partners, hat das Berliner Museum auf der New Yorker Kunstmesse Anfang April zwei Werke der jüngeren Kunstgeschichte erworben. Nóra Lukács, Kuratorin für zeitgenössische Kunst, entschied sich für die Lithografie „Pregnant Caryatid“ von Louise Bourgeois sowie „Europa“, eine reliefartig räumlich angelegte Photogravure von Kiki Smith. Mit den Neuzugängen will Lukács an die transatlantisch geprägte Sammlungsgeschichte des Kupferstichkabinetts anknüpfen, die ihren Ursprung unter anderem im Westberlin der Zeit des Kalten Krieges hat, und den Sammlungsbestand mit Arbeiten von Künstlerinnen ausbauen.
Louise Bourgeois’ Lithografie „Pregnant Caryatid“ aus dem Jahr 2001 zeigt eine weibliche Figur, in ihrem schwangeren Zustand zugleich stark und verletzlich, als architektonische Säule. Im Nachklang der Ereignisse des 11. September 2001 verbindet die Arbeit Motive von Mutterschaft und Fruchtbarkeit mit Krieg und Zerstörung von Architektur, kulturellem Erbe und menschlichem Leben und verweist damit auf die bis heute fortwirkende Fragilität der Welt. Die großformatige Papierarbeit „Europa“ der deutsch-amerikanischen Multimediakünstlerin Kiki Smith von 2005 präsentiert die beiden Seiten des Jupitermondes Europa, der 1610 von Galileo Galilei und Simon Marius entdeckt wurde. Die Monde sind als Photogravuren auf transparentem Reispapier gedruckt und zu Halbkugeln geformt; ihr Abstand entspricht dem Körpermaß der Künstlerin. Darunter steht der Satz „I am the flesh of the full moon“. |