Art-Kuratorenpreis geht nach Leipzig  |  | Das Gewinnerteam: Nicolas Karpf, Stefanie Seeberg, Frank Werner und Sabine Epple vom Gassi Museum in Leipzig | |
Die Kunstzeitschrift Art hat ihren Kuratorenpreis für die beste Ausstellung des Jahres 2025 an Frank Werner, Sabine Epple, Stefanie Seeberg und Nicolas Karpf vergeben. Ausgezeichnet wurde ihre Schau „Formen der Anpassung. Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus“, die bis Mitte April im Grassi Museum für Angewandte Kunst in Leipzig zu sehen war. Tim Sommer, Chefredakteur der Art, betonte, dass die Gestaltung von Alltagsdingen im Nationalsozialismus ein heikles, lange übergangenes Thema war. Mit intellektueller Sorgfalt, aber ohne pädagogischen Zeigefinger hätten Frank Werner und sein Team ihre Ausstellung in beindruckender Weise umgesetzt. „Die Geschichte des eigenen Hauses wird dabei zur Folie für einen beängstigenden gesellschaftlichen Umbruch, der auch Design und Kunst erfasste. Eine Schau, die gerade heute Augen öffnet und die Gedanken schärft. Mit ‚Formen der Anpassung. Kunsthandwerk und Design im Nationalsozialismus“ hat das Leipziger Grassi Museum für Angewandte Kunst Maßstäbe gesetzt‘, so Sommer weiter.
Der Art-Kuratorenpreis wird jährlich mit Unterstützung des Kölner Auktionshauses Van Ham verliehen. Jeweils zwölf Ausstellungen des Vorjahres im deutschsprachigen Raum werden durch die Redaktion des Kunstmagazins Art für die Preisvergabe ausgewählt. Eine Fachjury, die jeweils neu zusammengestellt wird, kürt dann die Siegerschau. Heuer gehörten der Jury Felicity Korn (Kunstpalast Düsseldorf), Sebastian Baden (Schirn Kunsthalle Frankfurt), Tulga Beyerle (MK&G Hamburg) und Tim Sommer an. Nominiert waren unter anderen auch Anja Richter für die Ausstellung „European Realities. Realismusbewegungen der 1920er und 1930er Jahre in Europa“ im Chemnitzer Museum Gunzenhauser, Achim Hochdörfer und Yilmaz Dziewior für die Präsentation „Fünf Freunde. John Cage, Merce Cunningham, Jasper Johns, Robert Rauschenberg, Cy Twombly“ im Münchner Museum Brandhorst und im Kölner Museum Ludwig oder Gerlinde Gruber für die Schau „Michaelina Wautier. Malerin“ im Kunsthistorischen Museum in Wien. |