Schau der Hegenbarth-Stipendiaten in Dresden  |  | Angelina Seibert, My house (our house), 2026 | |
Martin Bertelmann und Angelina Seibert sind die Träger des Hegenbarth-Stipendiums 2025 und bespielen gerade die Gewinnerschau in der Städtischen Galerie Dresden: Bertelmann mit analogen Fotografien und einer Videoinstallation, Seibert mit einer multimedialen Installation. Ihre Werke, die im Verlauf ihres Stipendiums entstanden, sind unter dem Titel „Won’t you be my neighbour“ nicht nur räumlich als Nachbarn angelegt, sondern auch konzeptuell als direkter künstlerischer Dialog. Es geht um unterschiedliche Perspektiven auf Landschaft, Fassade und ihre soziale Einschreibung wie auch um Nähe, Privatsphäre und die eigene Position in einer sich stets ändernden Umwelt.
Martin Bertelmanns Fotos sind Teil eines anwachsenden Archivs alltäglicher Beobachtungen. Seine Bilder setzen sich mit der Landschaft und dem Ökosystem auseinander. Ferner geht es ihm auch um die Spuren des Menschen, die er in der Umwelt hinterlässt, wobei der Mensch in den Fotos nicht zu sehen ist. In seiner Videoinstallation will er die Besucher*innen zum Teil der Arbeit werden lassen. „Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen dokumentierter Realität und digital erzeugtem Raum, wodurch neue Wahrnehmungsebenen entstehen“, erklärt der in 1990 Riesa geborene Künstler. Bertelmann begann sein Studium an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK Dresden) nach einer Ausbildung zum Buchbinder und beendete es mit dem Diplom in Bildhauerei 2024 bei Wilhelm Mundt. Derzeit ist er Meisterschüler bei Alicja Kwade und arbeitet als Bildhauer und Fotograf.
Die 1988 in Karlsruhe geborene Angelina Seibert thematisiert die zunehmende Sichtbarkeit des Privaten durch technologische Entwicklungen. Sie erläutert, dass ihre Arbeiten „aus dem eigenen Lebensraum und seiner strukturellen Fragilität“ entstehen. In ihrer Installation „My house (our house)“ verbindet sie Handlungen des Ordnens und Reinigens mit persönlichen Bildern und historischen Bezügen. „Die Arbeit spiegelt Intimität und Verletzlichkeit wider und untersucht die Auflösung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Raum“, so die Künstlerin. Dabei sei ihr Werk von ihren Erfahrungen als dreifache Mutter geprägt. Alltägliche Beobachtungen verwandelt sie in fesselnde und humorvolle Arbeiten, steigert das Gewöhnliche ins Absurde und nutzt oftmals ihren Körper als Schauplatz von mitunter widersprüchlichen Erzählungen. Seibert begann ihr Studium 2013 an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart und wechselte 2017 an die HfBK Dresden zu Monika Brandmeier. Ihr Diplom legte sie 2022 ab und im Frühjahr 2026 ihren Meisterschülerabschluss bei Brandmeier.
Das Hegenbarth-Stipendium wird seit 1996 jährlich von der „Dresdner Stiftung Kunst und Kultur“ der Ostsächsischen Sparkasse Dresden vergeben, seit 2012 gemeinsam mit dem bundesweiten Programm „Deutschlandstipendium“. Die Förderung besteht aus Projektstipendien, die zwei Gewinner erhalten. Die Preise sind jeweils mit 3.600 Euro dotiert. Ausgezeichnet werden besondere künstlerische Leistungen von Meisterschülern der HfBK Dresden.
Die Ausstellung „Hegenbarth-Stipendium 2025 – Martin Bertelmann & Angelina Seibert“ läuft bis zum 23. August. Die Städtische Galerie Dresden hat täglich außer montags von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 8 Euro, ermäßigt 6 Euro. Freitags ist der Eintritt ab 12 Uhr frei.
Städtische Galerie Dresden
Wilsdruffer Straße 2
D-01067 Dresden
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