Alex Grein in Brühl  |  | Alex Grein, Die heile Welt, vom Winde verweht, denn der Wind kann nicht lesen, 2020 | |
Anlässlich der Verleihung des Luise-Straus-Preises des Landschaftsverbandes Rheinland präsentiert das Max Ernst Museum in Brühl ab heute eine Schau der Preisträgerin Alex Grein. Unter dem Titel „ongoing“ zeigt die 1983 in Köln geborene Fotokünstlerin, die an der Fachhochschule Düsseldorf sowie als Meisterschülerin bei Andreas Gursky an der Kunstakademie Düsseldorf studiert hat, eine Auswahl früherer und neuer Arbeiten. In ihrer künstlerischen Praxis reflektiert Alex Grein fotografische Prozesse und hinterfragt etablierte Seh- und Handlungsweisen. Dazu greift sie auf Fotografien, Archivmaterial und Found Footage aus digitalen Bildströmen zurück und überführt diese in materielle Zusammenhänge. Indem sie analoge und digitale Bildwelten verschränkt, macht sie sichtbar, wie bildgebende Medien unsere Wahrnehmung und unser Verständnis von Wirklichkeit prägen.
In ihrer Werkreihe „Titles“ von 2020 spielt Alex Grein mit poetischer Kombinatorik. Mit Augenzwinkern hat sie Bücher aus der Bibliothek ihres Großvaters so angeordnet, dass ihre Titel scheinbar zufällige Sätze bilden. Inspiriert durch das surrealistische Prinzip des „cadavre exquis“, entstehen hier feinsinnig ausgesuchte Text-Bild-Verbindungen, etwa „Die heile Welt, Vom Winde verweht, Denn der Wind kann nicht lesen“. Zu sehen ist auch ihre Arbeit „Speicher“ von 2021. Darin untersucht Grein das Konzept des „fluiden Bildes“ im digitalen Zeitalter. Dazu friert sie Fotografien in Eisblöcken ein und lässt sie im Ausstellungsraum langsam wieder schmelzen. Während das Bild sichtbar wird, löst es sich zugleich auf. Mit diesem Prozess zwischen Sichtbarkeit und Verschwinden wirft Grein Fragen nach Archivierung, Vergänglichkeit und kollektiver Bildproduktion auf.
Die Ausstellung „Alex Grein – ongoing“ läuft vom 22. Mai bis zum 5. Juli. Das Max Ernst Museum täglich außer montags sowie feiertags von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 13 Euro, ermäßigt 8 Euro, für Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren ist er frei. Ende Juni erscheint der Ausstellungskatalog „ongoing“, der im Museum 22 Euro kostet.
Max Ernst Museum Brühl des LVR
Comesstraße 42 / Max-Ernst-Allee 1
D-50321 Brühl
Telefon: +49 (0)2232 – 57 930 |