Neuer Schritt bei der Renovierung von Schloss Schwarzburg  |  | Das Kaisersaalgebäude von Schloss Schwarzburg | |
Im Hauptgebäude von Schloss Schwarzburg wurde jetzt ein neuer Empfangs- und Servicebereich eingeweiht. Nun ist das Schloss im Kreis Saalfeld-Rudolstadt erstmals seit 1942 durch den früheren Haupteingang, den barocken Säulenportikus der Hauptfassade, begehbar. Das Foyer schafft die Voraussetzungen für die künftige Nutzung des Hauptgebäudes als Veranstaltungs- und außerschulischen Lernort, teilte die Stiftung Thüringer Schlösser und Gärten mit. Durch einen neuen Aufzug sind nun vier Etagen des Gebäudes barrierefrei erreichbar. Für die Maßnahmen investierten Bund und Land im Rahmen eines Sonderinvestitionsprogramms rund zwei Millionen Euro. „Mit dem neuen Servicebereich hat die Stiftung mit denkmalpflegerischer Sensibilität und dem geübten Blick für betriebliche Abläufe eine wichtige Voraussetzung geschaffen, um die Schwarzburg und ihre wechselvolle Geschichte anregend zu präsentieren“, so Thüringens Minister für Bildung, Wissenschaft und Kultur Christian Tischner.
Das ab Mitte des 16. Jahrhundert zu einer barocken Anlage umgebaute Schloss, das seit 2009 schrittweise saniert wird, war einst Stammsitz der Grafen und späteren Fürsten von Schwarzburg-Rudolstadt. Nach der Abdankung der Monarchie im Jahr 1918 lebte dort der letzte Fürst des Hauses. In unmittelbarer Nähe des Schlosses wurde 1919 die Verfassung der Weimarer Republik unterzeichnet. Während der NS-Zeit sollte die Anlage zu einem Reichsgästehaus umgebaut werden. Die Arbeiten begannen in den 1940er Jahren, wurden jedoch nicht vollendet. Seit 1942 blieb das Schloss als Bauruine zurück. Von kunsthistorischer Bedeutung ist das zwischen 1713 und 1719 errichtete Kaisersaalgebäude mit den Darstellungen römischer, byzantinischer und deutscher Kaiser und Könige seit Cäsar. Es wurde bis 1971 wiederhergestellt, das Zeughaus mit Torhaus konnte 2018 wieder eröffnet werden. Seit 2021 sind erste Bereiche des Hauptgebäudes nach rund 80 Jahren wieder zugänglich. |