Various Others: München lädt zum verlängerten Kunstwochenende ein  |  | Maryam Hoseini, Preview of Cruel Alphabet (R-S), 2024 | |
Am Donnerstag startet die Kunstinitiative Various Others (VO) in der bayrischen Landeshauptstadt und geht dieses Jahr mit einem vielfältigen Programm an Vernissagen, Vorträgen, Führungen, Performances, Empfängen und Partys in die neunte Runde. Seit 2017 setzen VO auf die Kooperation und internationalen Austausch zwischen Galerien, Museen und nicht kommerziellen Kunsträumen, sogenannten Artist Run Spaces. In der diesjährigen Ausgabe haben sich 39 Institutionen zusammengefunden, die Werke von über 250 Künstler*innen präsentieren. Mit dabei sind erstmals zwei Galerien: Während die Behncke Gallery sich mit ihrer Kollegin Sexauer Berlin zu einer Kooperation zusammengeschlossen hat und unter dem Titel „Between Image und Space“ Werke zwischen Traum und Wirklichkeit ausstellt, gibt auch die Münchner Dependance der Berliner Galerie Friese ihr Debut. In Zusammenarbeit mit dem Bildlabor Kleistpark Berlin stellt sie druckgrafische Bildteppiche von Anna Slobodnik und textil anmutende Bleistiftzeichnungen von Corinne Laroche und Malte Spohr der Malerei von Cornelius Völker gegenüber.
Bei den Artist Run Spaces gibt es durch Pip und Eyes Only ebenfalls Zuwachs. Der Kunstraum Pip arbeitet mit der Künstlergruppe Frankfurter Hauptschule zusammen und verwandelt das Studio D40 in ein kuratorisches Szenario, das Readymade, Intervention und Inszenierung miteinander verwebt. Die Gruppe spielt mit Markus Söders Kreuzerlass aus dem Jahr 2023, nicht ohne einen satirischen Seitenhieb auf den tiefgläubigen Tech-Milliardär Peter Thiel und den konservativ-christlichen Kulturstaatsminister Wolfram Weimer. Im nicht begehbaren Kunstraum Eyes Only werden in Kooperation mit der Berliner Galerie Esther Schipper Werke von Karin Sander gezeigt. Die multimedial arbeitende Konzeptkünstlerin ist in München unter anderem durch ihre überlebensgroße, im 3D-Druckverfahren gefertigte Metallskulptur von Montgelas am Promenadenplatz bekannt. Im kleinen Schaufensterformat von Eyes Only werden nun eher kleinformatige Arbeiten zu sehen sein.
Mit dem VO-Special „Vectors“ erweitert das diesjährige Programm die Vielfalt der Spielorte und eröffnet neue Möglichkeiten, die Münchner Kunstszene an bislang unbekannten Räumen der Stadt zu erleben. Inspiriert von Jan Hoets legendärem Ausstellungsformat „Chambres d’Amis“ und angesiedelt an der Schnittstelle von Kunst und Technologie, verwandelt „Vectors“ ausgewählte Unternehmensräume, wie Apple oder die BMW Foundation Herbert Quandt, in temporäre Ausstellungsorte, die jeweils eine Intervention beherbergen.
Neben Galerien mit internationalen Partnerschaften, wie Knust Kunz Gallery Editions mit der Londoner Bernard Jacobson Gallery, Galerie Rüdiger Schöttle mit Travesía Cuatro aus Madrid oder Galerie Walter Storms mit Dirimart aus Istanbul, nehmen auch die städtischen Museen das Festival zum Anlass, ihr vielfältiges Veranstaltungsprogramm am kommenden Wochenende zu eröffnen. Zu den Highlights zählen die Gruppenausstellung „Carring“ im Museum Brandhorst, die Wiedereröffnung des Museums Villa Stuck mit vier neuen Ausstellungen und das Projekt „Könnt ihr noch? Kunst & Demokratie“ der Pinakothek der Moderne als Außenpunkt im Schloss Herrenchiemsee.
Das vollständige Programm und weitere Informationen sind auf der Webseite variousothers.com abrufbar.
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