Neubau des LACMA eröffnet  |  | Die David Geffen Galleries des Los Angeles County Museum of Art sind eröffnet | |
Am Sonntag wurden die neuen David Geffen Galleries des Los Angeles County Museum of Art (LACMA) feierlich eröffnet. Den seit Jahrzehnten geplanten Neubau, den viele Diskussionen und Umplanungen begleiteten, hat Peter Zumthor entworfen. Der Schweizer Stararchitekt hob die gesamte Ausstellungsfläche neun Meter über den stadtprägenden, sechszehn Meilen langen Wilshire Boulevard und formte sie zu einer einzigen fließenden Ebene um. Zumthor, der damit aus dem rigiden Straßenraster von Los Angeles ausbrach, nutzte den Werkstoff Beton, um einen sich unregelmäßig mit unterschiedlichen Armen ausbreitenden geschwungenen Bau mit großen offenen Zonen und einzelnen Kabinetten zu gestalten. Eine umlaufende Glaswand sorgt für Licht, wobei spezielle Vorhänge der japanischen Textildesignerin Reiko Sudo als Schutzfilter für die Exponate dienen.
Indem auf eine strenge Raumabfolge und damit auf Hierarchien verzichtet wird, will Museumdirektor Michael Govan alle ausgestellten Arbeiten gleichwertig behandeln. Dabei kann Govan auf über 155.000 Werke von der Antike bis zur Gegenwart zurückgreifen, was das 1961 gegründete LACMA zum größten Kunstmuseum an der US-amerikanischen Westküste macht. Die Präsentation der Sammlung soll in Rotation ständig wechseln und neue Bezüge zwischen den Exponaten erlauben. Als Organisationsprinzip dient die Idee des gegenseitigen kulturellen Einflusses über Grenzen und Ozeane hinweg. Es gehe um ein Konzept des Austausches und der Verbindung in mehr als 6.000 Jahren kultureller Geschichte, erklärte die stellvertretende Direktorin Diana Magaloni.
Die David Geffen Galleries, das größte und finale Stadium des jahrzehntealten Projekts, kosteten 724 Millionen US-Dollar. Finanziert wurde das hauptsächlich aus privaten Spenden, wobei Musik- und Filmproduzent David Geffen 2017 die größte Einzelspende in Höhe von 150 Millionen Dollar zusagte. Weitere prominente Förderer waren etwa die Unternehmerin und Kunstsammlerin Elaine Wynn oder der Filmproduzent Steve Tisch. 125 Millionen Dollar investierte das Los Angeles County. Der Neubau rief aber auch zahlreiche Kritiker auf den Plan. So wurde etwa die Größe der Ausstellungsfläche von gut 10.000 Quadratmetern bemängelt, die geringer als in den vier alten Museumsgebäuden sei. Kritisiert wurde zudem der intransparente Planungsprozess. So hatte Govan mit Zumthor zunächst ohne Beteiligung der Öffentlichkeit ab 2009 an dem Neubau gearbeitet. 2013 machten sie die Planungen dann bekannt. Bis zum 3. Mai gehört das Haus den „Member Previews“, danach öffnet das LACMA seine Türen für alle. |