Streit spitzt sich weiter zu: Biennale suchte Kontakt mit Russland  |  | Wenn es nach der Fondazione Biennale di Venezia geht, darf die russische Föderation in diesem Jahr wieder an der Kunstausstellung teilnehmen | |
Der Eklat um die Rückkehr Russlands zur Biennale in Venedig beruhigt sich nicht. So berichtet die Süddeutsche Zeitung von E-Mails, die seit letztem Juni zwischen Verantwortlichen der Biennale und Russlands ausgetauscht wurden. Die Biennale-Leitung rund um den Präsidenten Pietrangelo Buttafuoco und den Generaldirektor Andrea Del Mercato habe zusammen mit der russischen Seite nach Möglichkeiten gesucht, mögliche Strafmaßnahmen zu umgehen, damit das Russland auf der diesjährigen Kunstausstellung teilnehmen kann. Die auf der italienischen Plattform „Open“ veröffentlichten Mails beweisen, dass Del Mercato sich dafür einsetzte, dem russischen Kurator Petr Musoev und den russischen Künstler*innen Einreisegenehmigungen zu organisieren. Buttafuoco verteidigte bisher die Partizipation Russlands und sprach unter anderem von einem friedensstiftenden Akt.
In den vergangenen Wochen verschärfte sich die Lage um Russlands Rückkehr nach Venedig immer weiter: Die EU-Kommission strich der Biennale Fördergelder in Höhe von 2 Millionen Euro, der italienische Kulturminister Alessandro Giuli gab bekannt, dass er von der Eröffnung fernbleibt. Auch die Jury der Biennale schloss ihre eigenen Konsequenzen und teilte mit, dass sie keine Länder berücksichtigen will, gegen deren Präsidenten beim Internationalen Strafgerichtshof wegen Verbrechen der Menschlichkeit ermittelt wird. Nicht zuletzt damit steht neben Russland auch Israels Teilnahme aufgrund des Vorwurfs von Völkermord an der palästinensischen Bevölkerung und des Angriffskriegs gegen den Iran in der Kritik.
Bisher plant die Biennale, Russlands Auftritt auf der Kunstausstellung nur auf die Previewtage vom 6. bis zum 8. Mai zu beschränken. In der Zeit soll der russische Pavillon offenstehen, die russischen Künstler*innen bei ihrer Performance gefilmt werden. Die Videos sollen ab der offiziellen Eröffnung am 9. Mai auf in den Fenstern des Pavillons gestellten Monitoren gezeigt werden. |